Kann ich meine Reise stornieren?

Eine Kündigung beziehungsweise Stornierung wegen höherer Gewalt ist nur dann gerechtfertigt, wenn der Urlaub erheblich beeinträchtigt ist. „Wenn die Reise genau in die Erdbebenregion führt, dann kann der Vertrag zum Beispiel über eine Pauschalreise gekündigt werden“, sagt Paul Degott, Anwalt für Reiserecht. Zum einen sei davon auszugehen, dass die Infrastruktur rund um das Zentrum zerstört ist und zum anderen bestehe die Gefahr, dass Nachbeben erneut die Region erschüttern.

Geht die Reise allerdings in entfernte Regionen, die von dem Erdbeben beziehungsweise von dem Tsunami nicht betroffen sind, kann sie erfahrungsgemäß weder vorab gekündigt noch währenddessen abgebrochen werden. Angstgefühle seien keine konkrete Gefährdung der Reise, erläutert Degott. 

Wie hoch ist die Gefahr eines weiteren Erdbebens?

„Nachbeben sind ganz normal“, sagt Thomas Plenefisch, Seismologe an der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe, in Hannover. Üblicherweise gebe es ein größeres Beben und viele kleinere, die im Laufe der Zeit abnehmen. 

Was bisher bekannt ist

In der Nacht von Donnerstag auf Freitag hat es in der Nähe der griechischen Insel Kos und vor der Küste der Türkei nach Angaben der US-Erdbebenwarte (USGS) ein Seebeben der Stärke 6,7 gegeben. Die griechischen Behörden sprechen von einem Wert in Höhe von 6,5. Infolgedessen kam es zu einer Tsunami-Welle.

Zwei Menschen sollen bei dem Beben gestorben sein. Ob es sich dabei um deutsche Touristen handelt ist nicht bekannt. Behörden nennen zudem mehr als 100 Verletzte. Zahlreiche Häuser haben Risse in den Fassaden. Einige seien eingestürzt. Einwohner und Touristen mussten die Nacht außerhalb der Gebäude verbringen.