Die Zahl der Fälle von Beulen- und Lungenpest in Madagaskar steigt seit August 2017 an. Eigentlich treten die Fälle eher in ländlichen Gebieten auf. In diesem Jahr jedoch sind auch Städte wie Antananarivo und Toamasina betroffen. Auch dort sind Fälle der hoch ansteckenden Lungenpest aufgetreten.

Die Pest könnte sich nach Angaben der WHO auch auf andere Länder in der Region ausbreiten. Denkbar wäre, dass sich Touristen, die sich anstecken und nicht sofort behandeln lassen, die Krankheit zum Beispiel nach Europa einschleppen.

Die Pest ist eine ansteckende bakterielle Infektionskrankheit, Bakterien vergiften dabei das Blut. Es kommt zu Leber- und Nierenversagen, meist verläuft die Krankheit tödlich.

Ist eine Reise nach Madagaskar noch sicher?

Das Auswärtige Amt gibt aktuell Entwarnung für Urlauber: „Für Reisende besteht keine direkte Gefährdung, sofern Grundregeln der Prävention eingehalten werden“, heißt es auf der Webseite (Stand: 5. Oktober 2017).

Bei einer Reise nach Madagaskar sollten Urlauber Menschenansammlungen meiden und außerdem Abstand zu Straßenhunden, Katzen und Ratten halten. Denn sie könnten Flöhe haben, welche die Krankheit übertragen. Weitere Infos gibt das Amt in einem Merkblatt für Beschäftigte und Reisende

Das Risiko, sich mit der Pest zu infizieren, steigt mit Beginn der Regenzeit (Oktober bis März). Dann halten sich Ratten in der Nähe von Menschen auf, die unter einfachsten Bedingungen leben. An diesen Orten sollten Touristen besonders aufmerksam sein.

Gibt es eine Impfung gegen die Pest?

Nein, derzeit ist weltweit kein Impfstoff zugelassen. Der wichtigste Schutz sei die Kontaktvermeidung mit dem Erreger, so das Auswärtige Amt. Erste Anzeichen für eine Ansteckung sind Schüttelfrost, Kopfschmerzen, Schwindel und Fieber. Wenn diese Symptome auftreten, sollte unmittelbar ein Arzt aufgesucht werden.

Weitere Länder, in denen die Pest nach Angaben der WHO vorkommt, sind die Demokratische Republik Kongo und Peru