Kann ich meine Reise nach Ischia stornieren?

Eine Kündigung wegen höherer Gewalt sei nur dann gerechtfertigt, wenn die Reise konkret beeinträchtigt ist, sagt Reiserechtsanwalt Paul Degott. Das sei zum Beispiel der Fall, wenn die Infrastruktur rund um das Erdbebenzentrum zerstört sei, viele Gebäude eingestürzt seien. „Wenn die Reise genau in die Erdbebenregion führt, dann kann der Vertrag zum Beispiel über eine Pauschalreise gekündigt werden.“ Das müsse immer im Einzelfall geklärt werden.

Wenn die Reise allerdings in entferntere Regionen führt – zum Beispiel Venedig, Rom, Sizilien oder auch Neapel –, dann kann sie erfahrungsgemäß weder vorab gekündigt noch abgebrochen werden, so Degott.

Wie hoch ist die Gefahr von Nachbeben?

„Nachbeben sind ganz normal“, erklärt Thomas Plenefisch, Seismologe an der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe. Üblicherweise gebe es ein größeres Beben und viele kleinere, die im Laufe der Zeit abnehmen. 

Erdbeben suchen Italien häufiger heim

In Italien kommt es immer wieder zu teils verheerenden Erdbeben. Vor fast genau einem Jahr, am 24. August, erschütterte ein Beben die mittelitalienische Region um Amatrice. Dabei starben 299 Menschen. 

Dass es in Italien so häufig zu Erdbeben kommt, hat einen Grund: In dem Land treffen die Kontinentalplatten von Europa und Afrika aufeinander. „Diese können sich ineinander verhaken beziehungsweise reiben aneinander“, so Plenefisch. „Dabei kommt es zu Spannungen und wenn sich diese entladen, findet ein Erdbeben statt.“ In Mittelitalien seien diese Platten nur fünf bis zehn Kilometer unter der Erdoberfläche. 

Das wissen wir zum Erdbeben auf Ischia

Auf der Insel Ischia hat es am Montagabend (21. August 2017) gegen 21 Uhr ein Erdbeben der Stärke 4,0 gegeben – mitten in der Urlaubssaison. Mindestens zwei Menschen starben, mehr als 25 wurden verletzt. Mehrere Gebäude stürzten ein, besonders betroffen waren die Orte Casamicciola und Lacco Ameno. Fähren stehen bereit, um Verletzte und Urlauber von der Insel zu bringen.