Ein Kreuzfahrtschiff ist im Grunde nichts anderes als ein riesiges Hotel, das die Fähigkeit besitzt, über Wasser zu fahren und gewaltige Distanzen zurückzulegen. Es bietet also die Möglichkeit, auf luxuriöse und bequeme Art zu reisen, ohne ständig die Unterkünfte wechseln zu müssen. Die Branche erlebt wahrscheinlich genau aus diesem Grund seit Jahren einen gewaltigen Boom. Und da die Crystal Serenity auch ein Hotel ist, braucht sie nicht nur einen Kapitän sondern auch einen Hoteldirektor. Und diesen Job erledigt auf der Serenity seit mehr als sieben Jahren der Österreicher Hubert Buelacher. Er ist mit dafür verantwortlich, dass Crystal-Schiffe 2017 gerade wieder mit zu den besten Cruise Linern der Welt gewählt worden sind. Ich habe ihm einige Fragen gestellt.

Ich habe an Bord eine Schweizerin getroffen, die mir erzählte, dass sie nun schon das 27-mal mit Crystal unterwegs ist. Gibt es sehr viele Wiederkehrer unter Ihren Gästen?

Buelacher: Wir haben im Schnitt auf jeder Reise zwischen 14 und 16 Prozent Wiederholungstäter. 

Das ist eine ganze Menge und spricht für die Marke. Worauf ist dieser Erfolg zurückzuführen? Gibt es so etwas wie eine Crystal-Philosophie. 

Buelacher: Ja, es gibt die Crystal-Basics, das sind unsere Grundregeln.  Und die versuchen wir jedem einzelnen Crew-Mitglied zu vermitteln. Und das scheint uns gut zu gelingen. Denn dass viele Gäste immer wieder zu uns zurückkehren, das bewirkt die Crew. Sie erleben ja selbst, wie gut der Service auf dem Schiff ist, wie freundlich und hilfsbereit die Mitarbeiter sind. Unsere Crew ist einzigartig.

Und wie bekommt man das hin?

Buelacher: Durch Training und nochmal Training. Und durch vorbildliches Verhalten der Führungskräfte. Vor allem aber müssen die Mitarbeiter gut behandelt werden. Sie müssen vernünftige Unterkünfte haben, gutes Essen und gute Bezahlung bekommen. Wir sind die einzige Kreuzfahrtlinie, die extra einen eigenen Offizier für die Crew beschäftigt. Dieser Offizier kümmert sich um die Bedürfnisse der Crew, organisiert zum Beispiel Abendveranstaltungen und Ausflüge für die Servicekräfte, denn die Mitarbeiter brauchen nach ihren harten Arbeitstagen auch mal Abwechslung und Unterhaltung.

Also fühlen sich nicht nur die Gäste, sondern auch die Mitarbeiter bei Crystal wohl.

Buelacher: Genauso ist es. Viele Mitarbeiter aus dem Management und dem mittleren Management sind schon viele, viele Jahre bei Crystal.

Auffällig ist, dass ein Großteil der Gäste schon relativ alt ist.  Woran liegt das?

Buelacher: Das liegt erst einmal an der Reise selbst. Je länger die Reise, desto höher das Durchschnittsalter. Sie wissen ja, in Amerika gibt es nicht so viel Urlaub wie in Europa. Aber wir haben auch Reisen – im Sommer zum Beispiel oder über Weihnachten - , die sehr viel kürzer sind, da haben wir auch deutlich mehr jüngere Gäste.

Die Crew ist sehr international, aber auch das Publikum. Welche Nationen sind am stärksten vertreten?

Buelacher: Die allermeisten kommen aus Nordamerika, also US-Bürger und Kanadier. Sie machen etwa 60 bis 70 Prozent aus. Wir haben aber auch viele Australier, Südamerikaner und immer mehr Asisaten. 

Deutsche spielen keine so große Rolle?

Buelacher: Natürlich haben wir auch deutsche Gäste. Etwa drei Prozent kommen aus deutschsprachigen Ländern.
Und das Essen in den Restaurants der Crystal Serenity schmeckt wahrscheinlich auch deswegen so hervorragend, weil die Küchenchefs genauso wie der Hoteldirektor aus Österreich stammen.

Die Route der Crystal Serenity

Die Route der Crystal Serenity führt über die Nordwestpassage.
Die Route der Crystal Serenity führt über die Nordwestpassage. Foto: Vista Travel