Lena & Oleg auf Weltreise: Malaysia | reisereporter.de

Lena & Oleg auf Weltreise: Hallo, Malaysia!

Lena (25) und Oleg (27) aus Hannover haben es getan: Sie haben ein One-Way-Ticket in die Freiheit gekauft und sind auf Weltreise. Gerade machen sie eine zweiwöchige Rundreise durch Malaysia. Beim reisereporter lassen sie dich am Abenteuer ihres Lebens teilhaben.

Oleg kann es kaum abwarten: Malaysia, wir kommen!
Motiviert und voller Vorfreude geht es auf in das nächste Abenteuer: Malaysia!

Foto: Lena Pres

Tag 1

5.50 Uhr in Vientiane – es wird Zeit aufzustehen, Zähne zu putzen und sich zum Frühstück zu bewegen. Wir fliegen heute um 8.50 Uhr nach Malaysia. Nach nur 15 Tagen verlassen wir Laos und sagen „auf Wiedersehen“. Für uns steht fest, dass wir zu wenig gesehen haben und dieses Land erneut auf unsere Bucket-List schreiben werden.

Zweieinhalb Stunden nach dieser Erkenntnis tapsen wir bereits auf malaysischem Boden und freuen uns auf den Großstadtdschungel Kuala Lumpur. Hier wird uns Sarah empfangen, die ich über die Couchsurfing-Community kennenlernen durfte. Sie stellt uns kostenfrei eine Couch und einen Platz für unsere Backpacks zur Verfügung.

Die zweieinhalb Wochen Malaysia wollen wir mit so wenig Gepäck wie möglich bestreiten, um in Hostels besser zurechtzukommen, auf möglichen Flügen kein Extragepäck bezahlen zu müssen und die Vor-Ort-Suche nach einer Unterkunft leichter zu gestalten.

Leuchtende große Werbebanner und Menschenmassen in der Millionenmetropole Kuala Lumpur.
Großstadtdschungel Kuala Lumpur, die Hauptstadt Malaysias, bei Nacht. Foto: Lena Pres

Sarah begrüßt uns herzlich und unkompliziert – in ihren vier Wänden fühlen wir uns ab der ersten Minute zu Hause. Wir setzen uns zusammen und erzählen von Reiseerlebnissen, Wünschen und Träumen. Ein paar Bier später ist es bereits dunkel und Oleg und ich beschließen, noch einen Spaziergang durch Kuala Lumpur zu unternehmen. Chinatown begeistert uns wenig, die Skyline von KL schon mehr. Wir freuen uns schon jetzt, am Ende der Tour in die Stadt zurückzukehren.

Tag 2

6.53 Uhr – ein kleiner, fluffiger Hund namens Kendrick (Lamar) hüpft auf mein Gesicht, leckt mir über die Wange und begrüßt uns fröhlich an diesem Freitagmorgen. Heute beginnt der eigentliche Trip, und wir müssen uns startklar machen für die Reise. Noch nie zuvor habe ich einen so aufgeregt hüpfenden Hund gesehen, der es einfach nicht schafft, ruhig zu bleiben. Er ist hyperaktiv!

Oleg und ich haben in den letzten Monaten viele Hunde gesehen, hauptsächlich Straßenhunde, und vor diesen stets Respekt gehabt. Wir sind beide nicht mit Hunden aufgewachsen und betrachten sie immer eher vorsichtig. Dieses kleine windeltragende Haarbüschel erschreckt so schnell jedoch niemanden.

Es fällt mir schwer, keinen Plan zu machen, immer noch. Und es fällt mir noch schwerer, das Scheitern eines Planes live zu beobachten.

Wir haben uns vorgenommen zum Busbahnhof zu fahren, ein Ticket nach Lumut zu kaufen und von dort aus mit der Fähre zur Insel Pangkor zu reisen. That’s the plan! Um 10.15 Uhr soll laut Internet ein Bus fahren und um 10 Uhr erreichen wir die BTS (Bus Terminal Station). Es fällt mir schwer, keinen Plan zu machen, immer noch. Und es fällt mir noch schwerer, das Scheitern eines Planes live zu beobachten.

Ähnlich fühlte sich dieser Morgen an, den wir ohne richtiges Frühstück (ein Fehler) starteten. Glücklicherweise habe ich einen ruhigen, liebenswerten Mann an meiner Seite, der es schafft, mich in solchen Momenten an die wesentlichen Dinge zu erinnern. Und er soll recht behalten mit den Worten „es wird alles klappen“ – wir ergattern Tickets für einen Bus um 10.30 Uhr, mangelhaftes Frühstück von KFC (fragt nicht) und Kaffee, um den Schlafmangel der letzten beiden Nächte zu kompensieren.

Zu unserem Glück entpuppt sich der Bus nach Lumut als ein Goldschatz. Noch nie zuvor hatten wir einen so sauberen, komfortablen Bus mit Beinfreiheit – USB-Adaptern und kuscheligen Sitzen. Vier Stunden soll die Fahrt in diesem Glücksgriff von Bus dauern, und wir würden auch eine längere Reisezeit akzeptieren. Ob Malaysia uns immer mit solchen Bussen erfreuen wird?

Oleg behält auf Pangkor den Überblick.
Und was essen wir jetzt? Essen zu finden stellt sich als eine große Herausforderung dar. Foto: Lena Pres

Bereits gestern und heute erprobt sich Oleg wieder intensiver vor der Kamera statt nur dahinter. Wir beide finden den Grundgedanken, unsere Abenteuer in Form eines Videotagebuchs (Vlog) festzuhalten, aufzufangen und so authentisch wie möglich mit dir zu teilen, richtig gut.

Es ist nicht auszuschließen, dass ich eifersüchtig auf unseren dritten Passagier werde.

Wir glauben, dass Videos – deutlich mehr als Bilder – zu einer hervorragenden Erinnerung für später werden. Erinnerungen, die wir uns in fünf Jahren anschauen können, um nostalgisch über diese Zeit zu schwärmen. 

Die reale Umsetzung gestaltet sich jedoch manchmal schwieriger als erhofft. Vor der Kamera zu sprechen muss man üben und dann lernen, sich vor der Kamera zu mögen. Mir fällt das leichter als Oleg. So haben wir uns Zeit genommen, damit richtig durchzustarten, und Malaysia als Startpunkt festgelegt. Jetzt gibt es also Oleg, mich und die Kamera. Es ist nicht auszuschließen, dass ich eifersüchtig auf unseren dritten Passagier werde.

Lumut an der Westküste Malaysias.
Lumut, eine Stadt an der Westküste der Malaiischen Halbinsel, begrüßt uns mit einem schönen Sonnenuntergang. Foto: Lena Pres

Wir erreichen Lumut mit einer überraschenden Form von deutscher Pünktlichkeit. Der Grund: Der Busfahrer fuhr überaus rasant und konnte uns genau deswegen nur vier Stunden später an unser Ziel bringen. Unsere Mägen knurren, und wir müssen unbedingt auf Nahrungssuche gehen, bevor wir die Fähre nehmen.

Wir überlegen etwas länger, ob wir uns eine Unterkunft in Lumut suchen und von dort aus nur einen Tagestrip nach Pangkor machen – entscheiden uns aber für die Nacht auf der Insel. In Lumut ist mehr los als erwartet – wir hatten gelesen, dass man dort nichts machen kann, außer aus dem Bus auszusteigen und auf die Fähre zu hüpfen. Doch zuerst – Nahrung! Wir sehen sehr viele kleine Imbissecken, die gut gefüllt sind mit Gästen.

Die Hygiene der Lokale spricht uns jedoch nicht so sehr an, sodass wir ein paar Straßen weiterschauen. Wir werden schließlich fündig in einem Nasi Kandar. Dort bekommen wir indisches Essen à la Buffet für insgesamt 18 Ringgit (circa 3,60 Euro). Man gab uns eine Art indische Milch, die war der Wahnsinn – wie Grießbrei in flüssiger, warmer Konsistenz mit leckeren Gewürzen.

Mit Blick auf den Dschungel direkt neben unserer Unterkunft sichten wir immer wieder Affen.
Laute Nachbarn: Affen hüpfen und kreischen morgens – und leider auch abends – vor unserer Unterkunft herum. Foto: Lena Pres

Die Fähren zwischen Pangkor und Lumut fahren sehr regelmäßig und von morgens bis abends. Im Wartebereich der Fähre treffen wir auf Mr. Seagull. Sein eigentlicher Name ist Mr. Tan, aber das ist doch zu unspektakulär. Mr. Seagull hat eine Unterkunft auf Pangkor und immer eine Broschüre in der Tasche.

Er berichtet uns von seinem Gästehaus und nennt uns die Details, die wir für 60 Ringgit (etwa 12 Euro) pro Nacht erhalten können sollen. Wir behalten seinen Vorschlag im Hinterkopf. Wir hatten vorab keine Reservierung getätigt und wollten uns ein Bild vor Ort machen. Wir stellen schnell fest, dass die Unterkünfte optisch alle etwas in die Jahre bekommen sind, und fragen uns, wo sich die teuren, paradiesischen Resorts verstecken, deren Bilder wir im Internet gesehen hatten.

Die Suche nach einer Unterkunft in Lumut ist schwierig

Letztlich landen wir bei Mr. Seagull und in seinem Seagull Beach Village Resort. Die Lage ist gut, der Preis ist in Ordnung und wir haben nicht den größten Spaß daran, Unterkünfte vor Ort zu suchen (merken wir jedes Mal hinterher). Die Unterkunft ist in Ordnung, wir wohnen direkt neben dem mit einem Zaun versperrten Eingang in den Dschungel, aus dem immer mal wieder ein Affe hüpft. Entsprechend war die Geräuschkulisse in der Nacht. Die Sauberkeit war absolut okay, aber ich habe schon besser geschlafen.

Sonne, Strand und Meer am Coral Beach.
Sonne, Strand und Meer: Am Coral Beach in Pulau auf Pangkor lassen wir für einige Stunden die Seele baumeln. Foto: Lena Pres

Wir beschließen, am nächsten Morgen auszuchecken und am Abend in Lumut nach einer Unterkunft zu suchen. Nun starten wir in den Tag, hungrig nach Frühstück und voller Erwartungen an diese Insel. Wir werden mehr enttäuscht als begeistert. Es ist interessant zu sehen, wie die rund 20.000 Bewohner dieser Insel leben, aber es fällt uns schwer, Orte zu finden, an denen wir gern verweilen.

Es ist noch viel schwerer für uns, Essen zu finden. Die Strände auf der westlichen Seite der Insel sind wirklich sehenswert, und es ergibt Sinn, dass sich dort die meisten Unterkünfte für Reisende befinden. Abends gibt es mehrere Lokale, die Dinner anbieten, aber uns sprach keines an. Uns fiel auf, dass es auf der Insel Pangkor kaum westliche Touristen gibt, während wir da sind – ich kann sie an zwei Händen abzählen. Stattdessen ist die Insel ein Urlaubsparadies für muslimische Familien und Reisegruppen, die tagsüber viele gemeinsame Aktivitäten machen (Wassersport und Co.).

Der Coral Beach, jedermanns Strandtipp

Der Coral Beach, jedermanns Strandtipp, war wirklich hübsch. Schöner Sand, schönes Wasser, angenehme Temperatur. Wir hätten das Wasser niemals verlassen müssen. Doch die Sonne ist sehr stark, und wir müssen versuchen, nicht zu verbrennen. Wir flüchten in ein Café und gönnen uns einen Mittagssnack, fahren zurück zu Mr. Seagull und sitzen mit unserem Gepäck in seiner Lobby.

Was jetzt? Nach fünf bis sechs Stunden Erkundungstour sind wir durch und beschließen, letztlich zurück nach Lumut zu fahren. Da die Auswahl an Abendessen in Pangkor für uns recht begrenzt war, fiel die Entscheidung, sowohl in Lumut zu essen als auch zu schlafen. Eine Stunde später sind wir wieder auf dem Festland und checken in das Galaxy Inn Hotel ein.

Wir versuchen uns am Abend an einem Lokal direkt am Anleger mit Blick auf das Meer und werden leider enttäuscht – so geht es am nächsten Tag doch wieder zum indischen Buffet! Unser nächstes Reiseziel: Ipoh.

Verfolgt unser Reisetagebuch über unseren Trip durch Malaysia nächste Woche weiter! Bis dahin.

Der Coral Beach gehört zu den bekannten Hotspots auf Pangkor.
So schön das Wasser am Coral Beach auch ist: Lange kann Oleg nicht im Wasser bleiben, da die Sonne an diesem Tag einfach zu stark ist. Foto: Lena Pres

 
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