Die Region Flandern im Norden Belgiens grenzt an die Niederlande, Deutschland und Frankreich. Außerdem teilt sie sich ein Stück Nordsee mit dem Vereinigten Königreich. Durch die Einflüsse der verschiedenen Nationen und den Reichtum an heimischen Erzeugnissen hat sich eine enorm große kulinarische Vielfalt entwickelt. Allein in Flandern gibt es mehr als 100 Restaurants, die mit mindestens einem Michelin-Stern ausgezeichnet wurden.

Das wirkt sich auch auf den Nachwuchs aus, der nun mit einer Portion Rock’n’Roll die flämische Küche aufmischen möchte. Die hochtalentierten Jungköche sind alle unter 35 Jahre alt – einige von ihnen wurden bereits mit einem Michelin-Stern gekrönt. Ihr Ziel ist es, ihren Gästen die Speisen als Gesamterlebnis zu präsentieren.

Seppe Nobels möchte gerne mehr junge Menschen in Sterne-Restaurants sehen
Seppe Nobels möchte gerne mehr junge Menschen in Sterne-Restaurants sehen Foto: Landmeedchen

Seppe Nobels ist 34 Jahre alt. Erst ist Chefkoch im Graanmarkt 13 in Antwerpen. „Wir möchten der jungen Generation die Spitzenküche näher bringen. Viele junge Menschen finden, dass Sterne-Küche unbezahlbar ist. Sie trauen sich teilweise kaum in die Restaurants rein, weil sie glauben, dass ihnen das eine Nummer zu edel ist. Wir konzentrieren uns 
auf lokale Produkte, die hier in der Region von hiesigen Bauern und Erzeugern angebaut oder gezüchtet werden. Unsere Gerichte sind mit viel saisonalem Gemüse und Kräutern zubereitet, so dass wir das Mittags-Menü bereits für 35 Euro und das Dinner-Menü für 45 Euro anbieten können.“

    Rik, der König der Stadtbienen
Rik, der König der Stadtbienen Foto: Landmeedchen

Seine Kräuter baut Seppe auf dem Dachgarten des Restaurants an, auf dem auch seine Bienenkörbe stehen. Regelmäßig kommt Imker Rik vorbei, um nach den Tieren zu sehen. „Den Bienen geht es hier in der Stadt hervorragend, vielleicht sogar noch besser als ihren Kollegen auf dem Land, denn dort sind viele Wildblumen der Landwirtschaft zum Opfer gefallen. Es gibt fast nur noch Nutzfelder. Hier in der Stadt bepflanzen die Menschen ihre Balkone mit bunten Blumen: Ein Paradies für die Bienen“, sagt Rik.

Davy, Chefkoch des Volta. aus Gent
Davy, Chefkoch des Volta. aus Gent Foto: Landmeedchen

Die Kitchen Rebels legen viel Wert auf individuelle Atmosphäre. Ein ganz besonderes Projekt ist das „Volta. Summer Camp“. Das „Volta.“ ist ein Restaurant in Gent, in dem der 28-jährige Davy De Pourcq seine Kochkünste ausübt. 

Ein lauer Sommmerabend im Pop-Up-Restaurant
Ein lauer Sommmerabend im Pop-Up-Restaurant Foto: Landmeedchen

Im Sommer gibt es einen Monat lang das Summer Camp. Letztes Jahr hieß es Summer Brewing Camp und fand neben einer alten verlassenen Brauerei statt. Dieses Jahr heißt es „Summer Pop-Corn Camp“, weil das Pop-Up-Restaurant mitten in einem Maisfeld errichtet wird.

Die Gäste nehmen dabei an einer langen Tafel unter großen geschwungenen Zeltplanen-Platz, von der Decke baumeln Glühbirnen. Den Aperitif gibt es zunächst in einer Sofa-Lounge. Es herrscht eine romantische Atmosphäre – für die Köche ist das eine wahre Herausforderung. 

Ein Sommernachtstraum mit köstlichem Essen
Ein Sommernachtstraum mit köstlichem Essen Foto: Landmeedchen

Davy erklärt: „Wir arbeiten hier ohne richtige Küche. Alle Speisen müssen so vorbereitet werden, dass wir sie mit minimalen Möglichkeiten finalisieren können. Es kann Stromausfälle, Regengüsse oder Stürme geben. Deswegen sehe ich das Summer Camp auch als eine Art Teambuildung-Maßnahme. Denn wir alle hier müssen zusammen funktionieren, um unseren Gästen ein unvergessliches Erlebnis bieten zu können.“