Boeing feuert mit Laser auf Turbulenzen | reisereporter.de

Boeing feuert bald mit Lasern auf Turbulenzen

Klingt nach Science-Fiction, soll aber am dem Jahr 2018 Realität sein: Ein Flugzeug soll Laserstrahlen aus seiner Nase abfeuern – und dadurch Turbulenzen frühzeitig erkennen. Zum Ausweichen ist es dann zwar zu spät, aber das Schlimmste könnte verhindert werden. 

Eine Boeing 777 im Landeanflug auf den Flughafen.
Boeing will die neue Lasertechnologie an einer Boeing 777 testen.

Foto: imago/Rüdiger Wölk

Moderne Flugzeuge halten selbst starken Turbulenzen während des Fluges stand. Aber für Passagiere sind sie unangenehm und in manchen Fällen sogar gefährlich. Die amerikanische Luftfahrtbehörde (FAA) gab an, dass im Jahr 2016 insgesamt 44 Menschen durch Turbulenzen schwer verletzt wurden. 

Helfen könnte ein Frühwarnsystem. Und genau so eines testet Boeing ab dem Jahr 2018: Ein Laser, der in der Nase des Flugzeuges installiert wird, soll heftige Turbulenzen frühzeitig erkennen, teilt der Flugzeughersteller mit.

Das erste Test-Flugzeug, das ein so genanntes Langstrecken-Lidar installiert hat, ist eine Boeing 777. Sie soll Anfang des Jahres in Seattle starten – ohne Passagiere.

Laser erkennt Turbulenzen eine Minute vorher

Entdecken soll der Laser sogenannte Klarluftturbulenzen. Das sind Turbulenzen in freier Luft, die ohne sichtbare Warnungen wie bewegende Wolken auftreten. „Wir gehen davon aus, dass wir Turbulenzen in wolkenklarer Luft etwa 60 Sekunden oder rund 17,5 Kilometer vor dem Flugzeug erkennen können.“

Dann ist es für die Piloten zwar meist zu spät, um auszuweichen. Aber „das würde der Crew genügend Zeit geben, die Kabine zu sichern und das Verletzungsrisiko zu minimieren“, sagt Stefan Bieniawski, der leitende Ermittler des Boeing-Programms, dem Magazin „wired.com“. 

So funktiert das System: Es projiziert einen Laser in einer Linie vor das Flugzeug, ein optischer Sensor verfolgt das von Staubpartikeln reflektierte Licht entlang des Laserstrahls. Eine Software analysiert die Geschwindigkeit des Flugzeugs in Relation zu den Bewegungen der Partikel in unterschiedlicher Entfernung. Lufteinschlüsse bewegen sich schneller als das Material um sie herum und sind Anzeichen von Turbulenzen. Wenn das System so etwas entdeckt, dann soll es die Besatzung durch akustische und visuelle Signale informieren.

Der Lidar wurde von der „Japan Aerospace Exploration Agency“ entwickelt. Seit dem Jahr 2010 arbeitet Boeing mit ihr zusammen, um das System für den Einsatz in Verkehrsflugzeugen anzupassen.

Wenn der Test des Lidar-Systems erfolgreich ist, dann könnte es nach Angaben von Boeing innerhalb von wenigen Jahren in Passagierflugzeugen zum Einsatz kommen. Bis dahin heißt es weiterhin: Anschnallen – und den Geträkebecher lieber zur Sicherheit festhalten...

Kommentare
Erhalte täglich Reisegeschichten, folge uns auf Facebook:
#Trending
Zur
Startseite