Packliste: Technik für den Urlaub | reisereporter.de

Die „No Bullshit“-Packliste für deine Technik

„Ich überlege, ob ich mein Notebook mitneh…“ – Nein! Du musst nicht dein ganzes Büro mit in den Urlaub schleppen. Wirklich nicht. Unter keinen Umständen. Na gut, fast keinen. Was du auf Reisen wirklich brauchst.

Frau liegt am Strand mit Tablet
Mit Tablet am Strand: Welche Technik-Gadgets müssen wirklich mit in den Urlaub?

Foto: imago/Science Photo Library

Du kannst auf deiner nächsten Reise nicht leben ohne Spiegelreflexkamera, drei Objektive, Actioncam, Tablet, Smartphone, Notebook, drei Powerbanks, drei Adapter für Steckdosen und einen Bluetooth-Lautsprecher? Ganz ehrlich, dann pack doch auch gleich noch den Drucker ein und vergiss das Fotopapier nicht.

Wer sich hingegen noch nicht ganz entschieden hat, dem hilft diese Liste. Mit ein bisschen Planung wird das Gepäck nämlich gleich viel leichter. Der klügste Merksatz aller Zeiten stammt aus dem Film „Wild“ mit Reese Witherspoon. Ein Wanderfreund sagt ihr bei einem Zwischenstopp: „Pack alles aus, ohne das du in den nächsten Wochen nicht leben kannst“.

Brauche ich mein Notebook?

Wenn du vor Ort einen kleinen Spielfilm schneiden willst: Vermutlich schon. In allen anderen Fällen: eher nicht. Ein Notebook ist sperrig, wiegt ein bisschen was – und geht es verloren oder kaputt, ist die Katastrophe groß.

Du wirst ständig daran denken, ob du es im Zimmer lässt oder einen Hügel hochschleppst. Selbst wenn ich von unterwegs Artikel schreiben muss, behelfe ich mir mit einem iPad Mini und Tastatur. Tablets sind robuster, leichter und brauchen weniger Strom.

Brauche ich mein iPad oder Tablet?

Vermutlich nicht, es sei denn, du musst arbeiten. Vielleicht willst du es mitnehmen, um auf langen Zwischenetappen mal einen Film anzuschauen oder Bilder zu bearbeiten. Als Bilderspeicher sind sie allerdings schlecht geeignet.

Eine gute SD-Karte hat mehr Speicher als die meisten Tablet-Computer – und ist billiger. Und sie wird vermutlich nicht geklaut – falls doch, ist es auch egal. Nützlich sind Tablets, falls du deine Bilder ins Netz hochladen willst. Für die meisten Anschlüsse gibt es kleine SD-Lesegeräte. 

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Brauche ich meinen externen Lautsprecher?

Nein. 

Aber ich –

Nein.

Brauche ich meine Spiegelreflexkamera?

Das ist fast schon eine religiöse Frage. Ich habe mir ein Smartphone mit mechanischem Zoom gegönnt (Samsung Galaxy Zoom) und eines ohne Zoom, aber mit guter Kamera. Seitdem bleibt meine Vollformat-Kamera daheim. Das spart mir gut fünf Kilo Gepäck.

Ich mag das Gefühl, jederzeit nur mit einer Gürteltasche und ein paar Muscheln in der Hose loslaufen zu können. Viele Reisende fotografieren Postkartenmotive – das spare ich mir, die gibt’s gratis im Internet. Und selbst wenn nicht – Landschaften lassen sich mit modernen Smartphones ausgezeichnet aufnehmen. 

Mein Fotoprofil: Ich mache Selfies, ich fotografiere meine Freunde und ich fotografiere Tiere. Für Tiere wünsche ich mir manchmal eine DSLR mit 300er Zoom. Aber wer einmal drei Kilo Kamerazeug durch einen Urlaubstag geschleppt hat, der ist davon kuriert. 

Zwei Fragen helfen bei der Entscheidung: Welche Fotos deiner Reise schaust du dir hinterher noch an? Es sind selten die 17 Bilder pro Sonnenaufgang. Was machst du mit deinen Fotos? Wer direkt auf Instagram posten möchte, der ist mit seinem Smartphone vielleicht doch besser beraten. 

Achja, Bonus-Frage: Wie kann ich mir meine DSLR schön reden? Du willst nach der Reise einen tollen Foto-Abend für deine Freunde machen, am liebsten auf dem Beamer? Außerdem ist sie neu und überhaupt? Dann nimm sie halt mit. Und vergiss dein Stativ nicht. Wirst schon sehen, was du davon hast.

Welche Objektive brauche ich?

Selbst ich als Festbrennweiten-Junkie würde auf Reisen nur ein einziges Objektiv mit Zoom mitnehmen. Vielleicht Weitwinkel bis zu einem leichten Zoom-Effekt, ungefähr 35mm bis ungefähr 70. Wer auf Safari wilde Tiere fotografieren will, der ist mit einer größeren Brennweite gut beraten, 200mm dürfen es dann schon sein.

Aber: Objektive mit dieser Brennweite wiegen auch einiges, wenn die Qualität stimmen soll. Das gute Canon 200mm Objektiv wiegt 1,5 Kilo – ohne Kamera gerechnet. 

Wer Menschen fotografiert oder sich in engeren Gassen herumtreibt, der braucht eher Weitwinkel und die natürliche „Brennweite“ von 50mm (bei Vollformatkameras, bei anderen entsprechend weniger – meist 35mm). 

Brauche ich eine Action-Cam?

Im Zweifel: Warum nicht? Sie ist klein und wiegt nicht viel. Gerade für Taucher, Surfer und andere Wasserratten ist die Action-Cam eine günstige Möglichkeit, schöne Fotos und Videos zu machen. Dazu kommt: Modelle mit WLAN übertragen ihre Aufnahmen meist sehr einfach auf eine Smartphone-App, so dass die Bilder schnell nach Hause geschickt sind. 

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Brauche ich meine Powerbanks?

Ja. Tatsächlich landete ich am Golf von Mexiko mal in einem Hotel, in dem es keine Steckdosen gab. Ich werde nie vergessen, wie sich das ältere Ehepaar mit seinen zwei identischen Pocket-Kameras im Nachbarzimmer stritt, weil sie keine Steckdosen fanden.

Pro-Tipp: Für etwa 30 Euro bekommst du sehr leistungsfähige Powerbanks. Mit denen übersteht das Smartphone auch mal zwei bis drei Tage ohne Steckdose. Eine gute Powerbank hat 20.000 Milli-Ampere-Stunden, abgekürzt mAh. Stärkere Geräte darfst du möglicherweise nicht mit ins Flugzeug nehmen. Rechenbeispiel: 20.000mAh/1000 * 5V = 100 Wh, also Wattstunden.

Und das ist auch schon der Grenzwert, den die Internationale Luftverkehrsvereinigung (IATA) empfiehlt. Die Angaben stehen auf jeder Powerbank drauf, also mach dir keine Hoffnungen. Für Wandertouren habe ich mir kleinere Powerbanks zugelegt, deren Gewicht fällt im Gepäck nicht weiter auf.

Brauche ich Reiseadapter?

Ja. Nicht zu vergessen: In anderen Ländern dauert es manchmal länger, einzelne Geräte zu laden. Deshalb kann es sich lohnen, zwei davon mitzunehmen.

Pro-Tipp: Besser funktioniert möglicherweise ein lokales Ladegerät. Hierbei solltet ihr aber unbedingt darauf achten, Markenware zu kaufen. Also ein iPhone-Ladegerät von Apple und ein Samsung-Ladegerät von Samsung. Wer hier billig kauft, der zerstört möglicherweise (mindestens) sein Gerät.

Eine Freundin von mir setzte einst die Kochzeile ihres Hotelzimmers in Brand. Wer unsicher ist, sollte beim Hersteller nachfragen, ob das eigene Gerät wirklich für die Ladestecker im Zielland geeignet ist. 

Brauche ich meine externe Festplatte?

Eigentlich nicht, weil du bei ganz vielen Anbietern Fotos online speichern kannst, bei Google Drive zum Beispiel oder Apples iCloud. Sie haben auch den Vorteil, dass du deine Bilder direkt vom Smartphone hochladen kannst. Für deine externe Festplatte brauchst du dagegen ein Notebook.

Die entspannte Alternative: Besorg dir große schnelle Speicherkarten. Die wiegen fast nix, gehen nicht so schnell kaputt und sind viel schneller getauscht. Die progressive Methode wäre es ja, keine 5.000 Fotos zu machen. Aber ich will nicht unrealistisch werden.

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Die Autorin
Höre niemals auf zu lernen; diese Grundidee des Lebens treibt Isabell Prophet um (die Welt). Jahrgang 1986, sie lebt als Autorin kurz vor dem Ende von Berlin. ... mehr
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