Nipton ist ein kleines Dorf an einem Highway in der kalifornischen Wüste, vier Kilometer von der Grenze zu Nevada entfernt. Es wurde 1910 als Wohnstätte für Goldgräber gegründet, ist rund 120 Hektar groß und hat nur sechs Einwohner (so der Stand der letzten Zählung aus dem Jahr 2016). Viel los ist hier wirklich nicht, es gibt ein Supermarkt, eine Handvoll Häuser, ein Wohnmobil-Stellplatz und ein Hotel mit fünf Zimmern.

Aber das könnte sich bald ändern: „American Green“, eines der größten Cannabis-Unternehmen der USA, hat Nipton gekauft – für fünf Millionen Dollar (knapp 4,3 Millionen Euro). Es will dort ein ganz besonderes Touristenziel schaffen: das „erste energieautarke cannabisfreundliche Touristenziel“ der USA, heißt es in der Pressemitteilung des Unternehmens. Es soll Besucher-Führungen zu Cannabis-Plantagen geben, Mineralbäder, cannabis-freundliche Unterkünfte und Marihuana-Verkaufsstellen. Und da Nipton ein großes Reservoir an Grundwasser hat, will das Unternehmen auch Wasser abfüllen und mit Cannabis-Aroma versetzen.

Schild in Nipton
Viel los ist aktuell nicht in Nipton. Foto: American Green

„Wir wollen hier aber kein Woodstock 2017 schaffen“, sagt der zuständige Projektmanager von American Green, Stephen Shearin, dem „Business Insider“. Vielmehr gehe es darum, eine Gemeinschaft zu schaffen, die den Gebrauch von Marihuana verstehe und akzeptiere.

Die Vorbesitzerin Roxanne Lang hat offenbar nichts gegen die Pläne. So sagte sie nach Angaben von „The Guardian“ auf die Frage, was ihr verstorbener Mann, Gerald Freeman, wohl von den Plänen halten würde: „Ich denke, er würde das Ganze wohl unheimlich lustig finden.“ Er habe kein Problem mit Marihuana gehabt und voll hinter erneuerbaren Energien gestanden. Er selbst hatte bereits vor Jahren eine Solarfarm installiert, die einen Großteil der Energie für Nipton liefert. Diese Anlage soll ausgebaut werden, so Shearin. Eine grüne Stadt durch und durch also.

Marihuana wurde im Jahr 2016 in Kalifornien und Nevada legalisiert, nach Bundesgesetz bleibt es aber illegal.