Air Berlin: Tickets ab November verfallen | reisereporter.de

Air Berlin stellt Flugbetrieb ein: Was ist mit den Tickets?

Ende Oktober ist Schluss: Air Berlin stellt den eigenen Flugverkehr komplett ein. Am 27. Oktober geht der letzte Flug. Was Passagiere jetzt wissen müssen und was mit den Tickets passiert.

Ein Bild, das ab dem 28. Oktober Realität sein wird: ein verlassener Air Berlin-Schalter.
Ein Bild, das ab dem 28. Oktober voraussichtlich Realität sein wird: ein verlassener Air Berlin-Schalter. (Symbolfoto)

Foto: imago/Waldmüller

Update, 1. November, 2017 Uhr; Das Insolvenzverfahren von Air Berlin ist am 1. November vom Amtsgericht Charlottenburg eröffnet worden, dem Antrag von Air Berlin auf Eigenverwaltung wurde stattgegeben. Lufthansa kauft große Teile von Air Berlin. Am Donnerstag, 12. Oktober, wurde der Kaufvertrag unterschrieben. Weitere 25 Maschinen übernimmt easyJet.

Die Fluggesellschaft Air Berlin hat am 15. August 2017 einen Insolvenzantrag gestellt. Aus eigenen Mitteln konnte Air Berlin den Flugbetrieb nur noch bis Ende Oktober aufrechterhalten. „Ein eigenwirtschaftlicher Flugverkehr (also Flugverkehr unter dem IATA-Airline-Code AB) im eröffneten Insolvenzverfahren ist nach gegenwärtigem Erkenntnisstand spätestens ab dem 28. Oktober nicht mehr möglich“, teilte das Unternehmen am 9. Oktober in einem Brief an die Mitarbeiter mit, der dem reisereporter vorliegt.

Der letzte Air-Berlin-Flug mit der Flugnummer AB6210 ging am 27. November. Das Langstreckenangebot stellte Air Berlin bereits zum 15. Oktober vollständig ein. Der Pilot verabschiedete sich mit einem spektakulären Flugmanöver.

Was passiert mit den Air-Berlin-Tickets?

Nun ist Air Berlin Geschichte. Schlechte Nachrichten für Kunden: Die Air-Berlin-Tickets mit der Kennung „AB“ vor der Flugnummer ab November verfallen. 200.000 Kunden sind betroffen – 100.000 Tickets für die Kurzstrecke sowie 100.000 Tickets für die Langstrecke, die ab dem 15. Oktober eingestellt wurde, sind verfallen.

Bei den Nachfolgern seien sie nicht gültig, heißt es von Air Berlin. Für von der Flugeinstellung betroffene Passagiere gilt: Wer nach dem 15. August gebucht hat, erhält eine Erstattung des Flugpreises, wenn sein Flug nicht mehr durchgeführt wird, teilte die Sprecherin mit. 

Passagiere, die vor dem 15. August 2017 gebucht haben, haben vermutlich Pech. Das Geld sehen sie wohl nicht wieder, es fließt in die Insolvenzmasse ein. Entschädigungsforderungen können nach Eröffnung des Insolvenzverfahrens zur Insolvenztabelle angemeldet werden. Hiervon betroffen sind offenbar 90.000 der 100.000 Kurzstrecken-Tickets.

Besser sieht es bei Pauschalreisen aus, denn hier haben die Urlauber den Vertrag nicht mit der Airline, sondern mit dem Reiseveranstalter abgeschlossen. Und dieser muss dafür sorgen, dass der Reisende ankommt und auch wieder zurück. Dafür bucht er zum Beispiel einen Flug bei einer anderen Fluggesellschaft.

Bekommen Passagiere Entschädigungszahlungen?

Ob Passagiere Anspruch auf Entschädigungszahlungen haben, kommt im Normalfall darauf an, wie lange im Voraus die Fluggesellschaft ankündigt, dass der Flug ausfällt. Wenn das mehr als 14 Tage vor Abflug geschieht, muss sie keine Entschädigung zahlen.

Da es bei der Verkündung noch mehr als zwei Wochen bis zum 28. Oktober waren, fällt die Entschädigung für Betroffene also weg.

Was passiert mit meinen gesammelten Meilen?

Bei Air Berlin können Vielflieger keine Bonusmeilen mehr sammeln. Auch alte Meilen lassen sich nicht mehr für Flüge bei der Airline einlösen. Das „topbonus“-Programm läuft seit dem 20. September aber weiter, die Airline Etihad Airways hat das Meilensammeln wieder aufgenommen. Im „topbonus Pop-up Shop“ können die Meilen in Gutscheine und andere Prämien (plus Barzuzahlung) eingetauscht werden, allerdings erst ab einem Wert von 10.000 Meilen.

Air Berlin verhandelt noch bis Donnerstag, 12. Oktober, mit der Lufthansa-Gruppe und easyJet exklusiv über den Kauf von Teilen der Fluggesellschaft. Nach Abschluss der Kaufverträge müsse Air Berlin „die eigene Geschäftstätigkeit Zug um Zug beenden“.

Was die Insolvenz für Mitarbeiter bedeutet

In dem Brief von CEO Thomas Winkelmann und dem Generealbevollmächtigten Frank Kebekus an die mehr als 8.000 Beschäftigten steht zwar, dass die voraussichtlichen Käufer von Teilen der Airline „in erheblichem Maße neue Mitarbeiter“ einstellen wollen. Aber es heißt auch: „Nicht jeder airberliner wird jedoch bei den Käufern eine neue Anstellung finden.“

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