Plastik im Meer: Traurige Karibikbilder | reisereporter.de

Plastikmüll im Meer: Diese Fotos aus der Karibik tun weh

Die Karibik ist für viele ein Sehnsuchtsziel: glasklares blaues Wasser, weiße Strände. Doch aktuelle Bilder zerstören diese paradiesische Vorstellung. Denn das Karibische Meer rund um die Insel Roatán versinkt im Müll.

Müll schwimmt im Karibischen Meer vor der Insel Roatán.
So weit das Auge reicht nur Müll – das sind aktuelle Bilder aus der Karibik.

Foto: Caroline Power

Es sind alarmierende und traurige Bilder, die wehtun: Eine riesige Flut von Plastikmüll – Styropor, Plastikteile wie Gabeln und Trinkflaschen – schwimmt vor der Küste Honduras. So weit das Auge reicht, treibt die braune Brühe auf dem eigentlich glasklaren blauen Wasser.

Die Meeresfotografin Caroline Power filmte den Müll vor der Insel Roatán in der Karibik während eines Tauchausfluges. Das Eiland liegt etwa 65 Kilometer nördlich vor der Küste von Honduras. Auf einer Strecke von etwa drei Kilometern fuhren Power und ihr Team durch ganze Müllinseln. „Das meiste waren kleine Teile von Stryopor und Plastik“, sagt Caroline. 

Der Müll schwimmt dort, wo eigentlich nur Algen sind und Fische sowie Babyschildkröten leben. „Roatán ist nicht allein. Diesem Problem steht jede Insel, jede Küste, jedes Meer, jeder Ozean gegenübert. Wir haben da vergleichsweise noch Glück, da unsere Strände nicht mit Müll bedeckt sind. Die Strömungen haltenihn fast das ganze Jahr über von der Küste fern“, sagt Caroline dem reisereporter.

Woher kommen die riesigen Müllhalden im Meer? In diesem konkreten Fall gelangte ein Teil des Abfalls offenbar über den Fluss Motagua ins Meer. Die Gruppe „Blue Planet Society“ prangert auf Facebook an, dass riesige Müllberge in den Fluss an der Grenze zwischen Guatemala und Honduras abgeladen und dann ins Meer geschwemmt wurden. Die Abfälle stammen wohl aus illegalen Deponien oberhalb des Flusses. 

Die erschreckende Wahrheit ist: Insgesamt treiben mittlerweise zwischen 100 und 142 Millionen Tonnen (!) Müll in den Meeren – auf jedem Quadratkilometer befinden sich etwa 13.000 Plastikmüllpartikel (Zahlen vom Umweltbundesamt).

Meerestiere fressen die Partikel oder verheddern sich darin. Mehr als eine Million Seevögel und etwa 100.000 weitere Meeresbewohner sterben jährlich aufgrund von Abfällen in Ozeanen. 

Der Müll kommt zu 80 Prozent von der Landseite – über Flüsse oder küstennahe Mülldeponien. Auch Urlauber an der Küste tragen eine große Schuld. In der deutschen Ostsee beispielsweise ist ein Großteil des Mülls auf den Tourismus zurückzuführen.

Was du im Urlaub gegen die Müllbelastung der Meere tun kannst:

  • Lass keinen Müll am Strand liegen, sondern wirf Reste vom Urlaubstag in den Mülleimer (das sollte selbstverständlich sein).
  • Trenne auch im Urlaub den Müll (soweit das im Zielland möglich ist).
  • Mach mit bei freiwilligen Säuberungsaktionen an Küsten, Stränden und Flussufern.
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