Beim Auslaufen aus Dutch Harbour herrscht Gedränge im Palm Court, wo drei mächtige stationäre Ferngläser Weitsicht garantieren. Außerdem sind dort drei große Bildschirme installiert.

Eine an Bord postierte 360-Grad-Hochleistungskamera projiziert alles auf die Videowände, was rund um das Schiff herum im Wasser und an Land passiert. Birdwatching ist angesagt. Mit etwas Glück sollen wir auch Wale sehen können. Weswegen draußen auf Deck die zwölf Winderprobteren unter den Reisenden mit Kameras und Sichtgeräten aktiv sind.

Frau schaut in Dutch Harbour mit einem Fernglas Richtung Meer.
Mit etwas Glück soll man vor Dutch Harbour Wale sehen können. Foto: Claus Lingenauber

„You should see the whale“, tönt es plötzlich durch die Außentür. Die Drinks werden abgestellt, das Gedränge draußen wird noch größer. Und in der Tat taucht in einiger Entfernung mehrfach ein kleiner Minkwal auf. Zum Abschied bläst er noch mal eine Fontäne Luft in die Höhe. Dann ist er weg. „Das war noch ein Baby“, sagt Steve, der sich offenbar gut mit Walen auskennt. Auf dem Bildschirm ist gerade ein Seeotter zu sehen. Die Hochleistungskamera leistet wirklich gute Arbeit.

Während die Mehrheit weiterhin die Tierwelt fest im Blick hat, tobt sich eine Minderheit bei Walzer und Tango auf der Tanzfläche auf – darunter auffällig viele Asiaten. Und da Crystal weiß, dass die meisten Männer eher Tanzmuffel sind, gibt es auf der Serenity professionelle Tänzer, die für die nötige Eleganz auf dem Parkett sorgen. Ein Service, der bei der Damenwelt gut ankommt, betont Hubert Buelacher mit charmant österreichischem Akzent. Er ist der Hoteldirektor des Kreuzfahrtschiffes.  

Dutch Harbour ist ein Fischereihafen auf der Aleuten-Insel Unalaska. Auf dem Eiland leben etwa 5.000 Menschen. Die Zahl steigt während der Hauptfischfangperiode aber auf bis zu 15.000 an. Dann sind hier bis zu 400 Boote im Dauereinsatz. Der Ort hält den Fangrekord für die gesamte USA.

Tsunami-Warnschild auf Dutch Harbour.
Es gibt jede Menge Tsunami-Warnschilder auf Unalaska. Foto: Claus Lingenauber

Zudem ist er das Versorgungszentrum für die karge Insel. Es gibt einen bestens sortierten  Supermarkt, jede Menge Tsunami-Warnschilder, Weißkopfseeadler, die auf Hausdächern sitzen, ein kleines Word-War-II-Museum, ein liebevoll ausgestattetes Museum, das über die Lebensweise der aleutischen Bevölkerung informiert ¬– und einen Schiffsausstatter, bei dem es herrliche T-Shirts mit Aufschriften wie „The most dangerous job in the world – fisherman of the Bering Sea“ gibt. 

Ein eisbedeckter, gut 2.000 Meter hoher Vulkan überragt die Insel. Er macht deutlich, dass wir uns hier über dem „Ring of Fire“ befinden, in einer der explosivsten Gegenden der Erde.

Ein eisbedeckter, gut 2.000 Meter hoher Vulkan überragt die Insel von Dutch Harbour.
Ein eisbedeckter, gut 2.000 Meter hoher Vulkan überragt die Insel. Foto: Claus Lingenauber

Die Route der Crystal Serenity

Die Route der Crystal Serenity führt über die Nordwestpassage.
Die Route der Crystal Serenity führt über die Nordwestpassage. Foto: Vista Travel