Laos: Lena & Oleg auf Weltreise | reisereporter.de

Lena & Oleg auf Weltreise: Rollin’ in Laos

Lena (25) und Oleg (27) aus Hannover haben es getan: Sie haben ein One-Way-Ticket in die Freiheit gekauft und gehen auf Weltreise. Gerade sind sie in Laos. Und beim reisereporter lassen sie euch am Abenteuer ihres Lebens teilhaben.

Lena und Oleg auf einer Terrasse am Mekong in Laos.
Lesen, Liebe, Laos: Lena und Oleg ganz gechillt am Mekong.

Foto: Lena Pres

Heute schreibe ich euch von einem Balkon aus. Ein Balkon, der etwas außerhalb vom Stadtkern Luang Prabangs liegt. Zwei Stühle und ein Tisch aus Holz, das war’s. Es ist unsere zweite Unterkunft in Luang Prabang und unsere vierte Unterkunft in unserem aktuellen Reiseland: Laos. 

Laos erinnert uns ein wenig an Kambodscha, weil es touristisch noch nicht so stark frequentiert ist wie Thailand oder Vietnam. Sobald man mit dem Roller zwei bis drei Kilometer aus dem Stadtkern rausfährt, wird es dreckiger und viel realer.

Terrasse mit Sitzsäcken und Liegen am Mekong in Luang Prabang, Laos
Hippie-Feeling am Mekong: Hier planen Lena und Oleg, wie ihre Weltreise weitergeht. Foto: Lena Pres

In Luang Prabang ist das touristische Zentrum durchaus ein Kontrast zu dem, was sich außerhalb abspielt. Es ist wie ein hübsch gemachter, geputzter Stadtteil, den man zur Repräsentation und für uns Touristen hergerichtet hat. Abends fahren dann alle Locals, die kein Gästehaus im Zentrum besitzen, wieder aus der Stadt heraus.

Restaurant in Luang Prabang, Laos.
Der Stadtkern von Luang Prabang ist touristenfreundlich herausgeputzt. Foto: Lena Pres

Das Lieblingsfahrzeug ist hier immer noch der Roller. Glücklicherweise war Vietnam das einzige Land, dass sich so in die Hupe verliebt hatte. In Thailand und auch in Laos geht es um einiges ruhiger zu. Dafür fährt in Laos gefühlt wirklich JEDER Roller und das erschreckt uns.

Erinnert ihr euch, wie ihr mit euren Freunden zusammen zu zweit auf dem Rad durch die Dörfer geradelt seid? Man konnte sich dabei wunderbar unterhalten oder Musik hören, ab und zu hatten wir noch eine Freundin auf dem Gepäckträger. Ersetzt in dieser Vorstellung das Fahrrad durch einen Roller und ihr seht, was wir in Laos sehen.

Schulkinder fahren Roller in Luang Prabang, Laos.
Ohne Helm und Führerschein? In Laos kein Grund, nicht auf den Roller zu steigen. Foto: Lena Pres

Jedes Kind, das stark genug ist, das Gewicht des Rollers unter Kontrolle zu bekommen, fährt. Und in 95 Prozent der Fälle fährt dieses Kind ohne Helm. Wir haben uns daran gewöhnt, ganze Familien auf dem Roller fahren zu sehen, aber das war neu.

Gestern Abend erlebten wir einen Unfall, bei dem ein Kind allein vom Roller gestürzt ist. Wir hörten nur den Aufprall von Plastik und folgend ein unheimliches Weinen und Schreien des Kindes. Es fällt mir schwer dieses Geräusch aus meinem Kopf zu bekommen. Es war schrecklich. 

Ich konnte aus meinem Blickwinkel nur für zehn Sekunden und aus weiter Ferne den Kopf des Jungen auf dem Boden sehen und traute mich nicht näher heran zu treten. Innerhalb von Minuten waren viele Menschen versammelt und erstaunlicherweise waren es Touristen, die sich zuerst um das Kind kümmerten und versuchten einen Krankenwagen zu rufen.

Viele Einheimische kamen aus den Geschäften und Straßen gelaufen, hielten mit dem Roller oder Auto auf der Straße an um ihre Neugierde zu stillen. Nach fünf Minuten half ihm ein Mann auf und die beiden humpelten in eine Seitenstraße. Eine halbe Stunde später sah man nur noch die Bremsspuren auf der Straße.

Zwei Mädchen in Schuluniform fahren Motorroller auf einer Straße in Laos.
Egal wie alt und wie viele: In Laos fährt jeder Roller. Foto: Lena Pres

Ich hoffe und vermute, dass dem Jungen nichts ernsthaft Schlimmes passiert ist, da er mit Hilfe aufstehen konnte. Der Schock war jedoch riesig. In Deutschland trage ich auch keinen Helm beim Rad fahren. Aber auf einem Motorroller? 

Laos ist ein Land, vor dem wir ein wenig Respekt hatten. Unsere Recherche, vor allem bezüglich der Sicherheit im Land, hinterließ ein mulmiges Gefühl und wir beiden hatten einen „Wir können Laos auch auslassen“-Moment. Die Worte Schusswaffen und Überfälle aus den Sicherheitshinweisen des Auswärtigen Amtes sorgten dafür.

Roller parken vor einem Restaurant in Luang Prabang, Laos.
Trotz anfänglicher Zweifel gefallen Roller-Fan Lena Laos und Luang Prabang ziemlich gut. Foto: Lena Pres

Wir müssen uns in diesen Momenten daran erinnern, dass auf dieser Welt jeder so sicher ist, wie er sich fühlt. In Zeiten des Terrorismus fühlte ich mich bereits in Hannover oder Berlin unsicher. Auch die Sicherheitshinweise über Kambodscha waren nicht berauschend, trotzdem hatten wir eine tolle Zeit und würden gerne noch einmal in das Land reisen um mehr zu entdecken.

Und so blieben wir bei der geplanten Reiseroute und sind nun seit einer Woche in Laos. Was soll ich Euch sagen? Wir fühlen uns sehr wohl.

Blick auf den Mekong in Laos.
Zauberhafter Mekong: Laos steht für Lena und Oleg für Easy-Going und Genießen. Foto: Lena Pres
Und Luang Prabang? Die Stadt erinnert mich ein wenig an meine Lieblingsstadt in Vietnam – Hoi An. Die Straßen sind klein, die Stadt ist überschaubar. Es gibt viele Laternen, hübsche Häuser und die Möglichkeit, alles mit dem Fahrrad zu erkunden. Ganz mein Geschmack! Ich bevorzuge Städte klein und alt, nicht neu und riesig – zumindest als Reiseziel.  

In unserem Gästehaus gibt es jedes Mal, wenn wir von einem Ausflug zurückkehren, einen eisgekühlten Fruchtsaft. Das Frühstück ist grandios und das Zimmer geräumig. Unsere Unterkunft hat ihren Test mit Bravur bestanden. Wir haben uns einen Rhythmus angeeignet, bei dem wir gegen späten Nachmittag/frühen Abend langsam Richtung Stadtkern schlendern und uns schon auf dem Weg überlegen, welche Köstlichkeit heute unser Dinner werden könnte.

Buffet mit gegrillten Spießen in Laos.
Street Food Deluxe: Riesige Auswahl am Straßenbuffet in Laos. Foto: Lena Pres

Wie bisher in allen besuchten Städten gibt es auch in Luang Prabang einen Nachtmarkt. Und wisst ihr was? Wir lieben Nachtmärkte. Wenn ich mich in Deutschland mit schlechtem Gewissen daran erinnerte, mal wieder auf den Flohmarkt zu gehen, sind wir hier jeden Abend auf einem. Nur, dass dieser Markt nicht nur Kleidung, Accessoires & Co. anbietet, sondern auch lokales Streetfood vom Feinsten. Es gibt keine bessere Möglichkeit, sich durch die Spezialitäten der Stadt zu testen und für wenig Geld wirklich gut zu speisen. 

Der Nachtmarkt in Luang Prabang hat eine verhältnismäßig kleine Auswahl an unterschiedlichen Speisen, aber ich bin mir sicher, dass dies nur unser Eindruck ist, weil wir aus Pai (Thailand) verwöhnt sind. Es gibt viel Fisch und Fleisch vom Grill, Nudelsuppen und Pad Thai, belegte Baguettes, Obst und Shakes sowie viel Kuchen.

Luang Prabang Buffet Welcome in Laos.
Buffet für 1,50 Euro – der Preis begeistert Lena, die Qualität (kalt und fettig) eher nicht. Foto: Lena Pres

Scharfer Papayasalat mit Limette und Nüssen gilt auch hier als Spezialität sowie ein Gericht namens Laab (auch: Larb, Laap). Es handelt sich um einen Salat aus Fleisch, Käutern und Gemüse.

Dass Laos ehemals eine französische Kolonie war, merkt man vor allem an den vielen Bäckereien überall in der Stadt. Auf dem Nachtmarkt gibt es eine zusätzliche Besonderheit: Das Luang Prabang Buffet. Ein All-you-can-eat-Buffet, bei dem man für 1,50 Euro eine blaue Plastikschüssel zum selbst Befüllen bekommt. Leider war das Buffet für mich geschmacklich nicht sonderlich überzeugend (fettig und kalt) und ich fand die Hygiene mangelhaft. Für den Preis kann man aber kaum meckern!

In Laos wirkt alles doppelt so teuer wie in Thailand. Vielleicht liegt dieser Umstand aber auch an der Stadt und nicht direkt an dem Land – wir werden es für Euch herausfinden!

Der Nachtmarkt ist mit Reisenden aus aller Welt gut besucht, aber trotzdem nicht zu überfüllt. Thailand hat uns jedoch noch in einer weiteren Hinsicht verwöhnt - dem Preisniveau. Dort war Wohnen, Essen und Transport wirklich günstig für uns. Seit Beginn unserer Reise geben wir im Durchschnitt meist ca. 25 Euro pro Tag aus (Unterkunft und Essen). In Thailand war dies leicht zu halten und wir hatten Spielraum für viele Köstlichkeiten auf dem Nachtmarkt.

In Laos wirkt alles doppelt so teuer: Unterkunft 16 Euro, Smoothie 1 Euro, Kugel Eis 1,20 Euro, belegtes Baguette 2 Euro, Roller 12 Euro, Busfahrt 18 Euro. Das bringt uns dazu, mehr auf unser Tagesbudget zu achten. Vielleicht liegt dieser Umstand an der Stadt und nicht direkt an dem Land – wir werden es für Euch herausfinden!

Lena und Oleg in der Hippie-Bar Utopia in Luang Prabang, Laos.
Please don’t rush – das Motto der Hippie-Bar Utopia am Mekong nehmen Lena und Oleg sich gerne zu Herzen. Foto: Lena Pres

Ich bin begeistert und wahrscheinlich wirkt dieser Effekt stärker aufgrund vorheriger Bedenken. Zu diesem Zeitpunkt fühlen wir uns jedoch sicher und wohl. Jetzt habe ich sogar das Gefühl, als hätten wir zu wenig Zeit um genug spannende Dinge zu erkunden und dabei der Entspanntheit des Landes gerecht zu werden. Eine hübsche Hippie-Bar namens Utopia eröffnete uns das Motto dieses Landes: „Laos PDR - Please don't rush“.

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