Yuppies adé! Sylt geht auch günstig | reisereporter.de

Yuppies adé! Sylt geht auch anders – und günstig

Mit der Krokoledertasche auf dem Schoß an der Champagnerflöte nippen ist nicht so dein Ding? Kein Problem, denn die Yuppie-Insel Sylt kann auch anders sein.

Leuchturm mit Fahhrad in Kampen auf Sylt
Sylt mit dem Rad statt dem Protzauto erkunden. Mit unseren Tipps entdeckst du die Insel günstig.

Foto: imago/Westend61

Inselrundfahrt per Bus 

Viele Sylt-Besucher verschaffen sich zunächst einen Überblick über die Insel. Täglich um 14 Uhr brechen die Busse am ZOB Westerland zur großen Inselrundfahrt auf. Die Busfahrer sind wahre Inselkenner und geben dir einige Insidertipps während der Fahrt. Ein Ticket für eine Rundfahrt kostet 19 Euro. Es geht zuerst Richtung Norden, über Wenningstedt, Kampen, das Wanderdünengebiet und den Königshafen nach List. Nach einer kurzen Pause geht es zurück über Braderup, Munkmarsch, Keitum und Tinnum weiter in den idyllischen Süden nach Rantum und Hörnum.

Wenn du auf die Tipps vom Busfahrer verzichten möchtest, kannst du auch jederzeit einfach in den Linienbus einsteigen und die Strecke individuell abfahren. In dem Fall kostet die Tageskarte für den Bus nur 9,70 Euro. 

Egal, ob du die Busfahrt mit dem Inselkenner mitmachst oder einen Sylter im Linienbus triffst: der Bus ist um einiges geselliger und sympathischer als eine Tour in der Limo. 

Das günstigste Verkehrsmittel auf Sylt: das Fahrrad

Sylt ist nicht sehr groß, von daher ist das Fahrrad nicht nur das günstigste, sondern auch das beste Verkehrsmittel, um die Insel zu erkunden. Leihen kannst du die Räder an jeder Ecke für ungefähr 7 Euro pro Tag. Du kannst dir den friesisch herben Wind um die Ohren wehen lassen oder dir einsame Plätze am Strand suchen.

Oder du machst ein Selfie mit einem Schaf (die grasen meist in nicht eingezäunten Gebieten)! Das ist auch viel niedlicher als ein Selfie mit irgendeinem Z-Promi auf der Westerland-Promenade. 

Schafe auf Sylt
Die Radwege auf Sylt teilst du dir auch mal mit Schafen. Foto: Evelyn Narciso

Ausflüge per Boot

Klar ist die eigene Yacht toll, aber auch irgendwie langweilig. Da erlebst du doch nichts! Viel aufregender sind die Rundfahrten ab Sylt mit verschiedenen Themenschwerpunkten. 

Es gibt zum Beispiel eine Fahrt zu den Seehundbänken, auf denen sich die Seehunde die Sonne auf die Plauze scheinen lassen. Während der Fahrt findet ein Seetierfang statt. Mitarbeiter der Schutzstation Wattenmeer holen mit einem Netz Seesterne, Krebse und Krabben aus dem Wasser, die an Bord des Schiffes erklärt werden. Natürlich werden die Tiere im Anschluss wieder ins Wasser gelassen. 

reisereporterin Evelyn mit einem Seestern auf der Seetierfang Schiffahrt.
reisereporterin Evelyn mit einem Seestern auf der Seetierfang Schiffahrt. Foto: Evelyn Narciso

Für Kinder ist die Piratenfahrt ganz besonders aufregend. Bevor in See gestochen wird, werden alle Seeräuber mit vernünftiger Piratenkleidung ausgestattet. Auf hoher See gibt es jede Menge Piraten-Mutproben, Meuterei, Schatzsuchen und einen zünftigen Bordschluck, bevor zum Abschluss die Kanonen knallen. 

Sylt kennenlernen 

Während die Reichen auf ihren Privatstränden und in den exklusiven Clubs nur wenig von der Insel sehen, kannst du dich bei verschiedensten Ausflügen zum absoluten Sylt-Kenner ausbilden lassen. 

Der Naturschutzbund auf Sylt bietet viele verschiedene Unternehmungen an. Das geht von Wanderungen durch das Watt über Kräuterwanderungen durch die Heide mit abschließender Teerunde bis hin zu naturkundlichen Fahrradtouren. Die Touren sind grundsätzlich kostenfrei, wobei auf der Webseite eine Spendenempfehlung zu finden ist. Wieviel du letztlich gibst, ist aber dennoch dir überlassen. 

Wattwandern auf Sylt
Bis zum Knöchel im Matsch: Wattwandern gehört zum Sylt-Programm. Foto: Evelyn Narciso

Burger mampfen und Krabben pulen statt 5-Gänge-Menü

Steif am weiß gedeckten Tisch mit gestärkten Stoffservietten sitzen, das ist nichts für uns. Wir wollen lieber die authentische Küche erleben. 

Am Hafen von Rantum steht ein kleiner unscheinbarer Imbiss, voll mit lokalen Köstlichkeiten: Aal und Makrele frisch aus dem Rauch, dazu leckere Fischbrötchen und ein Bier. Das alles gibt es ab 2 Euro. 

Wenn du Lust auf Krabben hast und gerade Krabben-Saison ist, dann auf in den Norden! In List werden die Schalentierchen zum Selbstpulen direkt vom Kutter verkauft, immer dienstags und freitags hat Fischer Paul Walter einen großen Becher für sechs Euro im Gepäck. Auch in Hörnum kannst du Krabben pulen. Das kleine Häuschen am Hafen hat sogar sieben Tage die Woche geöffnet. Wenn du nach dem Krabben-Mahl ein bisschen aktiv werden möchtest, gibt es  im Dorfpark nebenan eine kostenlose Boule-Bahn.

Picknick am Strand mit einem zünftigen Burger kannst du in Westerland machen. Direkt hinter dem Deich versteckt sich dort nämlich die „Beach Box“. Eine kleine Burger Strandbude mit einer großen Auswahl an Burgern und Fritten.

Übernachten: Hotelbunker vs. Altbauhäuschen

Die erste Reihe kostet mehr, sagt man auf Sylt. Die erste Reihe ist aber meist auch nicht schön, sondern ein großer Hotelbunker. Oder die erste Reihe steht sowieso hinter einem Deich. Eben dort stehen auch zahlreiche private Ferienwohnungen; die günstigste Übernachtungsmöglichkeit auf Sylt. Schöne Angebote, auch für einzelne Zimmer, findest du bei Airbnb

Eine tolle Unterkunft, die du vom Bahnhof Westerland aus in wenigen Minuten zu Fuß erreichen kannst und direkt hinter den Dünen liegt, ist das Hotel Noge. Alle Zimmer in dem alten schnuckeligen Haus wurden unterschiedlich eingerichet. Es gibt ein Kapitänszimmer mit Bullauge zum Bad hin oder ein Friesenzimmer mit Möbeln aus Uromas Zeiten. Ein Zimmer bekommst du hier ab 65 EUR pro Person, inklusive Frühstück. ​In so kleinen B&Bs ist Sylt auch viel authentischer als in großen Fünf-Sterne-Bettenburgen.

Das urige Kapitänszimmer im Haus Noge auf Sylt.
Das urige Kapitänszimmer im Haus Noge auf Sylt. Foto: Evelyn Narciso

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