Auf der ganzen Welt gibt es nur zwei Orte, an denen Schnorlcher gefahrlos mit Quallen schwimmen können: Ein Geheimtipp ist der Quallensee auf der Insel Kakaban, die zum Derawan-Archipel gehört, vor der Küste von Indonesien

Es ist ein unvergessliches Erlebnis: Tausende Quallen leben in dem riesigen See, der von Mangroven-Bäumen umschlossen ist und knapp zwei Drittel der Insel bedeckt. Das Brackwasser (teils Meer-, teils Regen- und Grundwasser) schafft einen einzigartigen Lebensraum, in dem vier Quallenarten leben.

Du kannst in dem klaren Wasser mit den Tieren schwimmen und sie berühren. Zwar haben die Quallen Stacheln, die sind aber so winzig, dass sie für Menschen kaum spürbar sind. 

Ähnlich sah es bis vor einem Jahr auch in Palau aus. Im Salzsee „Ongeim'l Tketau“ auf der Insel „Eil Malik“, die im Pazifik liegt, lebten zu Spitzenzeiten bis zu 30 Millionen goldfarbene Quallen. Er ist daher unter dem Namen „Jellyfish Lake“ bekannt. Wenn die Sonne auf den See schien, dann leuchteten die Tiere wie Lampions. Doch inzwischen sind fast alle Quallen verschwunden.

Der See entstand nach Angaben von „Atlas Obscura“ wohl vor rund 12.000 Jahren durch den Anstieg des Meeresspiegels – so sammelte sich Meerwasser in einer vom Wald umschlossene Senke. Er ist 5,7 Hektar groß – das entspricht knapp acht Fußballfeldern – und 30 Meter tief. Da die Quallen dort kaum natürliche Feinde haben, nahmen sie den ganzen See für sich ein.

Beim Schnorcheln mit den Nesseltieren – so werden Quallen auch genannt – entstanden solche faszinierende Unterwasserbilder:

 

Doch der Quallensee könnte in Gefahr sein. Denn nach Angaben der „Coral Reef Research Foundation“ gibt es immer weniger Quallen. Die Population sei deutlich zurückgegangen, von vormals durchschnittlich acht Millionen auf 600.000 im Jahr 2016. „Auch jetzt gibt es immer noch nur sehr wenige Quallen“, heißt es von der Research Foundation. Der Grund für den Populationsrückgang sei der Klimawandel und vermutlich auch der große Ansturm von Hunderten Touristen täglich. 

Ein Hoffnungsschimmer: Die Quallenpopulation war schon im Jahr 1999 aufgrund des Phänomens El Niño nahezu verschwunden, danach erholte sie sich wieder und wuchs schnell auf zwischenzeitlich bis zu 30 Millionen im Jahr 2005.