Das Bewertungsportal TripAdvisor geriet in die Schlagzeilen, weil es Nutzermeldungen zu sexuellem Missbrauch und Vergewaltigungen in einem mexikanischen Ferienhotel löschte. Das Unternehmen hat zugegeben, solche Beiträge entfernt zu haben.

In einem Statement bezieht es Stellung. „Wir entschuldigen uns in aller Form bei dem Opfer von sexueller Gewalt, dessen Forumsbeitrag vor sieben Jahren auf TripAdvisor entfernt wurde.“ Zur Begründung heißt es: Die Berichte seien nicht in „familienfreundlicher Sprache“ geschrieben worden. Eine frühere Richtlinie habe besagt, dass alle Begriffe jugendfrei sein müssen.

Warnhinweis auf TripAdvisor bereits aktiviert

Nun hat die Plattform einen Warnhinweis zu Gesundheits- und Sicherheitsrisiken sowie Diskriminierungsvorfällen eingeführt. Dieser solle auf der Profilseite des jeweiligen Unternehmens live geschaltet werden, wenn ein Risiko vorliegt, „welches für Reisende relevant ist und das uns entweder von unserer Reise-Community oder von Medien berichtet wird“.

Für einige Hotels in Mexiko sind die Warnhinweise bereits aktiviert worden – hier wurde über Probleme mit verdorbenem Alkohol und sexueller Belästigung berichtet.

In der rot hinterlegten Box steht: „TripAdvisor wurde auf aktuelle Medienberichte oder Ereignisse aufmerksam gemacht, die dieses Unternehmen betreffen und die möglicherweise nicht in den Bewertungen widergespiegelt werden, die auf diesem Eintrag zu finden sind. Daher sollten Sie gegebenenfalls eine zusätzliche Suche nach Informationen zu diesem Unternehmen durchführen, wenn Sie Ihre Reise planen.“ 

Ein solcher Hinweis soll zunächst drei Monate lang auf TripAdvisor live geschaltet bleiben. Wenn das Problem jedoch weiterhin bestehen bleiben sollte, sei es möglich, ihn länger online zu lassen. Betroffene Unternehmen würden informiert, bevor ein Hinweis live geschaltet werden.

Die Hinweise sollen „informativ sein – nicht bestrafend“, teilt das Unternehmen mit. „Entscheidungen zum Hinzufügen oder Entfernen eines Ausweises werden von einem Arbeitnehmerausschuss getroffen.“

TripAdvisor: Berichte über Raub und Missbrauch

„Wir haben erkannt, dass die frühere Auslegung der Richtlinie zu eng war und damit diese Art von Informationen anderen vorenthalten wurde“, so das Unternehmen. Vor einigen Jahren seien daher bereits die Richtlinien zur Veröffentlichung von Bewertungen angepasst worden. Das habe dazu geführt, dass inzwischen „eine Vielzahl von schwerwiegenden Erfahrungen aus erster Hand auf der Plattform publiziert wurden“, teilt das Unternehmen mit. Darunter seien Schilderungen von Raub, Diebstahl, sexueller Belästigung und Vergewaltigung. 

Auf TripAdvisor gibt es mehr als 535 Millionen Bewertungen von Reisenden aus aller Welt zu Hotels, Restaurants, lokalen Attraktionen und Airlines.