„Irma“: Tortola, ein Paradies in Nöten | reisereporter.de

Nach Hurrikan „Irma“: Tortola – ein Paradies in Nöten

Tortola ist vom Jahrhundertsturm voll erwischt, doch vom öffentlichen Interesse nur leicht gestreift worden. Wie ist es heute im Paradies, das vor zwei Monaten für viele zur Hölle wurde?

Trümmer im East End auf Tortola nach Hurrikan Irma.
Ein Paradies in Trümmern: Besonders betroffen vom Hurrikan „Irma“ waren die Britischen Jungerninseln.

Foto: imago/Agencia EFE

Rund 16 Flugstunden von Deutschland entfernt, zwischen Atlantik und dem Karibischen Meer, liegen die Britischen Jungferninseln (British Virgin Islands, BVI). Normalerweise ein Paradies für stramme Segler und leidenschaftliche Surfer.

Doch als am 6. September Hurrikan „Irma“ mit 300 Stundenkilometern erbarmungslos über die Inselgruppe hinwegwalzte, die Hauptinsel Tortola in eine trostlose Trümmerwüste verwandelte und aus der üppigen Natur eine öde Mondlandschaft machte – da wurde den liebenswerten Bewohnern Heim und Existenz und der Natur ihre unschuldige Schönheit genommen.

 

Vorher und nachher: Long Bay

Laut einer Lokalzeitung haben erst 20 Prozent der Bewohner von Tortola wieder Strom. Auch die Frischwasserversorgung ist noch nicht wieder vollkommen hergestellt. Sowohl der Flug- als auch der Fährverkehr funktionieren nur eingeschränkt. Und die Kreuzfahrtschiffe der großen Reedereien haben ihre Routen geändert, werden Tortolas Hauptstadt Road Town bis voraussichtlich März 2018 erst gar nicht anlaufen.

 

Vorher und nachher: Saint Michaels Church in der Carrot Bay

Es fehlt an allem. Auch an Baumaterial und Bauarbeitern. Wer einen Hammer hat, der kommt und hilft. Updates, wie sich die Situation auf den Britischen Jungferninseln entwickelt, gibt es mittlerweile auf Websites wie www.bvitraveller.com und www.caribbeantravelupdate.com.

Anteilnahme aus aller Welt: Hier werden Fotos und Videos gepostet, Jobs vergeben, Anfragen gestellt. Wie geht’s dem Nachbarn? Wo ist mein Hausdach? Wie kann ich helfen? Und wann macht die Lieblingsbar wieder auf?

 

Vorher und nachher: Apple Bay

Das Hotel und Restaurant Sugar Mill in der Apple Bay von Tortola plant zum Beispiel, ab Dezember wieder Gäste zu empfangen. Das Surfer-Hotel Sebastian’s wird vielleicht im Februar so weit sein. Man weiß es nicht.

Die weltberühmte Bar Foxy’s auf der kleinen Nachbarinsel Jost Van Dyke trotzt allen Umständen und hat in diesen Tagen notdürftig wieder eröffnet. Die legendäre Strandbar Bomba’s Shack auf Tortola hatte allerdings weniger Glück: Hurrikan „Irma“ pustete die Bretterbude einfach weg. Von ihr steht rein gar nichts mehr. „Ich werde sie wieder aufbauen. Schlicht und echt“, sagt ihr Besitzer und hat noch eine Bitte: „Bringt nur Holz und Nägel mit und helft mir!“

 

Vorher und nachher: Surfer-Hotel Sebastian’s

Es war genau vor zwei Jahren, als ich zum letzten Mal auf Tortola war. Im abgeschiedenen Nordwesten der Insel: in ebenjener Apple Bay. Im Sebastian’s, im Bomba’s Shack… Ursprüngliche Karibikidylle, angenehm verwarzt, wenig glattgebügelt, total fröhlich und berauschend. Ein begnadetes Fleckchen Erde. So wie die Menschen dort auch.

 

Vorher und nachher: Surfer-Bar Bomba’s Shack

Es wird wieder so werden, daran glauben die Bewohner ganz fest. Mittlerweile meldet sich die Natur zurück, werden die verwüsteten Hügel wieder zaghaft grün. „Vergesst uns nicht“, heißt es in diesen Tagen immer wieder. Und: „Kommt zurück!“

Irgendwann bestimmt. Versprochen!

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