Asien hat uns mit offenen Armen empfangen: Die Türen der Häuser stehen offen, das Leben spielt auf der Straße. Gerade in unseren letzten Homestay-Übernachtungen trafen wir auf herzliche Menschen, die sich darum bemühten uns ein Gefühl von „Zuhause“ zu schenken.

Seit ein paar Tagen sind Oleg und ich nur noch zu zweit unterwegs. Herzlich Willkommen in der Realität, Lena. 

Lena Pres mit einem Baby auf dem Arm in Vietnam
Familienanschluss: Die Übernachtungen in sogenannten „Homestays“ in Vietnam schenken Lena und Oleg ein Gefühl von Zuhause. Foto: Lena Pres

Die Urlaubsphase ist vorbei und der Startschuss für die Weltreise ist gefallen, als wir unsere Freunde traurig winkend am Flughafen von Da Nang verabschiedet haben.

Um diesen Wandel in unserem neuen, aufregenden, gemeinsamen Lebensabschnitt gebührend wahrzunehmen und eine erste Form von Alltag zu entwickeln, bleiben wir länger in der Stadt Hue (Vietnam) als ursprünglich geplant.

Warum Hue? Hauptsächlich organisatorische Gründe: Wir müssen uns um eine Visa-Verlängerung kümmern, damit wir länger als 15 Tage im Land bleiben können. 

Lena Pres am Strand in Vietnam.
Blick in die Weltreise-Zukunft: Lena am Strand in Vietnam. Foto: Lena Pres

Und wie fühlt sich das jetzt an? Von jetzt an sind es wir, ich und du, Oleg. Wir haben viel darüber gesprochen und davon geträumt wie es sein wird, wenn wir endlich starten und nur noch auf uns gestellt sind. Es gab unzählige Tage, an denen wir uns mit aller Kraft daran erinnern mussten wofür diese letzten acht Monate die wohl stressigsten unseres bisherigen Lebens waren. Teller waschen, Pommes frittieren, Flyer verteilen, Möbel aufbauen, Essen servieren, Bachelorarbeit schreiben, Reise planen, Geld sparen – und gleichzeitig nicht vergessen zu atmen.

Nicht nur persönlich, sondern auch als Paar hat uns diese Phase durchaus belastet. Der Kino-Abend, Wochenendausflug oder die durchtanzte Nacht mit Freunden wurden zur Ausnahme. Dinge blieben auf der Strecke. Ein von Herzen kommendes Dankeschön an unsere wunderbaren Freunde und unsere Familien, die uns so viel Verständnis und Unterstützung in dieser Zeit schenken konnten.

Zwischen Vorfreude, Aufregung, Neugierde und Abschiedstrauer versuchten wir uns stets unser Ziel vor Augen zu halten. Mein Kopf entsprach einem filmreifen Bilderbuch gefüllt mit Vorstellungen wie die jetzige Situation aussehen wird. Wie wir ankommen und realisieren – wir haben es gemacht! Der Traum, für den wir seit Januar gekämpft haben, wird zu unserem Jetzt und Hier.

Lena Pres und Oleg Burhanau in Vietnam.
Verliebt in Vietnam: Oleg und Lena. Foto: Lena Pres

Ich bin mir sicher, dass diese Reise, anders als jeder Urlaub, ein neues Lebensgefühl entwickeln wird. Ein Gefühl, das noch reift und welches ich suchen, entdecken, definieren und packen möchte. Ein Gefühl, das verdeutlicht, dass wir uns für dieses Leben entschieden haben. Unsere Heimat bleibt unsere Heimat, aber unser Zuhause kann von nun an überall sein – weil ich den Menschen getroffen habe, der mir mein Heimweh nehmen kann.

Zeit ist relativ, doch unser Traum bleibt für immer da. Ich hinterfrag dieses Leben, ich will alles wissen. Alles sehen, alle Meere, alle Seen, alle Küsten. Große Städte, kleine Dörfer und Gemeinden.“

Motrip

Motrip hat einen Song geschrieben, der sich gut mit dem deckt, wie ich dieses Gefühl wahrnehme, indem er sagt: Zuhause ist wir. Ihr kennt das – viele Reisen, Erlebnisse, Beziehungen und Menschen kann man mit einzelnen Songs verbinden. Der Song, der mich aufweckt und mir deutlich macht, auf was wir uns eingelassen haben, ist genau dieser. Und davon wird es noch eine Vielzahl an Songs geben, die diese Reise begleiten, besonders machen und uns in Erinnerung schwelgend lächeln lassen.

Ich freue mich diese Songs mit euch zu teilen und möchte euch gerne meine Spotify-Playlist zeigen. Musik erzählt manchmal mehr als tausend Worte, also hört und fühlt live mit uns. Ich verspreche euch, es wird für jeden etwas dabei sein – facettenreich und bunt gemischt, so wie das Leben spielt. 

Der Soundtrack zur Weltreise von Lena und Oleg 

Auf dem Weg nach oben, geht es auch mal durch Täler. Wir sind jung, wir nehmen es in Kauf, machen Fehler. Was wir heute lernen, brauchen wir später. Wir sind alle vernetzt und folgen einem anderen Gesetz. Und es wird Zeit, dass man uns leben lässt. Wann wenn nicht jetzt? Wo wenn nicht hier?“

MOTRIP