Den Anfang nahm die Verhaftungswelle nach einem Konzert der libanesischen Rockband „Mashrou Leila“. Deren Sänger, Hamed Sinno, ist offen schwul und setzt sich für die Rechte der LGBT in arabischen Ländern ein. Bei dem Auftritt hatten Besucher Regenbogenflaggen geschwenkt. Die Band bekam ein Auftrittsverbot auferlegt, mehrere Menschen wurden verhaftet – und wegen „der Verbreitung von Unmoral“ teilweise zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt.

Dabei sollen die Behörden einschlägige Dating-Apps wie „Grindr“ eingesetzt haben, um die Personen ausfindig zu machen. Laut des Auswärtigen Amtes sollen diese Apps noch immer eingesetzt werden.

Die Behörde warnt, dass nicht ausgeschlossen werden könne, dass auch ausländische Touristen Opfer dieses Vorgehens werden. Verhaftungen und anschließende Abschiebungen von Ausländern hat es bereits gegeben, eine strafrechtliche Verfolgung bisher nicht.

Zum Hintergrund: In Ägypten gibt es kein Gesetz, das Homosexualität direkt verbietet. Allerdings können Tatbestände zum Schutz der Moral und der Religion von den Behörden entsprechend ausgelegt werden.