7 überfüllte Urlaubsorte – mit Alternative | reisereporter.de

Diese 7 Orte solltest du im Sommer NICHT besuchen

Es gibt Städte, die werden von Touristen überrannt. Venedig gehört dazu, Dubrovnik auch. Trotzdem musst du nicht komplett auf Trips dorthin verzichten. Der reisereporter verrät, wann die Reise zu diesen Zielen noch lohnt – und welche Alternativen es gibt.

Urlauber am Ballermann-Strand, Partymeile an der Playa de Palma, Bucht von Palma, Mallorca, Balearen, Spanien.
Nicht mehr viel Platz: Urlauber am Ballermann-Strand, Partymeile an der Playa de Palma.

Foto: imago/imagebroker

Overtourism in Italien

Venedig

Eintrittskarten für den Markusplatz buchen?! Eine irre Idee, die vielleicht bald wahr werden könnte. Denn Venedig ertrinkt. Aber nicht nur im steigenden Meeresspiegel, sondern vor allem in Touristen. Der Protest der Bevölkerung wird lauter, das Verhältnis zu den Urlaubern angespannter. Overtourism in Venedig scheint die einst so magische Hafenstadt zu entzaubern. Schlange stehen und über überfüllte Brücken quetschen? Nein Danke.

Trotzdem: Wer nicht auf Venedig verzichten möchte, sollte zwischen Oktober und April reisen. Auch ein Besuch unterhalb der Woche, statt am Wochenende, ist eine gute Option. 

Stattdessen: Die Inseln der Lagune sind eine echte Alternative zu Venedig. Auf La Guidecca, Murano und Torcello läuft der Urlaub beispielsweise ruhiger ab. 

Touristenmenge auf dem Markusplatz vor dem Dogenpalast
Touristenmenge auf dem Markusplatz vor dem Dogenpalast. Foto: imago/allOver

Mailand

Ähnlich ergeht es auch anderen europäischen Städten, wie „Local Italy“ berichtet. In Mailand sind die Ausmaße zwar noch nicht so extrem wie in Venedig. Doch auch unter den Bewohnern der Fashion-Metropole macht sich Unmut breit. Selfies vor dem Dom? Aber bitte ohne Selfie-Stick! Das ist nur eine der neuen Reglementierungen des Stadtrats, um das Bild der Stadt trotz Urlaubsboom zu wahren. Ebenfalls verboten: Food Trucks, Glasflaschen, Feuerwerkskörper und Müll einfach liegen zu lassen.

Trotzdem: Noch kannst du hier relativ stressfrei Urlaub machen. Wer die ruhige Seite Mailands kennen lernen möchte, kommt im Oktober und November. Dann finden mal keine Modemessen statt, dafür ist der Oktober noch mild und hüllt die Stadt in warmes Licht. Am ersten November beginnt mit Allerheiligen die besinnliche Zeit, in den Bäckereien gibt es jetzt das traditionelle „pan dei morti“, ein süßes Gebäck mit Kakao und Mandeln, typisch für die Lombardei.

Stattdessen: Como hat auch einen Dom und liegt nur 45 Kilometer von Mailand entfernt am gleichnamigen See. Außerdem chillt George Clooney hier ab und zu in seiner Villa. Wenn das keine würdige Alternative ist!?

Frau macht ein Selfie vor dem Dom in Mailand.
Selfie vor dem Dom in Mailand. Ohne Selfie-Stick kein Problem. Foto: imago/Westend61

 

Spanien: Einheimische protestieren gegen Tourismus

Palma de Mallorca 

Rauch zieht über den Yachthafen, Portestler halten Schilder in die Luft, belästigen die Besucher eines Restaurants – die Anti-Tourismus-Proteste in Palma de Mallorca können einem die Lust auf die nächste Balearen-Reise ganz schön vermiesen. „Tourist go home“ steht überall auf den Hauswänden. Willkommen fühlen wir uns langsam nicht mehr. Aber deshalb ganz auf die Lieblingsinsel verzichten?

Trotzdem: Wenn du dennoch nach Mallorca möchtest, kannst du in den Westen oder Norden der Insel reisen. Auch hier treiben sich viele Touristen rum, die Lage ist aber schon entspannter als in Palma oder an der Ostküste. Bis Mai und ab Mitte September ist keine Hauptsaison, das Wetter trotzdem schön. Gerade im Frühling bezirzt Mallorca mit blühenden Mandelbäumen und Blumen. 

Stattdessen: Menorca. Auf der kleinen Nachbarinsel geht es ruhiger und entspannter zu als auf Mallorca. Kleine Hafenörtchen und versteckte Buchten fordern wahlweise den Entdecker oder das Faultier in dir heraus.

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Son Bou Beach und die Basilica de Son Bou auf Menorca, Spanien.
Son Bou Beach und die Basilica de Son Bou auf Menorca. Foto: imago/Westend61

Barcelona 

Barcelona ergeht es ähnlich wie Mallorca. Auch hier hat es in der Sommersaison Proteste gegen Massentourismus gegeben. Der Unmut richtet sich hauptsächlich gegen Portale wie Airbnb, durch die Wohnungspreise steigen und in einigen Vierteln mehr Betten für Touristen verfügbar sind als für Einheimische. 

Trotzdem: Im März und April ist das Wetter schon recht gut, doch die Sehenswürdigkeiten in der Stadt sind noch nicht überlaufen. Auch das Umland kann jetzt bei Wanderungen entdeckt werden. Im September ist das Meer meist noch warm genug zum Schwimmen. Es kann aber auch noch etwas voller sein als im Frühling.

Stattdessen: Barcelona ist schon ziemlich einmalig, vor allem aufgrund der vielen Bauwerke Gaudís. Seine Werke kannst du aber auch in anderen Städten besichtigen. Beispielsweise in Comillas, einem kleinen Ort in Kantabrien im Norden Spaniens. Hier steht die Villa Quijano, auch „El Capricho“ genannt. Doch auch sonst ist die Architektur des Örtchens spannend. Meer gibt’s natürlich auch. 

Ein Anti-Tourismus-Grafitti im Güell Park von Barcelona.
"Tourist: Dein Luxus-Trip, mein tägliches Leid" - Anti-Tourismus-Protest in Barcelona. Foto: imago/Agencia EFE

San Sebastián

Nicht erst seit die Stadt in der Cocha-Bucht im Jahr 2016 europäische Kulturhauptstadt war, ist San Sebastián ein beliebtes Ziel für den Spanienurlaub. Auch dort protestieren Einheimische unter dem Motto „Euer Tourismus ist das Elend für unsere Jugend.“

Trotzdem: Mit mehreren Musikfestivals beweist San Sebastián im Frühling, dass es Rhythmus im Blut hat. Im Mai ist es warm, aber noch keine Hauptsaison und damit nicht übervoll.  

Stattdessen: 20 Kilometer weiter nach Zarautz fahren. Besonders, wenn du gerne auf dem Surfbrett stehst. Hier warten 2,5 Kilometer feinster Strand mit guten Wellen auf dich. Für den Sundowner danach sind es nur ein paar Schritte bis zur Strandpromenade.

Sonnenanbeter am Strand von La Concha in San Sebastian.
Sonnenanbeter am Strand von La Concha in San Sebastian. Foto: imago/Agencia EFE

Bilbao

Das Symbol für Bilbaos Aufschwung schimmert mal golden, mal silber und türmt sich in Wellen auf. Gemeint ist nicht das Meer beim Sonnenuntergang, sondern das Guggenheim-Museum. Seit seiner Eröffnung vor mehr als 20 Jahren hat sich die Industriestadt zur Urlaubshochburg gemausert. Der Begriff „Bilbao-Effekt“ steht synonym für diesen Effekt.

Aber nicht alle freuen sich darüber. Hier beschmierten Anhänger der linken Jugendorganisation „Ernai“ die Zentrale des Touristenverbands. Bilbao ist sich der Wichtigkeit des Tourismus aber nach wie vor bewusst. Der Vorsitzende des Tourismusverbandes, Harkaitz Millan, betonte, dass das Baskenland ein hochwertiger Urlaubsort bleiben solle, der Tourismus zähle zu den Hauptarbeitgebern, so der britische „Express“. 

Trotzdem: Außerhalb der Hochsaison kommen weniger Touristen. Der Oktober beispielsweise ist trotzdem warm und sonnig. Auch im Winter lohnt eine Städtereise nach Bilbao. Dann ist es zwar kälter, das Guggenheim aber leerer.  

Stattdessen: In Vitoria-Gasteiz, der Hauptstadt des Baskenlandes, gibt’s auch sehenswerte Museen, darunter das Artium für moderne Kunst.

Das Guggenheim-Museum in Bilbao
Grund für den "Bilbao-Effekt": Das Guggenheim-Museum Foto: pixabay.com/txlopez

Weniger Kreuzfahrten in Kroatien

Dubrovnik

„Game of Thrones“-Fans ist sie gut bekannt – und deshalb pilgern sie scharenweise in die kroatische Stadt. Denn Dubrovnik ist einer der Drehorte der Kultserie. Das Problem ist nur: Es kommen zu viele Touristen. Besonders die Altstadt leidet unter dem Ansturm der Tagestouristen und Kreuzfahrturlauber. Die Belastung wurde so groß, dass sogar das Unesco-Komitee damit drohte, der Altstadt von Dubrovnik seinen Welterbe-Status abzuerkennen, sollte die Besucherzahl nicht unter Kontrolle gebracht werden.

Berichten des britischen „Telegraph“ zufolge soll deshalb innerhalb der nächsten zwei Jahre die Anzahl der Besucher im historischen Stadtzentrum auf 4.000 Menschen pro Tag beschränkt werden. Ein drastischer Schnitt. Zum Vergleich: An einem Tag im vergangenen August kamen mehr als 10.000 Besucher. Mit Kameras sollen die drei Stadttore kontrolliert werden, Touristen im Notfall am Eintritt gehindert werden. Auch einige Halte von Kreuzfahrtschiffen werden abgesagt. Mato Franković, der Bürgermeister von Dubrovnik, betont, dass die neuen Regeln zum Wohle der Touristen ausfallen sollen. Loswerden möchte er die Urlauber nämlich nicht, aber die Kontrolle zurückgewinnen.  

Trotzdem: Im Mai, Juni, September oder Oktober nach Dubrovnik reisen. Außerdem das Wochenende von Freitag bis Sonntag meiden.

Stattdessen: Nach Split fahren. Die Stadt im Süden von Kroatien zählt zu den beliebtesten und gleichzeitig preiswerten Urlaubsdestinationen.  

Blick auf die Altstadt von Dubrovnik, Kroatien
Die mittelalterliche Altstadt von Dubrovnik wird von einer dicken Stadtmauer umrahmt. Foto: pixabay.com/ivanbagic

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