Von Paris nach London: Mode in Museen | reisereporter.de

New York, London, Paris, Frankfurt – der Mode wegen

Klingt nach Kaufrausch, Tütenschleppen, teurem Vergnügen – der Mode wegen in die Metropolen reisen. Stopp. Umdenken. Weiterlesen.

Die Jil-Sander-Ausstellung unter dem Motto „Präsens“ findet aktuell in Frankfurt statt.
Kunst-Stück: Design-Ikone Jil Sander ließ sich bei einer Kollektion vom italienischen Künstlers Alighiero Boetti inspirieren. Zu sehen jetzt im Museum Angewandte Kunst in Frankfurt.

Foto: Christina Mänz

Du kannst nämlich auch mal – wenigstens für ein paar Stunden – einen Bogen um Boutiquen machen und Fashion schauen statt shoppen. Mode im Museum. Hier gilt es wirklich: nur gucken, nicht kaufen! Derzeit laufen einige bemerkenswerte Ausstellungen:

Frankfurt: „Jil Sander. Präsens“

Es ist die weltweit erste Einzelausstellung der Designerin Jil Sander aus Hamburg und alles andere als eine Puppenparade. Sander hat in den vergangenen 18 Monaten ihr Archiv mit Material aus fünf Jahrzehnten durchforstet. Das Ergebnis – ein Gesamtkonzept.

Die Hamburger Designerin ist für ihre zeitlose Mode bekannt.
Als wenn’s gerade aus dem Flagship-Store kommt: Jil Sanders Kreationen wirken auch im Museum noch immer modern, zeitlos und schnörkellos schön. Foto: Christina Mänz

Mit Videoinstallationen, Mode- und Produktdesign, Architektur und Gartenkunst auf 3.000 Quadratmetern im Richard-Meier-Bau. Das schreit nach den Worten Ästhetik und Modernität, Präzision und Proportion. Und nach einem weißen Hemd!

Viele Modeliebhaber besuchen täglich die Modeausstellung in Frankfurt.
Das Museum Angewandte Kunst in Frankfurt widmet der Hamburger Designerin Jil Sander und ihren vielen künstlerischen Facetten eine ebenso viel beachtete wie hoch gelobte Einzelausstellung. Foto: Christina Mänz

Museum Angewandte Kunst | Schaumainkai 17, 60594 Frankfurt am Main | Ausstellung „Jil Sander. Präsens“ vom 4. November 2017 bis zum 6. Mai 2018

New York: „Items: Is Fashion Modern?“

Ich wette, dass diese Ausstellung am alltagstauglichsten ist. Gezeigt werden Kleidungsstücke und Accessoires, die im letzten Jahrhundert Einfluss auf unsere Kultur hatten: Von der Baseballcap über die Pilotenbrille bis zum Poloshirt. Das spannende ist der Ausstellungsort: das MoMA. Das Museum of Modern Art hatte sich in den vergangenen 70 Jahren dem Thema Fashion verweigert. Und dann gleich das: Im Design-Store des Museums gibt es eine Limited Edition von einigen Produkten zu kaufen – für die, die nicht nur gucken wollen ;-) !

Museum of Modern Art | 11 W 53rd Street, New York | Ausstellung „Items: Is Fashion Modern?“ bis zum 28. Januar 2018

Anzeige: Die passenden Hotels für deinen Aufenthalt in den Mode-Metropolen findest du hier!

New York: „Louis Vuitton: Volez, Voguez, Voyagez“

Die berühmten Koffer und Taschen machen das, wozu sie einst gemacht wurden: Sie gehen auf Reisen. Die Louis-Vuitton-Wanderausstellung, die zuerst im Jahr 2015 in Paris gezeigt wurde, ist jetzt nach den Stationen Tokio und Seoul in Manhattan gelandet.

Hier wird anhand von Schrankkoffern, Reiseaccessoires (unter anderem das Alligator-Gepäck der Industriellenfamilie Woolworth), Outfits und Roben der Schönen und Berühmten die 160 Jahre alte Firmengeschichte von Louis Vuitton erzählt.


Ehemaliges Gebäude der Börse | 86 Trinity Place, New York, NY 10006 | Ausstellung „Louis Vuitton: Volez, Voguez, Voyagez“ bis zum 7. Januar 2018

London: „Balenciaga: Shaping Fashion“

Beim Rundgang durch diese zugegebenermaßen etwas dunkle Ausstellung (praktisch alle der 100 Exponate sind in Glaskästen – und das bei schummriger Beleuchtung) wird einem aber schon bewusst, wie fabelhaft genial und richtungsweisend Cristóbal Balenciaga bereits in den 40er-Jahren gedacht und gearbeitet hat.

Victoria and Albert Museum | Cromwell Road, Knightsbridge, London SW7 2RL | Ausstellung „Balenciaga: Shaping Fashion“ bis zum 18. Februar 2018

Paris: „Christian Dior: Couturier Du Reve“

Wer sich von langen Schlangen und über 300 Haute-Couture-Roben nicht abschrecken lässt, der muss un-be-dingt in diese Mega-Mode-Ausstellung. Gezeigt wird praktisch fast alles, was man mit dem Haus Dior in Verbindung bringt: Couture-Roben, fantastische Fotografien, Titelseiten, Zeichnungen, Kunst, Entwürfe, Illustrationen, Moodboards, Farbkarten, Stoffproben… einfach alles.

Und zwar nicht nur von Christian Dior selbst, sondern von allen Designern, die jemals für dieses Haus in seiner 70-jährigen Geschichte gearbeitet haben.

Musée des Arts Décoratifs | 107 Rue de Rivoli, 75001 Paris | Ausstellung „Christian Dior: Couturier Du Reve“ bis zum 7. Januar 2018

Paris: Musée Yves Saint Laurent

Da hatte sich der Meister selbst schon zu Lebzeiten Gedanken gemacht, was mit seinem Couture-Haus einmal werden soll: ein permanentes Museum. Und so öffneten sich nach 15 Jahren Anfang Oktober 2017 die Türen der Villa in der Avenue Marceau, in der YSL fast 30 Jahre lang seine Kollektionen kreiert hatte. Ein Traum auf 450 Quadratmetern. Unten die Salons, in denen das Design-Genie seine wichtigsten Kunden empfing. Im Obergeschoss sein Studio.

Die Exponate, die Kollektionsteile, sollen immer wieder ausgetauscht werden. Material ist genug da. Insgesamt umfasst das Archiv mehr als 20.000 Stücke. Derzeit läuft die Eröffnungsausstellung. Das Museum wird zukünftig auf jeder Paris-To-do-Liste stehen.

Musée Yves Saint Laurent | 5 Avenue Marceau, 75116 Paris

Ein Beitrag geteilt von Lucile (@luciledrv) am

Noch ein Tipp: Leider kann man in die meisten dieser Ausstellungen nicht einfach wie ins Kaufhaus reinrennen. Man erspart sich Enttäuschungen und lange Wartezeiten, wenn man Tickets vorbestellt.

Kommentare
Erhalte täglich Reisegeschichten, folge uns auf Facebook:
#Trending
Zur
Startseite