Die Hausinsel der Hauptstadt liegt 190 Kilometer oder gut drei Autostunden entfernt im Golf von Thailand. Ein Platz für die Erschöpften mit dem Versprechen totaler Entspannung – die spätestens nach dem ersten Selfie beginnt. Zunächst muss man den Daheimgebliebenen schließlich zeigen, wie gut es einem geht.

Sieben Kilometer lang und maximal vier Kilometer breit: Koh Samet ist die größte Insel im „Khao Laem Ya Samet Marine National Park“, ohne wirklich groß zu sein. Beliebt selbst in der grünen Saison, wie die Regenzeit heute heißt. Besonders populär an langen Wochenenden oder Feiertagen. Wer kann, reist vorher an oder danach, um die Autoschlangen aus Bangkok zu vermeiden. 

Urlauber schießen ein Urlaubsfoto am Strand von Koh Samet.
Läuft bei uns... Urlaubsfoto für die Daheimgebliebenen am Strand von Koh Samet. Foto: Bernd Linnhoff

Die urigen Tage von Hängematte und Zelten sind schon lange vorbei... Die kurvenreiche, löchrige, staubige Buckelpiste von den Oststränden ins Inseldorf Ban Na Dan wurde nämlich jüngst asphaltiert. Der rustikale Charme verblasst. Das aber freut die Bandscheiben, falls du diese Strecke per Motorroller absolvierst oder auf der Ladefäche eines Pickups. Du kannst den Weg auch gehen, länger als 15 Minuten dauert das nicht. Der Wat Koh Samet mit seinem sitzenden Buddha lohnt allein den Besuch des Dorfs. 

Koh Samet (auch Ko Samed geschrieben) vereinigt unangestrengt Gegensätze, die anderswo zu Reibungen führen würden. Die hügelige Insel ist Rückzugsort und Partylocation, ideal für Familien, aber auch für Paare und Singles. Hier trifft sich ein gut gelaunter Mix aus Thais und Ausländern.

Dominant scheinen inzwischen die Chinesen, vor allem am Hauptstrand Haad Sai Kaew. Dort wurden die Boutique- und Highend-Hotels in den letzten Jahren so dicht an dicht gebaut, dass Übergewichtige auf den schmalen Wegen Platzangst bekommen.

Ein typisches Wochenende auf Samet besteht aus folgenden Ingredienzien: Essen, Alkohol, Feuershows, Ausschlafen, Strand, Schwimmen, Fuß- und Thaimassagen. Die Dosierung der Zutaten bestimmt jeder selbst.

Urlauber am Strand auf Koh Samet, Thailand.
Im Urlaub entspannen? Gerne, aber dabei nicht das Bewusstsein für die Umwelt verlieren. Foto: Bernd Linnhoff

Entlang der Strände im Osten wechseln sich größere, empfehlenswerte Meeresfrüchte-Restaurants ab mit kleinen Bars zum Chillen oder Trinken: Finale Bar, Friendly Bar, Sunrise Bar, Rock Bar. 

Wenn die Lichter angehen, zieht es die Nachtschwärmer bevorzugt an zwei Orte: Ploy Bar & Restaurant am Strand Hat Sai Kaew und Silver Sand Resort am Strand Ao Pai. Dort steht seit ein paar Jahren eine steinerne Bar, die optisch wirkt wie ein Hammer auf den Kopf, aber Nachtschwärmer dennoch magnetisch anzieht.  

Mich hingegen zieht es stets zu eben diesem Strand: Ao Pai. Dort wohne ich bei meinen Stippvisiten in der unmittelbaren Nachbarschaftdes Silver Sand und am Ende der Bucht: Im Samed Villa Resort.

Tipp: Besonders stimmungsvoll wird an vielen Stellen das Loi-Krathong-Fest gefeiert (2017 rund um den 4. November). 

Strände: Fast alle Strände liegen im Osten der Insel. Zu den Ausnahmen zählt der Ao Prao Beach, den einige hochwertige Hotels und Restaurants als eher ruhigen Standort gewählt haben. 

Anreise von Bangkok: Jede Stunde fährt ein Bus vom Terminal Ekkamai zum Pier Nuan Thip im Ort Ban Phe (Festland). Die Fahrt kostet maximal 200 Thai Baht (etwa 5 Euro) für die etwa dreieinhalb Stunden Fahrt.

An den Piers in Ban Phe kann man zwischen den normalen Fähren (zwischen 200 und 200 Baht) und den Schnellbooten wählen, die bis zu 1000 Baht pro Person kosten können. Das Speedboat setzt seine Passagiere nicht am Hauptpier im Dorf ab, sondern direkt an dem Strand, an dem das gebuchte Quartier liegt. 

Die teuerste Variante ist sicherlich die per Taxi – wir haben 1.500 Baht für die Fahrt von Bangkok nach Ban Phe bezahlt (ein Weg...).