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Eine Liebeserklärung an kostenlose Stadtführungen

Free Tour, Free Walking Tours, Discover (hier passende Großstadt einfügen) – reisereporterin Leonie liebt sie alle! 

Ein Free-Tour-Guide hält in Brüssel einen Schirm in die Höhe.
Nach einer kostenlosen Stadtführung siehst du die City mit anderen Augen. (Symbolbild)

Foto: imago/Xinhua

Wenn ich die Wahl habe zwischen Bus und laufen, dann geh ich zu Fuß. Auch bei Städtereisen. Darum sind kostenlose Stadtführungen für mich die beste Art, ein neues Reiseziel zu entdecken. Aber selbst in deiner Heimatstadt oder deinem Wohnort lernst du mit lockeren Guides und internationalen Touristen mitunter ganz neue Ecken kennen. 

In Hamburg zum Beispiel habe ich zehn Monate gewohnt und gearbeitet. Das reicht nicht, um jeden Winkel der Elbstadt zu erkunden. Meistens bleibst du ja doch in deinem gewohnten Viertel.

Mit einer Freundin, die zu Besuch kam, habe ich deshalb an einer kostenlosen Führung durch das Schanzenviertel teilgenommen. In der Schanze war ich selbstverständlich schon zum Shoppen oder Feiern. Aber wie wenig ich dabei wirklich von meiner Umgebung wahrgenommen habe, ist verrückt. Bei der Street Art-Tour lief ich wie mit neuen Augen durch die Straßen.

Ich war begeistert! Und mir drängte sich eine Frage auf: Warum achten wir eigentlich nicht auch im Alltag mehr auf all die Kunstwerke in unserer Stadt? 

#streetart #hamburg #ankerliebe #zweiteheimat #schulterblatt

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Angefangen hat meine Liebe zu den kostenlosen Touren aber im Urlaub. Ich lese zwar gerne Reiseführer. Allerdings fehlt mir im Alltagsstress manchmal schlicht die Zeit, mich vorm Urlaub auf das Reiseziel vorzubereiten.

Aber: Macht nichts, dann mache ich einfach am ersten Tag eine kostenlose Stadtführung mit. Okay, ganz umsonst kommen Touristen dabei trotzdem nicht weg. Das Konzept ist darauf ausgelegt, dass die Teilnehmer am Ende einen kleinen oder großen Obolus da lassen, je nachdem, wie gut ihnen die Tour gefallen hat und wie viel sie übrig haben. Dieses Prinzip hat den Vorteil, dass die Mehrheit der Stadtführer einen extra guten Job macht. Denn je authentischer, überraschender, kurzweiliger die Tour, desto begeisterter die Gruppe, und desto höher das Trinkgeld.

Vier Städte habe ich auf diese Weise schon erkundet: Helsinki, Prag, Kopenhagen und Hamburg. Dabei stellte ich fest, dass Stadttour nicht gleich Stadttour ist. Alle Veranstalter sind unterschiedlich vorbereitet und ausgestattet, jeder Tourguide hat seine eigene Art und legt individuelle Schwerpunkte.

In Helsinki beispielsweise trug unser weiblicher Tour-Guide von Walking Tours Helsinki ein Headset-Mikro und kleine Lautsprecher mit sich herum. Und eine Geweih-Mütze auf dem Kopf.

Stadtführung in Helsinki
Mit Geweih und Sonnenbrille durch Helsinki. Foto: Greife

Carl von „Discover Prague“ hat Geschichte studiert und erzählte entsprechend enthusiastisch über die bewegte Vergangenheit der tschechischen Hauptstadt. Zur Veranschaulichung zog er immer wieder laminierte Infozettel aus seinem Rucksack. Dank ihm fanden wir außerdem ein günstiges Restaurant mit gutem Gulasch in der Innenstadt und die beste Aussicht auf die Stadt (im Letna Park beim großen Metronom). 

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Durch Kopenhagen führte uns Esben von „New Europe Tours“. Ein sehr adretter Däne, bei dem irgendwie alles genau an seinem Platz zu sein schien: Die Hipster-Beanie, die Hornbrille und jede Anekdote zur dänischen Hauptstadt, ihren zahlreichen Stadtbränden und dem dänischen Trendbegriff Hygge.

Das Wetter war übrigens meistens wirklich grottig. Im Dezember in Kopenhagen war es so nasskalt, dass ich nach zehn Minuten meine Finger nicht mehr spürte. Genauso war es im Februar in Hamburg und im April bei Regen in Prag. Trotzdem würde ich eine kostenlose Stadttour immer wieder jedem Hop-On-Hop-Off-Bus vorziehen!

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