Wacken: Metal, Bier und Matsch | reisereporter.de

Es ist wieder Waaaaaaaaaaaaaacken!

Deshalb sollte jeder, wirklich jeder, einmal Wacken mitgemacht haben.

Eine von acht Bühnen auf dem Wacken Open Air 2016
Unter dem riesigen Bullenkopf geben sich die Metal-Bands ein Stelldichein.

Foto: Tobias Schäffer

„Waaaaaaaaaaaaaaaacken!“, dröhnt es in meinem Kopf. Fast wie von selbst formen die Finger meiner rechten Hand  eine Pommesgabel. Ne, ich bin kein Heavy-Metal-Fan. Und nein, dieses Jahr bin ich auch nicht auf dem Festival. 
Aber vergangenes Jahr. Und das war so großartig, dass ich Angst habe, ein anderes Festival zu besuchen. Jetzt, wo alle nur noch über Wacken sprechen, bin ich sehr wehmütig.

Aber von vorne: „Hallo? Wir haben noch ein paar Gummistiefel gefunden“, erklärt eine freundliche Stimme am anderen Ende des Telefons. Ich höre und gucke an Tobias herunter. Ich hatte es mir schon gedacht, als wir ins Auto einstiegen: Weiße Sneaker sind nur bedingt die passenden Schuhe, um bei Wacken dabei zu sein. 

Kurze Zeit später sind mir meine blauen Gummistiefel mit den weißen Punkten auch nicht mehr peinlich. Vielmehr konzentrieren wir uns, halbwegs heile über das Gelände zu kommen. Heile heißt in dem Fall: Keinen Gummistiefel verlieren und nicht hinzufallen. Die geübteren Wacken-Besucher surfen durch den Matsch. Oder tänzeln so edel über den Boden, wie es 50 Zentimeter tiefe Matschpampe zulässt. Das ist wohl eine Frage der Interpretation.

Tatsächlich bin ich alles andere als ein Metal-Head. Genau genommen gehört mein Musikgeschmack in Richtung deutschsprachigem HipHop. Aber hier schließt sich ja irgendwie der Kreis. Schließlich ist Jan Delay auch großer Wacken-Fan. 

 

Wacken: Das weltgrößte Heavy-Metal-Festival

Stage-Diving, Headbanging und Schlammschlacht – in diesen Tagen startet das weltgrößte Heavy Metal-Festival zum 28. Mal. reisereporter Ariane und Tobias waren 2016 am Start und haben euch einige Impressionen und interessante Fakten mitgebracht:

 

Und noch viel genauer genommen ist Wacken auch nicht nur Heavy Metal. Denn neben der riesigen Hauptbühne bietet das unfassbar große Gelände im Wasteland-Areal Szenen aus dem Film „Mad Max: Fury Roads“, Mittelalterfans zielen in ihren ledernen Kluften mit Hackbeilen auf Zielscheiben und Wrestler schleudern sich gegenseitig durch die Seile. 

Tja, und dann ist da noch das „Musikantenstadl“, das eigentlich Beer Garden Stage heißt. Was Jürgen Drews für Mallorca ist, ist Mambo Kurt für die Beer Garden Stage. Hier sitzen Metal-Heads neben Dirndl, Lederhosen und Ottonormalverbrauchern. Niemand kloppt irgendwo irgendwem auf die Birne. Auch nicht vor der großen Bühne.  

„Du musst dir Steel Panther ansehen“, hatte Sabrina mir geschrieben. Sie ist Glam-Rock-Fan, organisiert mit ihrem Freund in Italien Metal-Festivals. Ihn hat sie übrigens bei „Bang Your Head“ in Balingen kennengelernt. Kurz: Sie ist echt eine Expertin, was das Genre angeht. 

Dementsprechend war sie zuerst auch etwas sprachlos, als sie hörte, wo wir hin wollen. Im Gegenzug sind  wir sprachlos als wir Steel Panther unter dem überdimensionalen Ochsenschädel begaffen. 

Ja, gaffen trifft es. Kein Wunder bei Songtexten, die eigentlich nur aus „fuck“, „pussy“ und „bitch“ bestehen … Dazu tragen Lexxi Foxx und die anderen Bandmitglieder zentimeterdicken Eyliner, Lippenstift, lange Haare und knallenge Glitzerjeans. Eine E-Gitarre ziert ein pinkfarbenes Leoparden-Muster. Eine astreine Persiflage auf sämtliche Klischees der Metal-Szene. Und alle Metal-Heads feiern mit.

Jetzt, fast zwölf Monate später, würde ich gerne wieder durch den Matsch waten … 

P.S.: Wer Geschichten aus dem Camper Village vermisst, sorry! Denn: Was dort passiert, bleibt auch dort. 

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