Der Big Ben schlägt zu jeder vollen Stunde, fast ununterbrochen seit 157 Jahren. Der „Bong“ auf der Note E wird von den Briten sogar als „The Voice of Britain“ (deutsch: die Stimme Britanniens) bezeichnet. Doch am 21. August 2017 erklang der berühmte Glockenschlag in London zum (vorerst) letzten Mal.

Der Grund: Londons marodes Wahrzeichen muss renoviert werden. Wie das britische Parlament mitteilt, solle der Glockenturm des Westminster Palace durch „ein komplexes Programm an Renovierungsarbeiten“ auch für künftige Generationen erhalten bleiben. Die Sicherheit der Arbeiter im Elizabeth Tower müsse gewährleistet werden, daher verstumme die 13,7 Tonnen schwere Glocke. Geplant ist, dass der berühmte „Dong“ bis ins Jahr 2021 aussetzt.

Big Ben (Kurzform für Big Benjamin) ist der Name für die schwerste von fünf Glocken am Elizabeth Tower. Sie wurde vermutlich nach dem britischen Baumeister und Politiker Sir Benjamin Hall benannt. Im Volksmund wird aber meist der gesamte Turm als „Big Ben“ bezeichnet. 

 

Die vier kleineren Glocken erklingen alle 15 Minuten – das soll auch während der Renovierung erhalten bleiben. Nur zu ganz besonderen Anlässen, zum Beispiel zu Neujahr und zum Kriegstotengedenktag, solle auch die „Great Bell“ erklingen.

Das letzte Mal verstummte die Glocke im Jahr 2007 für sieben Wochen und von 1983 bis 1985 ebenfalls wegen Sanierungsarbeiten. 

Die große Uhr tickt nicht richtig

Steve Jaggs, der „Wächter“ der großen Uhr am Turm sagt: „Das Verstummen von Big Ben ist ein Meilenstein in diesem entscheidenden Erhaltungsprojekt. Als Wächter der großen Uhr habe ich die Ehre sicherzustellen, dass dieses wunderschöne Stück viktorianischer Ingenieurskunst in einem herausragenden Zustand ist.“ Die Arbeiten würden die Uhr und ihr Heim – den Elizabeth Tower – beschützen und erhalten.

Im Rahmen der Renovierung wird auch die große Uhr Stück für Stück auseinandergenommen. Die vier Ziffernblätter werden gereinigt und repariert. Das Uhrwerk wird generalüberholt.

Auch der Buckingham Palace ist renovierungsbedürftig

Nicht nur der Turm, der gesamte Westminster Palace muss saniert werden. Das Gebäude stammt zum Teil aus dem 18. Jahrhundert, in den rund 1.100 Räumen wurde jedoch immer nur das Nötigste getan. Das Milliardenprojekt muss aber noch vom Parlament abgesegnet werden. 

Ebenso steht es um das Heim der Queen, den Buckingham Palace. Das sieht zwar pompös aus, ist aber zum Teil marode. Vor Jahren brach ein Stück Fassade ab und verfehlte nur knapp eine Karosse des königlichen Fuhrparks. Die Renovierung des Palastes soll ebenfalls 2017 starten und etwa zehn Jahre in Anspruch nehmen.