Irgendwie zog es mich in die Berge, die Alpen waren, neben dem Harz, den man vielleicht auch an einem Wochenende erobern kann, die nahegelegenste Option. „Wie aber mit Hund?“, war die nächste Frage.

Im Idealfall fliegt man, von Hamburg aus, vielleicht nach Zürich oder Innsbruck oder auch München, aber da ich meine ständige, vierbeinige Begleiterin habe, war dies keine Option. Zug also vielleicht. Eine kleine Suche auf der Sparangebot-Seite der Deutschen Bahn später, hatte ich ein und ein halbes (für den Hund) 1. Klasse-Ticket nach München ergattert. Und zwar zu einem Spottpreis.

In Vorbereitung für die Wandertour begann ich ein Sammelsurium von Camping-Equipment zusammenzustellen. Sehr schnell stellte sich heraus, dass es ans Unmögliche grenzte, diesen ganzen Kram (plus Leine in der Hand!) über die Alpen zu tragen. Was tun?

Als eine gute Freundin aus London spontan an Bord des geplanten Abenteuers springt, war die Lösung dieser Frage da: Doch lieber ein Roadtrip mit dem Auto,

Anina Grosser und Hund an einem Wasserfall in den Alpen.
Urlaub in den Alpen: Einfach sein und die Natur genießen. Foto: Anina Grosser

Also wurden Hund und Sammelsurium ins Auto gepackt und ab ging es nach München, wo wir besagte Freundin am Flughafen einsammelten. Von dort aus fuhren wir zunächst nach Garmisch Patenkirchen, um die wichtigsten Neuigkeiten (zu dem Zeitpunkt hatten wir uns mehrerer Monate nicht gesehen) bei einem bayrischen Bier auszutauschen (und vielleicht doch einen Mini-Plan für die nächsten Tage zu erstellen).

Die erste Nacht buchten wir uns spontan in ein einfaches Hotel im Ort, Alpenluft, Sternenhimmel und Frühstück mit viel Kaffee inclusive. Wir wollten den Trip ganz spontan angehen lassen, dennoch hatte ich mich vorher bereits ein wenig im Netz nach Camping-Möglichkeiten umgeschaut. „Möglichkeiten“, da ich tatsächlich den typischen Familien-Campingplatz mit vielen Wohnwagen, Supermarkt und womöglich sogar Pool umgehen wollte.

Das stellte sich bei meinen Recherchen schwerer raus als gedacht, bis ich auf „Camping Galtür“, einen kleinen, feinen, privaten Campingplatz direkt am Zeinissee in Österreich stieß. Das war dann also unsere erste Anlaufstelle –und, wie sich schnell herausstellte, auch unsere letzte, nachdem wir tatsächlich den Camping-Himmel auf Erden gefunden hatten.

Das Zelt wurde direkt am Ufer des Zeinissees auf dem Campingplatz Galtür aufgeschlagen.
Lumi genießt die Aussicht: Das Zelt wurde direkt am Ufer des Zeinissees aufgeschlagen. Foto: Anina Grosser

Von gigantischer und beeindruckender Natur, mit tollen Wanderrouten umgeben und belegt nur von gleichgesinnten Campern, die das alles aktiv und ruhig genießen wollten.

Außerdem war mein Hund Lumi herzlich eingeladen, was natürlich eines der Haupt-Auswahlkriterien war. Aufgrund der kleinen Größe hatte ich unser Ankommen vorsichtshalber per Mail angekündigt und wir hatten Glück: Es gab einen freien Zeltplatz direkt am See. 

Dazu gab es noch ein Tourismus-Ticket, die „Silvretta Card“, dazu, die uns den freien Eintritt in Museen ermöglicht hätte, ebenso aber auch die Nutzung von Bus und Seilbahnen.

Anina Grosser und Freundin bei einer Wanderpause in den Alpen.
Wanderpause Foto: Anina Grosser

Über die nächsten Tage hieß es also wandern, vor dem Zelt kochen und entspannen. Atmen, die Natur genießen und einfach mal sein. So gut wie ohne Handy-Empfang, weit weg vom Alltag. 

Von der ersten Wanderung zum Silvretta Damm, über den Aufstieg zur Breitspitze bis zu einer Gondelfahrt später in den Bergen bei See – die Gegend hatte von kleinen Bächen über Wasserfälle, grüne Wiesen und steinige Aufstiege gefühlt alles zu bieten.

Jede Wanderung war unterschiedlich in Landschaft und Schwierigkeit. Immer wieder trafen wir in der Gegend auf gleichgesinnte Familien, ältere Paare und junge Wandergruppen. Sogar das britische Ruder-Nationalteam begegnete uns am Silvretta See, wo sie fleißig in ihren mitgebrachten Booten trainierten. 

Hund und Frauchen kühlen sich nach dem Wandern im Zeinissee (Österreich) ab.
Hund und Frauchen kühlen sich nach dem Wandern im See ab. Foto: Anina Grosser

Vier Tage waren viel zu kurz um all das zu erkunden, was die Region Paznaun zu bieten hat. Zurückgekommen sind wir aber trotzdem mit entspannten und leicht sonnengbräunten Gesichtern, einem riesen Grinsen auf den Lippen, erholt und mit der nächsten Wanderungs-Planung im Kopf. Danke Alpen, ihr seid wahrhaftig beeindruckend und so, so, soooo erdend.