Wie Air Berlin mitteilte, wird die Lufthansa die Air-Berlin-Töchter LG Walter sowie die österreichische Airline Niki sowie 20 weitere Flugzeuge übernehmen. Der Verkauf wurde am 12. Oktober notariell beglaubigt, die europäische Wettbewerbsbehörde in Brüssel muss noch zustimmen. Mit Easyjet laufen die Verhandlungen weiter.

Was bedeutet der Kauf für Air-Berlin-Kunden?

Air Berlin wird ab Ende Oktober nicht mehr unter eigener Flugnummer fliegen. „Ein eigenwirtschaftlicher Flugverkehr (also Flugverkehr unter dem IATA-Airline-Code AB) im eröffneten Insolvenzverfahren ist nach gegenwärtigem Erkenntnisstand spätestens ab dem 28. Oktober nicht mehr möglich“, teilte das Unternehmen am Montag, 9. Oktober, in einem Mitarbeiterbrief mit.

Alle Tickets mit der Kennung „AB“ vor der Flugnummer ab November verfallen, heißt es von Air Berlin. Sie sind bei den Käufern nicht gültig, heißt es von Air Berlin. Flüge der nicht insolventen Töchter Niki und LG Walter sollen fortgeführt werden. Lufthansa-Chef Carsten Spohr  kündigte an, dass im ausland gestrandeten Passagieren von Air Berlin eine Heimreise „zu einem fairen Preis“ angeboten werde, sofern die Kapazitäten dafür ausreichten. Das berichtet das „Redaktionsnetzwerk Deutschland“. 

Werden die Preise für Air-Berlin-Tickets erstattet?

Für von der Flugeinstellung betroffene Passagiere gilt: Wer nach dem 15. August gebucht hat, erhält eine Erstattung des Flugpreises, wenn sein Flug nicht mehr durchgeführt wird. Das teilte eine Air-Berlin-Sprecherin mit.

Passagiere, die vor dem 15. August 2017 gebucht haben, sehen ihr Geld wohl nicht wieder. Betroffen sind davon offenbar 90.000 Kurzstrecken-Tickets. Für Pauschalreisende sieht es besser aus. Mehr Infos für Air-Berlin-Kunden zu Flügen und dem Meilenprogramm gibt es in unserem Artikel „Air Berlin stellt Flugbetrieb ein: Was ist mit den Tickets?“.

Steigen durch den Air-Berlin-Verkauf die Ticketpreise?

Angeblich nicht. Lufthansa-Chef Spohr sagte, dass das Aus von Air Berlin die Ticketpreise nicht nach oben treiben würde. Der Wettbewerb in Europa und weltweit werde sich verschärfen – er rechne daher eher mit sinkenden Ticketpreisen.

Das Internetportal „vergleich.org“ ist anderer Meinung. Eine Auswertung hat ergeben, dass Tickets für Strecken, auf denen eine Airline das Monopol hat, gut neun Prozent teurer sind als auf Strecken, die mehrere Airlines bedienen. „Die Preise werden durch die Air-Berlin-Insolvenz mit Sicherheit steigen”, sagt Clemens Polywka, Leiter der Auswertung. Mit Air Berlin fällt auf einigen Strecken der einzige Wettbewerber weg.