Für viele Menschen gibt es bestimmt eine bequemere Art zu reisen, als in einem winzigen Auto, das kaum mehr Platz bietet als für zwei Leute – und mit dem man ständig anhalten muss, weil Passanten so fasziniert davon sind. Nicht so für Ralph und Wendy Hough aus Kanada. Seit 55 Jahren sind für die beiden die kleinsten Autos das Größte. 

Heute besitzen sie sieben sogenannte Micro-Autos, die meisten der Marke Messerschmitt, die sie in ihrer Garage „The Schmitt House“ wahlweise instand halten oder auf Vordermann bringen. Am liebsten fahren sie mit ihrem Mini-Gefährt aber natürlich raus auf die Straßen Nordamerikas und in die weite Welt.  

Wie kam es zu diesem außergewöhnlichen Reise-Hobby? „Unseren ersten Messerschmitt kauften wir 1962, nur eine Woche vor unserer Hochzeit“, erzählt Ralph Hough dem reisereporter. Damals lebten die beiden in England und fuhren im Micro-Auto sogar in die Flitterwochen nach Devon und Cornwall im Südwesten des Landes.

Zwei Jahre später stand dann die bislang größte Reise an: Zwei Wochen lang reisten sie im Micro-Auto durch Europa, durch Belgien, Österreich, Deutschland, Liechtenstein, Frankreich und die Schweiz

Die meisten Menschen in Kanada und den USA haben vorher noch nie ein Micro-Auto gesehen. Die wollen dann mit uns darüber reden.

Einer der Höhepunkte der Reise sei der Besuch der Messerschmitt-Fabrik in Regensburg gewesen, so Ralph. Hier wurden die ungewöhnlichen Gefährte unter dem sexy Namen „Kabinenroller“ in den 50ern erstmals gefertigt. Viel zu sehen gab es für die Houghs allerdings nicht: „Sie erzählten uns, dass die Produktion kurz vor unserem Besuch eingestellt worden war.“ 

Trotzdem üben Micro-Autos seit Jahrzehnten einen besonderen Zauber auf die beiden aus. Warum? „Die Faszination liegt in unserer Erinnerung an die großartige Zeit, die wir mit dem Messerschmitt Owners Club (MOC) im Vereinigten Königreich verbracht haben. Aber auch an den guten Freunden, die wir dank unserer Sammlung in Kanada gewonnen haben und all die Reisen, die wir im Laufe der Jahre gemacht haben.“ In Kanada und den USA sind die beiden mittlerweile von Küste zu Küste gefahren.

Ralph Hough in einem 1961 KR200 vor seinem Haus in Kanada.
Liebt seine Miniaturautos: Ralph Hough in einem 1961 KR200 vor seinem Haus in Kanada. Foto: Ralph Hough

Bis heute gehen sie jeden Sommer durchschnittlich viermal auf Micro-Car-Tour. Das Besondere am Reisen im Mini-Auto sei auch die Aufmerksamkeit der Mitmenschen. „Die meisten Menschen in Kanada und den USA haben vorher noch nie ein Micro-Auto gesehen. Die wollen dann mit uns darüber reden.“

Ob das Reisen in der motorisierten Seifenkiste manchmal anstrengend wird? Nicht wirklich, meint Ralph, obwohl so eine Fahrt im Micro-Auto einen ordentlich durchrüttelt. Trotzdem: Sie besitzen auch zwei „normale“ Autos.