Apps und Tools für die Reiseplanung | reisereporter.de

Voll verplant?! Geniale Tools für die Reiseplanung

Einfach wegfahren und gehen, wohin das Herz dich trägt? Kannste machen. Du kannst aber auch planen. Das geht mittlerweile bequem auf allen Geräten. Ihr lasst euch treiben, ich hab ein Spreadsheet: Tipps für die Reiseplanung von einem Kontrollfreak.

Zwei Frauen sitzen vor dem Laptop zur Reiseplanung
Urlaubsplanung mit Apps und Spreadsheet

Foto: imago/Science Photo Library

Ist mir egal, ob ihr euch lieber treiben lasst. Ich plane meine Reisen – und zwar mit einem Tabellenprogramm. Excel, Google Spreadsheet, ihr kennt das. Der Blick meiner besten Freundin wurde ein wenig starr, als ich ihr das erste Mal den Link zu einem dieser Dokumente schickte und stolz grinste.

Oh ja, das ist mein Ernst!

Der Vorteil liegt ja wohl auf der Hand: Ich kann für die einzelnen Orte Daten für die Hotels hinterlegen, gute Restaurants recherchieren, die Wegstrecke gleichmäßig verteilen. Und ich sehe vorher, was der Spaß kostet. Für die Reiseplanung gibt es verschiedene praktische Tools, einige stelle ich euch unten vor. Ich selbst arbeite mit Tabellen, weil sie so herrlich einfach zu teilen sind. Über jeden Messenger kann ich das Dokument an meine Mitreisenden verschicken, die können sie ergänzen oder mir einen Vogel zeigen, jeder wie er mag.

Ich baue diese Dokumente ganz praktisch auf. Es beginnt mit dem jeweiligen Wochentag, bei längeren Reisen steht auch das Datum noch daneben.

Weiter geht es mit dem Start- und Zielort des Tages, direkt daneben stehen die zurückgelegten Kilometer. Gerade bei Wanderungen oder Radtouren kann eine solche Liste vor der totalen Erschöpfung bewahren. Was man hier wirklich bedenken sollte: Es sind am Ende des Tages meist noch ein paar Kilometer mehr. Mal, weil ein Restaurant unerwartet geschlossen ist. Oder weil ihr einfach zickzack gepaddelt seid. Ganz unten rechne ich die Kilometer mit dem Summen-Befehl zusammen – und mache einen Bullshit-Test: Wenn der Berlin-Usedom-Radweg 300 Kilometer lang ist, wieso sind es dann in meiner Tabelle nur 250? Planung ersetzt Zufall durch Irrtum – und Irrtümer sind vermeidbar.

Auch die Hotels bekommen eine eigenen Spalte, an dieser Stelle erst einmal nur der Name. Die entsprechenden Links ergänze ich weiter hinten.

Die Kosten bekommen eine eigene Spalte, addiert aus den einzelnen Bereichen, auch sie rechne ich unten zusammen. Daneben stehen die Kosten fürs Hotel (G), daneben ein geschätzter Betrag für das Essen am jeweiligen Tag (H) und eine Sonstiges-Spalte (I). Kurtaxen können eine überraschende Summe ergeben, auch Eintrittsgelder für die Sehenswürdigkeit am Wegesrand kommen dazu. Im Spreadsheet sieht die Kostenspalte F also so aus: =G2+H2+I2, ganz unten steht: =sum(F2:F11).

Die Tabelle endet mit den Links. Einmal die Verknüpfung zur Seite des Hotels, einmal einen Maps-Link. Nach einem langen Tag möchte ich nicht lange suchen, ich möchte ankommen. Dann muss ich den Link nur anklicken und die Routen-Navigation einstellen.

Und sonst so?

Für die Reiseplanung bietet der Appstore die App Tripwolf (auch für Android). Sie hat für viele Ziele weltweit schon Aktivitäten und Hotels verzeichnet, wie Bausteine können sie zu einer Reiseplanung hinzugefügt werden. Ich finde die Idee großartig, die Umsetzung ist aber noch nicht perfekt. Ich hätte mehr Optionen zur Individualisierung gebraucht – und eine Funktion, mit der ich Kilometer und Kosten übersichtlich darstellen kann. Trotzdem: Die App ist einen Blick wert. Die Testversion ist gratis, Länder-Editionen kosten Geld.

Trello (oder Android) ist ja eigentlich für jede Lebenslage nützlich. In verschiedenen Reitern könnt ihr euch notieren, was ihr wann machen wollt, welche Restaurants ihr spannend findet und auf welcher Webseite es Informationen zu den Cuevas del Drach gibt. Ähnlich funktionieren auch Evernote (Android hier) und Wunderlist (Android hier).

Der große Vorteil dieser Tools: Ihr könnt Screenshots aus eurem Lieblings-reisereporter-Artikel darin abspeichern und das Ganze schaut deutlich schicker aus, als ein Spreadsheet.

Aber ich mag mein Spreadsheet. Deshalb noch eine kleine Anmerkung zum Geld: Viel leichter wird die faire Kostenverteilung, wenn ihr eine zweite Tabelle mit den tatsächlichen Ausgaben anlegt. Eine Spalte für das Datum, eine Spalte für die Art der Ausgabe, eine Spalte für jeden Mitreisenden (da kommen die Zahlen rein). Eine Zeile für jede Ausgabe. Am Ende könnt ihr die durchschnittlichen Ausgaben pro Person berechnen: Summen der Spalten bilden (zum Beispiel: =sum(C2:C11)), zu einer Gesamtsumme addieren und durch die Zahl der Leute teilen, zum Beispiel durch vier (also: =(C12+D12+F12+G12)/4). Das Ergebnis zieht ihr von den Ausgaben der Einzelnen ab. Wer drunter liegt (positives Vorzeichen), zahlt die Differenz. Wer drüber liegt (negatives Vorzeichen), kriegt was raus.

Hier seht ihr ein Beispiel: Reise-Excel-Tabelle für Planungs-Nerds

Ja, ich mag ein Nerd sein. Dafür habe ich bis jetzt noch immer den perfekten Urlaub geplant.

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