Linges (B)Logbuch: Ein Butler für alle | reisereporter.de

Linges (B)Logbuch: Ein Butler für alle Fälle

Auf dem Luxusliner Crystal Serenity fährt Claus Lingenauber durch die legendäre Nordwestpassage. Er will die Arktis hautnah erleben. Auf dem reisereporter erzählt er von seinen Erlebnissen an Bord. Hier lest ihr Teil 18 seines (B)Logbuchs.

Daniel Bratu (35) ist Butler auf der Crystal Serenity.
Daniel Bratu (35) ist Butler auf der Crystal Serenity.

Foto: Claus Lingenauber

 

Der Service auf den Crystal-Schiffen ist legendär. Doch für alle, die es noch ein wenig individueller möchten, die auf eine ganz persönliche Betreuung Wert legen, für die stehen auch Butler zur Verfügung – das gilt allerdings nur für jene, die eine der Penthouse-Suiten gebucht haben. Und diese Luxuskabinen haben natürlich ihren Preis.

Kostete eine normale Kabine für die 32-Tage-Tour durch die Nordwest-Passage knapp 20.000 Euro pro Person, mussten für eine Suite etwa 40.000 Euro hingelegt werden. Pro Person versteht sich. Es ist halt schon immer etwas teurer gewesen, einen besonderen Geschmack zu haben. Und einen Butler.

Daniel Bratu ist einer von ihnen. Der 35-jährige Rumäne stammt aus einer Industriestadt etwa eine Autostunde von Bukarest entfernt. Seit August 2005 arbeitet er inzwischen für Crystal – und hat es bisher keine Sekunde bereut. Seine erste Fahrt startete er in Warnemünde, mit der Crystal Symphonie ging es durch die Ostsee.

Er begann als Assistent Waiter (Hilfskellner), wurde nach einem Jahr Senior Waiter (Hauptkellner), wechselte auf die Serenity und bewarb sich 2011, als dort eine Butler-Stelle frei wurde, auf diesen Job. Voraussetzung: Das Schiff und die Abläufe aus dem Effeff zu kennen sowie Erfahrung und positive Ausstrahlung. 

Und seitdem ist für Daniel klar: „Das ist ein wunderbarer Job.“ Er kümmert sich um alles: Der Mann im Frack bucht und storniert Ausflüge, bringt Snacks aber auch ganze Mahlzeiten auf die Kabine, lässt Wäsche waschen und bügeln, packt die Koffer aus und wieder ein – und erfüllt auch ausgefallenere Wünsche.

Ein Gast hatte in seine Suite Freunde zu einer Weinprobe geladen. Den Abend organisierte Daniel. Er besorgte die Weine, Brot und Käse, die nötigen Sitze und was sonst noch nötig war. Vor allem aber sorgte er für die richtige Stimmung.

Viele Gäste, weiß er zu erzählen, kommen inzwischen wegen ihm immer wieder aufs Schiff. Sie sind von seiner Art begeistert, schätzen seinen Service und manche sind gar so etwas wie Freunde geworden. Mit vielen hält er Kontakt über Facebook.

Auch schwierige Gäste, die es durchaus hin und wieder gibt, sind für Daniel kein Problem. Er sagt: „Am Ende der Cruise sind sie glücklich. Wir finden immer einen Weg, damit sie das Schiff mit einem Lächeln verlassen.“

Daniel ist verheiratet und hat inzwischen einen fünf Monate alten Sohn. Bei der Geburt war er dabei und ein paar Wochen danach auch noch zu Hause. Seitdem hat er sein Kind jedoch nicht mehr gesehen. Ein kleiner Wermutstropfen – den der Rumäne aber gleich wieder beiseite wischt. „Ich bin fünf bis sechs Monate auf See, dann zwei Monate bei meiner Familie.“

Und auf diese Zeit freue er sich schon wieder sehr. Aber bis dahin geht er voll in seinem Job auf. Für ihn der „beste, den ich mir vorstellen kann“.

Die Route der Crystal Serenity führt über die Nordwestpassage.
Die Route der Crystal Serenity führt über die Nordwestpassage. Foto: Vista Travel

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