Mit Mitte 30 und Mitte 40 stehen wir voll im Leben. Wir haben eine wunderschöne Wohnung in der Nähe des Maschsees, perfekt für die Joggingrunde am Morgen und Spaziergänge zu jeder Jahreszeit. Dankbar für eine tolle Familie und die besten Freunde in Hannover, aber auch in ganz Deutschland verstreut. Gute Jobs, für die wir bereits einiges geleistet haben und die netten Kollegen, die uns den Büroalltag versüßt haben. Zwei bis drei mal Urlaub im Jahr, ab in die Sonne und sehr gern auch Snowboarden in den Bergen. Eigentlich könnten wir glücklich und zufrieden sein. Eigentlich...

Oliver und Helena Wilhelm mit Fahrradhelmen im Urlaub.
Machen ihre Flitterwochen zur ultimativen Radreise um die Welt: Oliver und Helena Wilhelm. Foto: privat
Doch trotzdem gibt es da so eine Sehnsucht, die in uns schlummert und immer wieder wach wird, wenn wir uns im Urlaub befinden: Urlaub ohne Ende, eine lange Reise, ja vielleicht eine Weltreise, das wäre großartig! Fremde Länder und verschiedene Kulturen kennenlernen, wunderschöne Orte sehen und sich einfach treiben lassen.

Doch dann klopf die Vernunft an und sagt: „Das geht nicht, weil das... und weil du dies... und überhaupt, weil du nicht das... und weil du das brauchst....ES GEHT EINFACH NICHT!“ Der Gedanke an die Weltreise verstummt wieder und verkriecht sich.

Kann das denn wirklich alles im Leben sein? Jeden Tag ins Büro hetzen, sich auf die Wochenenden und sechs Wochen Urlaub im Jahr freuen, dabei versuchen, die Urlaubs- und Feiertage so zu kombinieren, dass man möglichst viel Freizeit rausholen kann. So fragen wir uns immer öfter, ob das schon alles gewesen ist!? 

Oliver und Helena Wilhelm im Urlaub am Strand
Oliver und Helena freuen sich auf ihre Flitterwochen – ohne feste Route und ohne Zeitbegrenzung. Fest steht nur: Sie wollen mit dem Rad reisen. Foto: privat

Und es geht doch! Die Vernunft über Bord geworfen haben wir einfach mit der Planung begonnen. Nun ist es in wenigen Tagen tatsächlich soweit. Wir machen es wirklich! Die Wohnung ist aufgelöst, die Jobs sind gekündigt, der Abschied von den Liebsten fällt sehr schwer. Wir machen es tatsächlich, es ist nicht mehr nur graue Theorie, wir gehen auf Weltreise, auf unsere eigene Reise.

Wir wollen möglichst viel mit unseren Fahrrädern bereisen, Kontinente wie Nord-, Mittel- und Südamerika und Asien entdecken. Was werden wir erleben, welche Menschen und Kulturen werden wir kennenlernen, vor welche Aufgaben werden wir gestellt, welche Abenteuer erwarten uns in der Welt? Wir wissen es nicht und das ist gut so! Wir machen es einfach und wenn nicht jetzt, wann dann!?