An der First Avenue in Seattle liegen nicht nur die ältesten Bars und Kneipen, wie zum Beispiel das „J&M“ oder der „Central Saloon“, der Stadt, sondern am Pioneer Square befindet sich auch der Eingang zur Altstadt, die in den heutigen Katakomben der Stadt liegt. 

Der wahre Untergrund von Seattle ist nicht etwa ein Tunnel- oder Kanalisationssystem, das irgendwann erbaut wurde, nein, es ist das ursprüngliche Zentrum der Stadt, was heute unter den Avenues und Wolkenkratzern versteckt liegt. 

Seattle liegt direkt an der Elliot Bucht und somit auf Höhe des Meeresspiegels. Das war auch der Grund, weshalb die Stadt früher regelmäßig überschwemmt wurde. Der viele Regen in Seattle trug sein übriges dazu bei, dass die Straßen damals eher aus tiefen Matsch-Furchen bestanden, als aus ebenen Fahrbahnen. 

Die neuen Häuser werden auf die alten gebaut 

Als Seattle bei einem Brand am 6. Juni 1889 fast vollständig zerstört wurde, entschied die Stadt, ab sofort keine Holzhäuser mehr zu erlauben. Also bauten die Einheimischen neue Häuser aus Stein auf den Ruinen auf. Auf beiden Seiten der matschigen Straße errichteten sie bis zu zehn Meter hohe Mauern, so dass auch eine höher gelegene Straße benötigt wurde. Seattle sollte sich auf zwei Ebenen abspielen.

Während des Wirtschaftsbooms im Jahr 1890 eröffneten zahlreiche ehrgeizige Geschäftsleute ihre Läden in den ehemaligen Häusern und beachteten dabei nicht, dass diese irgendwann im Keller liegen würden, wenn die neue Straße mit der oberen Ebene der Häuser verbunden wird. 

Bill Speidels Underground Tour
Die alten Fassaden der Geschäfte sind noch recht gut erhalten. Foto: Landmeedchen

Als der Wirtschaftsboom vorbei war, verließen die Geschäftsleute ihre Läden im Untergrund und die alte Stadt verkam zu nutzlosen Katakomben. Jahre später glaubten selbst die Einwohner Seattles, dass es sich bei ihrer Geschichte nur um eine „Urban Legend“ (Urbane Legende) handelt. 

Bill Speidels Underground Tour
Teilweise sind sogar die Möbel der alten Bars im Untergrund noch recht gut erhalten. Foto: Landmeedchen

Seit 1965, damals anlässlich des „Know your Seattle“-Tages, werden regelmäßig Touren durch die Katakomben angeboten. Heutzutage kannst du die unglaubliche Geschichte über das versunkene Seattle bei einer 75 Minuten langen Tour selbst miterleben. 

Neben der verborgenen Altstadt gibt es noch viel mehr skurriles in Seattle zu entdecken. 

Die rote Etage in der Seattle Public Library

Hier siehst du rot! Die Bibliothek von Seattle sieht nicht nur von außen ungewöhnlich aus. Geh einfach hinein und in den ersten Stock, um für ein paar Augenblicke in einem roten Meer zu versinken. 

Public Library Seattle
Die Atmosphäre in der roten Etage der Bibliothek von Seattle ist ganz besonders. Foto: Landmeedchen

Marktschreier auf dem Pike Place Market

Wenn du Seattle besuchst, kommt du sowieso irgendwann zum Pike Place Market. Der liegt oberhalb des Hafens und von den Fenstern aus hast du einen tollen Blick über die Bucht. Im Markt selbst gibt es unzählige Stände mit Lebensmitteln, Essen aus fernen Ländern, Kunsthandwerk und auch ein paar verrückte Vodoo-Läden. Direkt am Eingang erwartet dich ein großer Fischstand. Hier solltest du ein paar Minuten verharren, denn wenn ein Kunde einen ordentlich großen Fisch kauft, brüllen die Jungs vor Freude und stimmen ab und zu sogar in ein Lied ein. 

Pike Place Market
Für den Pike Place Market solltest du ein bisschen mehr Zeit einplanen, denn hier gibt es so viel zu entdecken. Foto: Landmeedchen

Die Kaugummi Wand

Gleich um die Ecke vom Pike Place Market liegt die Post Alley. Hier findest du die berühmte „Gum Wall“, auf der auch du dich mit einem ordentlich durchgekauten Kaugummi verewigen kannst. 

Seattle Gum Wall
Hier wurde schon ordentlich gekaut und geklebt. Foto: Landmeedchen

Die Einhorn Bar

Die Unicorn Bar ist wie ein Wimmelbild. Je länger du dich hier umsiehst, desto mehr verrückte Dinge entdeckst du. 

Unicorn Bar Seattle
Die Unicorn Bar ist nichts für empfindliche Augen oder Menschen mit einer Vorliebe für Minimalismus. Foto: Landmeedchen

Das „Pinball Museum“

Wenn du auf Oldschool-Flipper-Maschinen stehst, lohnt sich ein Besuch im „Pinball Museum“. Das Spielen ist zwar umsonst, aber der Eintritt kostet 15 USD.  

It's never to late to learn and love pinball #pinballlove #pinball #gaming

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Der asiatische Kitsch-Markt

Freien Eintritt gibt es dafür im Uwajimaya, einem asiatischen Großmarkt mit viel Kitsch und fantastischem Essen. Hier gibt es „Hello Kitty“-Brillen sowie leckere Matcha-Pfannkuchen und Regebogen-Wassereis.