Thailand: 12 Schätze für ein Königreich

Sonne, Sand, Meer und Sex on the Beach (der Cocktail natürlich) – dies ist das Klischee eines Thailand-Urlaubs. Aber das Land besteht nicht nur aus Phuket, Koh Samui und Bangkok. Wir zeigen dir 12 Reiseziele, die noch (fast) unentdeckt sind.

Mit dem Boot auf das offene Meer hinaus fahren. Ein fabelhafter Anblick.
Mit dem Boot auf das offene Meer hinaus fahren. Ein fabelhafter Anblick.

Foto: imago stock&people

1. Lampang: Wo die Zeit stillsteht

Es ist ja nicht so, dass sich die Pferdefuhrwerke für Touristen in Lampang nicht vom Fleck bewegen. Und doch hat der Besucher schnell das Gefühl, die Zeit stehe still. Lampang, etwa 100 Kilometer südlich von Chiang Mai im Norden Thailands gelegen, wehrt sich mit Erfolg gegen die Hektik der Moderne. Kultur, Geschichte und Architektur des einstigen Lanna-Reiches locken Besucher an diesen Ort, vorweg der atemberaubende Tempel "Phra That Lampang Luang". 

 

2. Phetchabun: Natur, Natur, Natur

Nebelverhangene Berge, Nationalparks, Wasserfälle, Seen locken vor allem Naturliebhaber in die Provinz Phetchabun. Vogelfreunde bevorzugen den jungfräulichen Dschungel und die duftenden Pinienwälder des Nam-Nao-Nationalparks, Heimat von unzählig Tier- und Pflanzenarten. 

. . メモリの深さで。 09012016 #ScienceCamp #NamnaoNationalPark #PKS114

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3. Nan: Die romantischste Provinz Thailands

Stadt, Provinz, Fluss: Alles Nan. Das Städtchen: 23.000 Einwohner stark, verschlafen, zauberhaft, in manchen Gassen ein Relikt des alten Thailands. Besonders beliebt bei den bislang eher wenigen ausländischen Besuchern: Der Wat Phumin, so konstruiert, als säße der Tempel auf dem Rücken zweier riesiger Schlangen.

Die Provinz Nan an der Grenze zu Laos ist Heimat vieler Bergvölker (Tai Yuan, Tai Lü, Phuan, Tai Khün, Shan, Hmong); ihre Dörfer sind natürliche Schaufenster traditioneller Sitten und Gebräuche. Schon jetzt kommen knapp zwei Millionen Touristen in die Provinz Nan, die Thais überwiegen. Viel mehr Besucher, egal welcher Herkunft, sollen es gar nicht werden, sagen die Einheimischen. Denn ihnen sind Sauberkeit, Sicherheit und Schutz der Natur wichtiger als Wachstum um jeden Preis.   

 

#WatPhumin

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4. Buriram: Alte Steine und schnelle Maschinen

In Buriram stößt der erstaunte Reisende auf Tempel, die sich hinter der Angkor-Architektur im kambodschanischen Siem Reap nicht verstecken müssen. Das ist kein Zufall, denn zum Reich der Khmer gehörte vor 800 Jahren auch ein Teil des thailändischen Nordostens, der heute größten Provinz namens Isan.

Auf historisch gewachsene Kultur allein aber wollten sich die Stadtväter von Buriram nicht verlassen. Es galt, dem Alten einen Schuss Moderne hinzuzufügen. Das Wie überraschte: Wie keine andere Stadt in Thailand setzt Buriram auf Sport. Buriram United spielt im modernen I-Mobile-Stadion, auch Thunder Castle genannt. Fünf Mal wurde der Klub inzwischen thailändischer Meister und quaifizierte sich damit für Asiens Champions League.
 
Dank Nok Air und Thai AirAsia ist Buriram nun von Bangkok aus auch auf dem Luftweg zu erreichen, was den Tourismus im Sinne des Wortes massiv beflügelte. 

I-Mobile Stadium สวยจัง...... #BWTrip ????

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5. Loei: Alles Natur

Da im Nordosten Thailands oft trockene Hitze regiert, überrascht in der Region Loei der Anblick zahlreicher Berge in frischem Grün. Ideales Gelände für Bergwanderungen. Hier herrscht für Europäer das angenehmste Klima des ganzen Landes. Aber eines mit Tücken. Der große Mekong bildet die Grenze zu Laos. Ökotourismus und Outdoor-Aktiviäten steigern die Besucherzahlen Loeis langsam, aber stetig. Besonders beliebt sind Wildwasserfahrten auf Bambusflößen oder auch in Gummibooten.

In der Stadt zieht es frisch verliebte Paare in den Phra That Si Song Rak Tempel, wo sie um ewige Liebe bitten. Der Wunsch wird nicht immer erfüllt, und so müssen sich die frisch Getrennten neu orientieren: in der kleinen Partyzone in der Ruam Pattana Straße. 

 

6. Samut Songkhram: Mit dem Zug zum Markt

Eine der kleinsten Provinzen Thailands wird immer populärer und das liegt auch an der Nähe zur Hauptstadt. Eine gute Fahrstunde benötigt der Reisende von Bangkok aus für die 70 KIlometer nach Samut Songkhram, das einst Maeklong hieß. Nur mit dem Zug dauert es etwas länger, zumal ein Zwischenstück mit der Fähre absolviert werden muss. Doch exakt diese Anreise garantiert die beste und gelassenste Art, ein Stück provinzielles Thailand vom Fensterplatz aus kennenzulernen.

Der schwimmende Markt im Bezirk Amphawa, noch immer überwiegend von Einheimischen genutzt, registrierte vor einigen Jahren stetig steigende Besucherzahlen. Junge Touristen posteten ihre Bilder in den sozialen Medien, was wiederum Besucher aller Altersgruppennach Samut Songkhram lotste. Keiner widersteht den Düften, die von hölzernen Booten übers Wasser wabern und in die Nasen steigen.
 
Die frischen Meeresfrüchte, etwa riesige Garnelen und andere Schalentiere sowie Tintenfisch, können gar nicht so schnell gegrillt werden, wie die Besucher bestellen. Reisende sollten unbedingt am schwimmenden Markt einen Burger probieren, aber nicht mit Rindfleisch, sondern mit Makrelen.   

 

7. Ratchaburi: Die Provinz der Kanäle

Das besondere Kennzeichen von Ratchaburi sind zahlreiche Flüsse und zahllose kleine Kanäle, die durch die Provinz fließen. 80 Kilometer entfernt ist Bangkok. Die Stadt Ratchaburi (50.000 Einwohner) ist im Königreich berühmt für Kunst sowie Handwerk und eben Kunsthandwerk.
 
Keramik-Künstler Wasinburee Supanichvoraparch hat acht Jahre darauf verwandt, ein 100 Jahre altes Holzhaus in die erste Galerie Ratchaburis für zeitgenössiche Kunst zu transformieren: D Kunst (323 Woradej Rd., nahe dem Nationalmuseum). Das Haus dient zudem Künstlern als Unterkunft, die Ratchaburis Szene mit eigenen Werken bereichern wollen.
 
Noch verbinden die meisten Touristen Ratchaburi mit dem schwimmenden Markt Damnoen Saduak, einem der größten dieser Art im ganzen Land. Dank der Vielfalt seiner schillernden Produkte ist Damnoen Saduak ein höchst populäres Ausflugsziel sowohl für die in Bangkok lebenden Thais als auch die Besucher der Hauptstadt. 

8. Trat: Die Provinz der Inseln

Trat? Nie gehört. So wird es den meisten Reisenden gehen, die einen Trip nach Thailand planen. Koh Chang im Golf von Thailand? Schon eher. Die zweitgrößte Insel des Landes ist nicht so belebt wie Phuket oder Koh Samui, aber längst kein Geheimtipp mehr. Von Bangkok nicht allzu weit entfernt und zu erreichen per Bus, Minivan, Taxi oder auch durch die Luft mit dem Monopolisten Bangkok Airways.

Die letzte Etappe mit der Fähre dauert knapp eine halbe Stunde. Auf Koh Chang kannst du jederzeit ein ruhiges Plätzchen finden oder aber, am White Sand Beach, eine lebendige Szene. Zusammen mit der "Elefanteninsel" (Chang bedeutet Elefant) formen maritime Kleinode den Mu Koh Chang National Marine Park: Koh Kood, Koh Mak, Koh Kradad und viele kleinere Perlen im Golf. Faulenzen im weißen Sand ist allüberall die natürliche Lebensform, aktivere Zeitgenossen schwimmen im Meer, schnorcheln, tauchen oder segeln.

Ein absoluter Insider-Tipp ist das "Buddha View" am Bang Bao Pier. Die Gäste können hier beim Essen die Beine im Wasser baumeln lassen. Wenn sie lang genug sind. 

 

9. Chantaburi: Edelsteine oder Obst?

Jeder Topf braucht einen Deckel, jede Stadt ein Markenzeichen. Chantaburi im Osten Thailands, nahe der kambodschanischen Grenze, will sich mit einem Label nicht begnügen. So hat der Besucher die Wahl zwischen "Zentrum der Edelsteine" und "Thailands Obstschale".

Besonders begehrt bei den Edelsteinen sind Rubine und Saphire, beim Obst ist es die Durian-Frucht. Auch Zibet- oder Stinkfrucht genannt. Und tatsächlich ist es das Stinktier unter den Pflanzen. Weswegen sie in Flugzeugen und anderen geschlossenen Räumen verboten ist. Allerdings schmeckt sie besser, als sie riecht. Wer also einen Durian-Stand sucht: Immer der Nase nach.

Je nach Jahreszeit gibt es in Chantaburi auch Mangosteen, Rambutan, Longan, Rakam, Sala und auch Langsat Chamkho. Wir haben manche wir dieser exotischen Kostbarkeiten mit erwartungsfrohen Gaumenknospen probiert, was deutlich leichter fiel als die Übersetzung der Namen ins Deutsche.

Chantaburi mit seinen beschaulichen Altstadtgassen will noch entdeckt werden. Das gilt auch für die Strände außerhalb der Stadt, die bisher fast nur von Thais bevölkert werden.   

 

10. Trang: Kristallklares Wasser und Dugongs

Stadt und Provinz Trang wurden bisher von den großen Touristenströmen links oder rechts liegen gelassen. Nicht aber von den Dugongs. Das kristallklare Wasser der etwa 40 Inseln im Trang-Archipel ist eines der letzten Refugien der Gabelschwanzseekuh.

Offenbar finden die sanften Riesen hier noch etwas Privatsphäre vor. Die populären Eilande Koh Lanta, Phi Phi und vor allem das große Puhket liegen nicht allzu weit entfernt. Nur Kenner Thailands zieht es bisher auf die kleinen Insel-Perlen Koh Libong, Koh Mook/Muk, Koh Kradan oder Koh Ngai.  

เกาะกระดาน #goprohero5 #kohkradan #trangthailand #goprothailand

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11. Chumphon: Mehr als nur Zwischenstation

Chumphon (60.000 Einwohner) ist bisher vor allem Sprungbrett zu den populären Inseln Koh Tao, Koh Phangan und Koh Samui. Doch Eingeweihte finden nahe der Stadt einen der besten Tauchspots des Königreichs, auch Walhaie werden hier gesichtet. Entlang der 222 Kilometer Küstenlinie der Provinz Chumphon finden Sie knallweißen Sand an traumhaften Stränden, kristallklares Wasser und pittoreske Kokosplamen-Haine.

Aufgepasst: August, September und Oktober sind nicht die ideale Reisezeit für Chumphon. Denn in dieser Zeit wird die Stadt von Orkanen heimgesucht. Kleiner Geheimtipp: Wer hautnah und entspannt das Leben in einem thailändischen Fischdorf kennenlernen möchte, der sollte einen Kilometer vom Festland auf die Insel Phithak. 

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12. Nakhon Si Thammarat: Geheimtipp mit Delfinen

Die Einheimischen nennen die Provinz und die gleichnamige Hauptstadt Nakhon Si, das macht das Leben für Ausländer schon mal etwas leichter. Es klingt seltsam, wenn die zweitgrößte Provinz des Landes als Geheimtipp bezeichnet wird. Wir nähern uns dem Geheimnis im Ausschlussverfahren: Was gibt es alles nicht in Nakhon Si?
 
Ausschweifendes Nachtleben, riesige Einkaufszentren und eine ausgeprägte touristische Infrastruktur. Dafür gibt es reichlich Thailand. Große Geschichte, grüne Urwälder, generell üppige Vegetation, Höhlen, Wasserfälle und herrliche Strände. Und einen Flughafen, was die Anreise aus dem 780 Kilometer entfernten Bangkok erleichtert.
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Der Autor
Bernd Linnhoff, Sportjournalist im nervösen Ruhestand, träumte schon als Kind davon, einmal an den Ufern des Mekong zu sitzen. Heute lebt er in Thailand, reist herum in Südostasien ... mehr
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