Göteborg: Insidertipps für die Städtereise | reisereporter.de

Städtereise nach Göteborg: 11 Tipps vom Insider

Schwedens zweite? Das hören die Bewohner von Göteborg überhaupt nicht gerne. Wie viel die Stadt zu bieten hat, verrät uns eine Einheimische. Das sind ihre Insider-Tipps für deinen Städtetrip. 

Karolina Andersson Firek und Leonie Greife in Göteborg
Kennen sich vom Couchsurfen: Karolina (24, links) nahm reisereporterin Leonie (25) und zwei Freundinnen vor einigen Jahren bei sich auf.

Foto: privat

Ob Bummeln in den Vierteln der Fischer und Arbeiter, Besuch der Schiffe, Wale und Elche, vegetarische Küche in der Hipster-Straße oder Tanzen im Theater – Göteborg bietet euch genug Programm für eine spannende Städtereise! Karolina Andersson Firek (24) kommt aus der Gegend und studiert jetzt in der zweitgrößten Stadt Schwedens. Hier verrät sie euch ihre Geheimtipps: 

1. Kaffee und Kardamomschnecke

Wer schon mal in Schweden war, weiß: Bei uns gehört die Kaffeepause fest in den Tagesablauf. Direkt gegenüber von meiner Uni liegt das Café da Matteo, insgesamt gibt es vier Filialen in Göteborg (bald sogar fünf). Im ersten Stock verläuft eine Terrasse einmal entlang der Hauswand, wo ihr das ganze Jahr über sitzen könnt. Hier habe ich im Winter immer meine Hausarbeiten geschrieben. Alles ist selbst gebackenen, der Kaffee hausgeröstet. 

Natürlich könnt ihr eine obligatorische Zimtschnecke essen, ihr bekommt hier aber sogar Kardamombullar, also Hefeteigschnecken mit Kardamom gewürzt, die ich fast noch lieber mag und die es nicht in jedem Café in Göteborg gibt. Die größten Zimtschnecken der Welt könnt ihr quasi um die Ecke, im Haga-Viertel, kaufen.

Kardamomschnecken und Kaffee im Café da Matteo, Göteborg, Schweden.
Hmmm... Die Kardamomschnecken und der frische Kaffee im Café da Matteo duften himmlisch – und schmecken auch so. Foto: Leonie Greife

da Matteo | Sprängkullsgatan 10A, 411 18 Göteborg | Öffnungszeiten: Montag bis Freitag von 8 bis 19 Uhr, Samstag von 10 bis 18 Uhr, Sonntag von 11 bis 17 Uhr 

2. Häuser gucken in Majorna

Im Viertel Majorna gibt es ein Kulturreservat, das Gathenhielmska Kulturreservatet, das zu den ältesten und besterhaltenen Vierteln in Göteborg gehört. Dort stehen kleine Häuschen aus dem 17. Jahrhundert. Es ist aber auch total schön, einfach durch Majorna zu schlendern. Das ist das Viertel, in dem früher die Fischer von Göteborg lebten. Nehmt einfach eine Bahn zum Stigbergstorget und ihr seid da. In der Nähe des Kulturreservats liegt ein Plattenladen, Bengans, der mal ein Kino war. Sieht ziemlich cool aus.

3. Masthuggskyrkan

Wenn ihr schon mal in Majorna seid, könnt ihr auch gleich zur Masthuggskyrkan gehen. Das ist die Kirche mit der besten Aussicht über die Stadt (zumindest soweit ich weiß!). Klettert auf die Felsen bei der Kirche (nicht besonders schwierig) und genießt. Von dort seht ihr die Statue einer Frau auf einem hohen Pfosten. Das ist die Frau des Seefahrers und ein Symbol für all die Seefahrerfrauen, die auf die Rückkehr ihrer Männer gewartet haben. 

Ein Paar sitzt auf den Felsen vor der Masthuggskyrka und genießt den Blick über Göteborg und den Hafen.
Kirche mit Aussicht: Von den Felsen vor der Masthuggskyrka reicht der Blick über Göteborg und den Hafen. Foto: Leonie Greife

4. Häuser gucken im alten Arbeiterviertel

Bei der Station Linnéplatsen gibt es ein Viertel mit alten Backsteinhäusern, die für die Arbeiter in Göteborg errichtet wurden, die sich Wohnungen direkt im Stadtkern nicht leisten konnten. Sie wurden 1856 von der Robert Dickinsons Stiftelse (= Stiftung) gegründet. Fühlt sich an, als wäre man in einer komplett anderen Stadt!

Während Göteborg mit den verputzten, oftmals hell-gelben Häusern an vielen Stellen an Wien erinnert, dominieren hier schlichte rote Backsteinhäuser, die an die Gebäude aus dem Arbeiterviertel im Film „Billy Elliot“ erinnern.

5. „Ostindiefararen Götheborg“

„Ostindiefararen Götheborg“ ist ein Schiff, das vor etwas mehr als zehn Jahren nachgebaut wurde, das Original mit demselben Namen stammt aber von 1738 und segelte zwischen China und Schweden. 1745 ist es auf den Felsen Hunnebådan aufgelaufen und in Göteborgs Hafeneinfahrt gesunken. Der Nachbau ist ein riesiges, imposantes Holzsegelschiff. Ihr findet es am Fähranleger Eriksbergs Färjeläge (mit der Fähre nur 15 Minuten von der Innenstadt entfernt).

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6. Schiffe gucken am Gullbergs kaj

Der Gullbergs kaj (bei Gullbergs Strandgata) ist ein Teil des Hafens, in dem es viele hübsche, kleine Fischerboote gibt. Die Gegend ist ziemlich chaotisch, aber ich liebe es, hier spazieren zu gehen. Hier lebt das Fischererbe unserer Stadt weiter.

#gullbergskaj

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7. Bootsausflug

Wie ihr vielleicht an den bisherigen Tipps gemerkt habt, ist Göteborg ein alter Fischerort. Deshalb solltet ihr Stadtrundfahrten am besten vom Wasser aus machen. Investiert 175 Kronen (umgerechnet etwa 18 Euro) für eine 50-minütige Rundfahrt auf den Paddan-Booten, es ist das Geld definitiv wert! Ihr könnt online buchen, oder in den Shops rund um Kungsportsplatsen. Die Boote fahren zwei- bis dreimal pro Stunde.

Paddan-Bootsfahrt in Göteborg, Schweden.
Die schönste Art, Göteborg zu erkunden, ist vom Wasser aus. Foto: Leonie Greife

8. Tiere gucken im Naturhistorischen Museum und Slottskogen

Das Naturhistorische Museum ist auf charmante Art altmodisch. Hier findet ihr unter anderem den Blauwal Carolina, von dem es heißt, dass mal ein Café in seinem Magen war. Er ist also ziemlich groß. Das Museum liegt im Slottskogen, einem großen Park, wo ihr am See spazieren gehen oder die Tiergehege anschauen könnt – kostenlos! Sogar Elche wohnen hier. 

Göteborgs Naturhistoriska Museum | Museivägen 10, 402 35 Göteborg | Tramstation Linnéplatsen | Dienstag bis Sonntag von 11 bis 17 Uhr, Donnerstag bis 20 Uhr, Montag geschlossen | Eintritt: 40 Kronen, für Besucher unter 25 Jahren gratis

 

9. Eis essen im Råda Gelato

Ganz in der Nähe von meiner Wohnung haben mein Freund und ich diese neue Eisdiele für uns entdeckt. Im Sommer waren wir, ohne zu übertreiben, jeden Tag da. Vom Haga-Viertel, wo ihr bestimmt sowieso zum Shoppen seid, ist Råda Gelato ebenfalls nur einen Katzensprung entfernt.

In dem kleinen, hellen Geschäft warten täglich um die zehn verschiedenen Sorten Eis auf euch. Italienisches Eis mit echten Rohwaren und natürlichem Geschmack. Je nach Saison, Verfügbarkeit und Lust werden traditionelle, aber auch spannende und ausgefallene Geschmackskombinationen angeboten. Mein absoluter Favorit ist brynt smör, gebräunte Butter, die wunderbar nach salzigem Karamell schmeckt. 

Råda Gelato | Landsvägsgatan 38, 413 04 Göteborg | Dienstag bis Donnerstag von 12 bis 18 Uhr, Freitag und Samstag von 12 bis 20 Uhr, Sonntag von 12 bis 17 Uhr, Montag geschlossen

Eiscafé Råda Gelato in Göteborg, Schweden.
Wie gut, wenn die Lieblingseisdiele direkt um die Ecke liegt: Karolina bei Råda Gelato. Foto: Leonie Greife

 

10. Ausgehen auf der Andra Långgatan

Wenn ihr auf der Suche nach einem Drink – oder zwei – seid, solltet ihr die Andra Långgatan besuchen. Das ist DER Hipstertreffpunkt in Göteborg. Meine Lieblingsbars sind King’s Head und Holy Moly. Montags- bis Freitagsabends gibt es im King’s Head Afterwork-Bier und (hauptsächlich vegetarisches) Buffet für nur 33 Kronen (etwa 3,50 Euro). Holy Moly ist auch super gemütlich. Hier bekommt ihr veganes und vegetarisches mexikanisches Essen zu moderaten Preisen. 

 

11. Tanzen im alten Theater

Wer danach noch feiern gehen möchte, muss nicht weit laufen: Mein Lieblingsclub Pustervik liegt bei der Bahnstation Järntorget, wo ihr auch aussteigen müsst, wenn ihr zur Andra Långgatan wollt. Pustervik war mal ein Theater und sieht immer noch ziemlich hübsch aus. Coole Leute und coole Musik! 

Pustervik | Järntorgsgatan 12, 41301 Göteborg | Montag bis Donnerstag von 11 bis 2 Uhr, Freitag von 11 bis 3 Uhr, Samstag von 17 bis 3 Uhr, Sonntag von 17 bis 2 Uhr

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