Weltreise: Lena & Oleg in Chiang Mai | reisereporter.de

Lena & Oleg auf Weltreise: Der Reisestress schlägt zu

Lena (25) und Oleg (27) aus Hannover haben es getan: Sie haben ein One-Way-Ticket in die Freiheit gekauft und sind auf Weltreise. In Thailand haben sie allerdings gerade Reisestress. Beim reisereporter berichten sie vom Auf und Ab ihrer Weltreise.

Oleg Burhanau (li.) und Lena Pres trinken Bananen-Smoothies in Chiang Mai, Thailand.
Stressbewältigung à la Lena und Oleg: Vorzügliche Bananen-Smoothies frühstücken.

Foto: Lena Pres

Vor sieben Wochen sind wir dank Eurowings für schlanke 290 Euro One-Way von Hamburg (über Köln) zum ersten Mal nach Thailand (Bangkok) gejettet. Das war die super Low-Budget-Variante ohne Verpflegung und Entertainment, dafür mit mitgebrachten Schnittchen und guter Musik vom iPhone im Ohr. 

Seit zwei Wochen befinden wir uns nun wieder in Thailand. Und mehrere praktische Umstände sorgen immer wieder für eine Verlängerung unseres Aufenthaltes. Zum einen haben wir Oleg ein Thailand-Visum für 40 Dollar besorgt, welches sich rentieren soll, um meine kleine BWL-Ader glücklich zu machen. 

Zum anderen profitieren wir immer wieder von günstigen Unterkünften, die uns (meist) ein kleines Zuhause schenken, das wir gar nicht wieder verlassen wollen. Seit wir reisen, haben wir gerade mal rund 320 Euro pro Monat für Unterkünfte ausgegeben. Dafür würden wir in Deutschland etwas länger nach einer netten Wohnung suchen. 

Was zuletzt geschah? Nachdem unser erstes Hostel in Bangkok nicht zu unserem Favoriten wurde, wechselten wir die Unterkunft. Die Wahl fiel auf das iSanook Hostel, in dem wir sehr zufrieden waren. Dort konnten wir zusätzlich richtig gut an unserem Blog und Videos über die Weltreise (die wir euch ganz bald stolz und freudig präsentieren) arbeiten.

Wir haben uns in der Umgebung schnell wohl gefühlt und bereits nach zwei Tagen im Umkreis von 500 Metern ein Lieblings-Pad-Thai-Lokal, einen guten Kaffeestand und den besten Mango-Smoothie Bangkoks für uns entdeckt. Doch die Hauptstadt Thailands erreichte bei uns eine Sättigungsgrenze – es war genug Trouble.

Aushängeschild vor einem Pad-Thai-Lokal in Bangkok.
Lenas und Olegs Lieblingslokal in Bangkok glänzt zwar nicht mit der geschmackvollsten Deko – dafür mit dem besten Pad Thai. Foto: Lena Pres

In zwei Monaten Weltreise haben wir in drei Ländern 13 Städte bereist und dabei in 18 verschiedenen Unterkünften gewohnt, geschlafen, gearbeitet. Gerade in großen Städten und räumlich stark begrenzten Schlafräumen wie in einem Hostel wird der Alltag dann manchmal doch zu Stress. 

Es gibt einen Grund, warum Menschen es bevorzugen, sich ein Urlaubsresort mit All-Inclusive-Verpflegung und dem Strand vor der Tür zu buchen, um ihre zwei Wochen arbeitsfreie Zeit gebührend zu genießen: Sie versuchen jeglicher Gefahr des „Urlaubsstresses“ zu entgehen. Gerade Rundreisen und Ausflüge bergen da Gefahren und so natürlich auch eine Weltreise

In den letzten Wochen habe ich feststellen müssen, wie sich unsere Unterkunft auf meine Stimmung auswirken kann. Und vor allem, wie so die Wahl der richtigen Unterkunft sowie der Buchungsprozess schon der erste Stressfaktor werden können. 

Auf einer Skala von eins bis zehn entspricht mein Erholungsfaktor vielleicht einer sechs. Daran muss ich arbeiten, für mich und für Oleg.


Gleiches Spiel bei der Suche nach Nahrung – fremde Gerichte, nicht lesbare Speisekarten und die Gefahr, dass dieser Laden derjenige sein könnte, der mir Magenprobleme verursacht, können mich hungrig und reizbar machen. 

Oder Reiseagenturen, die dir überfreundlich ein verlockendes Angebot für den Reisebus machen. Und obwohl du denkst, dass dein Deal gut war, ärgerst du dich zwei Stunden später, noch eine günstigere Variante gefunden zu haben. Der Alltagsstress unserer Reise kann je nach Tagesstimmung von mir abprallen oder sich tief in meine Gedanken futtern und meine Stimmung trüben. 

Dies wiederum bekommt auch Oleg ab. Und an diesem Punkt muss ich mich stoppen, mir meine selbsterzeugte Stresswelt vor Augen führen und mit der Realität gleichsetzen. Klingt wie eine mathematische Formel, die mir zeigt, dass wir zwar seit sieben Wochen auf Reisen sind, mein Kopf aber noch nicht seinen Reise-Ruhe-Modus erreicht hat.

Auf einer Skala von eins bis zehn entspricht mein Erholungsfaktor vielleicht einer sechs. Daran muss ich arbeiten, für mich und für Oleg. Für diese Reise und für die armen Menschen auf der Straße, die niemals eine grummelige Lena anschauen sollten. Vielleicht sind weniger Reiseziele und längere Aufenthalte an einem Ort der Schlüssel zur Entspannung?

Lena Pres auf dem Fahrrad in Chiang Mai, Thailand.
Lena cruist auf dem Fahrrad durch Chiang Mai. Foto: Oleg Burhanau

Wir testen es in Chiang Mai, dem Erholungsort im Norden Thailands. Die Menschen von Lonely Planet sind sich sicher, dass dies die Stadt ist, in der man seine Batterien auftankt – mit hervorragendem Essen und gemächlichen Wanderungen. 

Für die ersten drei Nächte haben wir bewusst eine Unterkunft etwas abseits vom Zentrum gewählt, die den folgenden Kriterien entsprechen sollte: grün, ruhig, gemütlich und mit Pool. Unsere Wahl fiel auf das Rice Barns & Rooms. Abgesehen von dem häufigeren Auftreten von Mücken aufgrund des gewünschten tropischen Feelings mitten im Nirgendwo waren wir überglücklich mit dieser Unterkunft. 

Holzhaus im Rice Barn & Rooms, Chiang Mai.
Endlich Pause vom Reisestress: Das Rice Barn & Rooms liegt mitten im Nirgendwo. Foto: Lena Pres

Es ähnelt einer Art Homestay mit großem Garten, einer tierischen Vielfalt wie auf dem Bauernhof (Hunde, Katzen, Enten, Fische und ein Schaf), familiärer Atmosphäre und einer Gemeinschaftsküche. Oleg hat bis zu unserer Weltreise noch keine Erfahrungen mit Homestays gesammelt und ist immer wieder sehr positiv überrascht. Für manche klingt es vielleicht zu privat, zu sehr nach „im Haus von Fremden“. 

Wir können allen Zweifelnden guten Gewissens mitteilen, dass bisher alle Homestays in Vietnam und Thailand wie ein kleines, gemütliches Hotel waren. Der Unterschied zum Hotel: Man fühlt sich selbst schnell wie in einem Ferienhausurlaub mit Freunden, die regelmäßig saubermachen und viele gute Tipps und Hinweise haben. Wer seinen Freiraum sucht, kann ihn auch hier finden – wie im Hotel.

Lena Pres schaukelt im Garten eines Homestay in Chiang Mai, Thailand.
Einfach mal wieder chillen und abhängen: Lenas Lieblingsplatz im Homestay in Chiang Mai ist die Schaukel. Foto: Oleg Burhanau

Jedoch kann man die Locals dadurch direkt unterstützen und wohnt häufig viel näher am wahren Geschehen des jeweiligen Ortes. Und weil wir auch mit Airbnb-Wohnungen positive Erfahrungen gemacht haben, wohnen wir zurzeit in einem hübschen, modernen Condo direkt neben einem lokalen Food-Court.

Um das Stresspotenzial zu minimieren, haben wir heute beim Frühstück gleich mal unseren Aufenthalt verlängern lassen. Und wisst ihr, was wir in Chiang Mai auch schon gefunden haben? Vorzügliche Bananen-Smoothies für einen entspannten Start in den Tag! 

Bis bald,
eure Lena

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