Kabinenchef: Abschied von Air Berlin | reisereporter.de

Letzter Air-Berlin-Kabinenchef: Ein emotionaler Abschied

Kabinenchef Stefan Berg hat auf dem letzten Air-Berlin-Flug von München nach Berlin ein letztes Mal die Gäste bewirtet. Zu diesem emotionalen Anlass hatte sich der Kabinenchef gemeinsam mit seinem Team etwas ganz besonderes überlegt: Es gab einen Tablettservice, mit Cannapés, kleinen Süßspeisen und Sekt.

Stefan Berg
Kabinenchef Stefan Berg stellte sich auf einen emotionalen Abschied ins Ungewisse ein.

Foto: Stefan Berg

Wie die Ära von Air Berlin zu Ende gegangen ist, macht die Belegschaft nicht nur traurig, sondern auch zornig: „Es ist vor allem diese Ungewissheit. Keiner weiß, wie es weitergeht. Niemand sagt der Belegeschaft etwas“, sagt Stefan Berg (48).

Die Stimmung innerhalb der Crew sei hingegen traurig, aber herzlich. „Wer Flieger kennt, weiß, was für ein starker Zusammenhalt unter uns herrscht. Wir sind über Nacht unterwegs, in den verschiedensten Ländern, haben dort gemeinsame Aufenthalte, das schweißt sehr zusammen. Wir sind wie eine Familie“, sagt Berg. Deshalb hatten viele Air-Berlin-Mitarbeiter Tickets für den allerletzten Flug gebucht, um noch einmal gemeinsam Abschied nehmen zu können.

„Sie wollten ein letztes Mal mit all ihren Kollegen fliegen, mit denen sie all die Jahre so eng zusammen gearbeitet haben“, sagt Berg. Aber auch viele Kunden wären in den letzten Tagen zum Abschied noch einmal ziellos mit der Airline hin-und hergeflogen: „Damit wollten sie uns ihre Treue zeigen, das fanden wir sehr schön“, sagt Berg.

Die Crew und Mitarbeiter anderer Fluggesellschaften nahmen nach der Landung des letzten Air-Berlin-Fluges AB6210 noch bei einer gemeinsamen Feier Abschied voneinander und von der Airline nehmen.

Berg ist seit 1992 bei der Airline angestellt und seit 1993 Kabinenchef. Seit zwölf Jahren ist er Dozent für Flugbegleiter und Safey-Trainer. Vor dem letzten Flug hatte er noch keine Kündigung erhalten. Er ging aber davon aus, ab Samstag freigestellt zu sein. „Momentan gibt es für die Besatzung keinen Flugplan, die Flieger stehen ab morgen“, sagt er mit wehmütigem Unterton.

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