Air-Berlin-Insolvenz: Flugtickets teurer | reisereporter.de

Air-Berlin-Insolvenz: Fliegen wird tatsächlich teurer!

Vor zwei Wochen ging der letzte Air-Berlin-Flug. Die Pleite der einst zweitgrößten Airline Deutschlands macht sich in den Ticketpreisen bemerkbar: Für Kurzstreckenflüge zahlen Urlauber durchschnittlich 32,5 Prozent mehr als noch vor vier Wochen. 

Flugzeuge von Eurowings und Lufthansa am Flughafen.
Air Berlin gibt’s nicht mehr, bei Eurowings und Lufthansa steigen die Ticketpreise (Symbolfoto).

Foto: imago/Rüdiger Wölk

Viele hatten es befürchtet: steigende Ticketpreise durch die Air-Berlin-Pleite. Verbraucherschützer Ingmar Streese etwa sagte voraus, dass durch den Verkauf von Air Berlin die Ticketpreise, vor allem auf der Kurzstrecke, steigen könnten. Und er scheint recht zu behalten. 

Innerdeutsche Flüge sind durchschnittlich 32,5 Prozent teurer geworden, wie eine Analyse von „mydealz“ zeigt. Das Portal hat die Ticketpreisentwicklung auf Strecken untersucht, die von Air Berlin und Niki bedient wurden.

Das Ergebnis: Auf 18 der 25 Kurzstrecken sind Flüge am Wochenende deutlich teurer geworden. Die Preise sind  durchschnittlich um ein gutes Drittel (38,87 Prozent) gestiegen, um 46,26 Euro.

In der Spitze sind es sogar 280 Prozent: Für 50 Euro konnten Reisende noch im Oktober mit Air Berlin zwischen München und Düsseldorf fliegen. Am letzten Novemberwochenende müssen sie für Hin- und Rückflug mit Lufthansa 190 Euro ausgeben und damit 280 Prozent mehr zahlen. Eine weitere Airline bedient die Strecke (zumindest derzeit) nicht mehr.

Die Preise unter der Woche sind auf 17 der 25 Strecken teurer geworden, durchschnittlich um 26,14 Prozent.

Auf Preisunterschiede zwischen Werktagen und dem Wochenende stießen die Tester auch bei Mittelstreckenflügen. Die Preise entwickeln sich hier aktuell in zwei verschiedene Richtungen: Wer am Wochenende fliegt, spart im November 42,43 Prozent (113,95 Euro) gegenüber dem Oktober. Wer werktags unterwegs ist, zahlt 4,28 Prozent (8,33 Euro) mehr.

Gestiegen sind die Preise bei vier von 25 Wochenendflügen und 13 von 25 Flügen an Werktagen. Vor allem Reisen zu klassischen Urlaubsdestinationen wie Faro, Heraklion auf Kreta, Ibiza und Mallorca sind teurer geworden. Wer im November von Düsseldorf nach Mallorca und zurück fliegen möchte, zahlt nun 161 Euro statt 80 Euro – also mehr als doppelt so viel, auch wenn die Airline in beiden Fällen Niki ist.

Insgesamt sind die Preise für Mittelstreckenflüge zu Urlaubszielen wie Mallorca oder Gran Canaria nach dem Aus von Air Berlin aber durchschnittlich um 19,1 Prozent gefallen. Dieses Phänomen sei saisonbedingt: Für Herbstferien ist es im November zu spät, für Weihnachtsferien zu früh. Angesichts der schwachen Nachfrage verkaufen die Airlines daher Tickets für klassische Urlaubsflüge am Wochenende günstiger. Geschäftsreisende müssen unter der Woche hingegen etwas tiefer in die Tasche greifen.

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