Die schönsten Strände an der Ostsee | reisereporter.de

Das sind die schönsten Strände an der Ostsee

Tatsächlich gibt es in Mecklenburg-Vorpommern Sand und Meer fast ohne Ende. Aber wo sind zwischen Dierhagen und Ahlbeck die schönsten Badestellen? Unsere reisereporter verraten, wo sie am liebsten in der Sonne liegen und vom Alltag abtauchen.

Pärchen am Strand von Zingst.
Kultur und Natur – Zingst wuchert mit beiden Pfunden und lockt die Stralsunder mit schneller Erreichbarkeit.

Foto: Frank Burger

Weich und kuschelig – der Strand in Zinnowitz

Zwei-Klassen-Gesellschaft am Zinnowitzer Strand: In der ersten Reihe am Wasser haben die Strandmuschelfans ihr Revier, an der Düne stehen die Strandkörbe (rund 890). Dennoch bietet der breite Sandstrand in Zinnowitz genug Platz zum Entspannen. „Und zum Buddeln“, wie Sven Gundlach von der Kurverwaltung betont.

Das Besondere ist, dass die lose Sandschicht mit rund 30 bis 40 Zentimetern sehr dick ist. Damit liegst du hier sehr kuschelig und weich. Gundlach begründet das mit den Aufspülungen: „Wir haben hier keine Abtragsküste.“

Auch das Drumherum stimmt hier: In Strandnähe stehen rund 250 Stellflächen auf drei Parkplätzen (Stunde 1,50 Euro/ Tagesgebühr acht Euro) zur Verfügung. Weil am rund 1.700 Meter langen Strandabschnitt um die 45 Mülltonnen stehen, ist es sauber. Täglich werden die Tonnen geleert. Für die Sicherheit der Badegäste wird auch gesorgt – auf den vier Türmen sind 14 Rettungsschwimmer im Einsatz.

Und die Versorgung? In Strandnähe bekommst du die Klassiker wie Fischbrötchen, Currywurst, Bratwurst oder Crêpes, natürlich auch Eis – die Kugel für 1,50 Euro.

Der Zinnowitzer Strand ist der Lieblingsstrand von Henrik Nitzschke.
Der Zinnowitzer Strand ist der Lieblingsstrand von Henrik Nitzschke: Rund 2.400 Meter lang, von denen 1.700 Meter bewirtschaftet werden. Hort stehen 890 Strandkörbe. Foto: Henrik Nitzsche

 

 

Zingst und der Darß geh’n immer

In 45 Minuten der Stadt entfliehen, den weißen Zuckersand unter den Füßen spüren, das Meeresrauschen in den Ohren haben und die salzige Luft schmecken: Das sind die Argumente für den Lieblingsstrand Zingst. Der Darß geht für Stralsunder einfach immer. Und das sieht man auch an den vielen HST oder VR-Autokennzeichen, die sich auf den zahlreichen Parkplätzen breit machen.

Es gibt nämlich einen großer Vorteil an diesem kilometerlangen Küstenabschnitt. Auch wenn sich die meisten schnell auf einen „Stammstrandaufgang“ einpegeln (was unter uns Kollegen übrigens sehr penibel aufgeteilt wird, um sich nicht ins Gehege zu kommen), muss man sich gar nicht unbedingt festlegen.

Je nach Lust und Laune kann es bei dem einem Sonntags-Ausflug der turbulente Sportstrand sein, beim nächsten Mal geht es mit dem Rad über den Deich in Richtung Müggenburg, wo es ruhiger wird, oder man bleibt an der Seebrücke und bummelt nach einem faulen Sonnentag abends noch durch den Ort. Denn da ist immer was los, weil es Zingst schafft, mit zwei großen Pfunden zu wuchern, mit Natur und Kultur. 

Der Strand in Zingst ist der Lieblingsstrand von Marlies Walter.
Der Strand in Zingst ist der Lieblingsstrand von Marlies Walter, weil dort Kultur und Natur begeistert und der Strand die Stralsunder mit schneller Erreichbarkeit lockt. Foto: Frank Burger

Verstecktes Idyll: Der Rügener Nordstrand bei Putgarten

Abgelegen, wild und ursprünglich: Der Nordstrand am äußersten Zipfel der Insel Rügen bei Putgarten ist etwas für Menschen, die die unberührte Natur lieben. Zwar müssen Gäste vom kostenpflichtigen Parkplatz (Route führt über einen Plattenweg, am besten erreichbar über Fernlüttkevitz) noch eine steile Treppe zum Strand heruntersteigen, aber die Mühe lohnt allemal.

Hier hält sich der Publikumsverkehr auch im Sommer in Grenzen, ein freies Plätzchen für das Handtuch zu finden ist kein Problem. Mit einigen Steinen am Strand und teils kräftigen Wellen muss gerechnet werden, dafür punktet die Badestelle mit ausnehmend klarem Wasser und wenig Algen.

Und in Sachen Romantik gibt es sowieso nichts Besseres auf Rügen – hier am Nordstrand lässt sich einmalig beobachten, wie die Sonne im Meer versinkt. Vielleicht beim Picknick? Verpflegung solltest du nämlich mitnehmen, Imbissstände gibt es am Nordstrand nicht.

Auch Mülleimer sind rar, daher die Bitte: Abfall wieder mitnehmen! Für den größeren Hunger gibt es Einkehrmöglichkeiten im autofreien Örtchen Putgarten. Tipp: Etwas Wind weht hier eigentlich immer. Deshalb lieber auch wärmere Kleidung einpacken.

 

Der Nordstrand ist der Lieblingsstrand von Anne Ziebarth.
Der Nordstrand ist der Lieblingsstrand von Anne Ziebarth: Durch die Bäume am Hochufer zwischen Putgarten und Fernlüttkevitz siehst du ihn hervorblitzen. Foto: Anne Ziebarth

Perlenkette in feinem Sand in Dierhagen-Neuhaus

Wie an einer Perlenkette aufgereiht liegen die Gäste am Strand von Dierhagen-Neuhaus. Der Strand ist zugegebenerweise vergleichsweise schmal. Aber der feine Sand erstreckt sich kilometerweit ohne Buhnen. Im Winter ist der Abschnitt darum bei Sandschürfern beliebt, die ihre kilometerlangen Röhren am liebsten in Dierhagen-Neuhaus reparieren.

Los genug ist an dem Strandabschnitt allemal, Volleyball im Sand ist ebenso möglich wie möglicherweise ein Mitmachen bei Angeboten eines nahen Hotels. Dort gibt es Strandkörbe, weiter entfernt ist das nur Badelaken im feinen Sand angesagt. In einer kleinen Außenstelle haben Rettungsschwimmer der DLRG das Geschehen am Strand und dem küstennahen Gewässer im Auge.

Wer möchte, kann sich Erfrischendes bei einer mobilen Strandversorgung holen. Geparkt wird wenige hundert Meter entfernt für fünf Euro am Tag. Der Kurbeitrag beträgt zwei Euro täglich, ist für Tagesgäste aber mit der Parkgebühr abgegolten. Eis gibt es in einer der beliebtesten Eisdielen, eine Kugel kostet einen Euro. Zwischen Parkplatz und Strand existiert eine etwas gewöhnungsbedürftige „Pommes-Meile“.

Der Strand in Dierhagen-Neuhaus ist der Lieblingsstrand von Timo Richter.
Der Strand in Dierhagen-Neuhaus ist der Lieblingsstrand von Timo Richter. Einzigartig: Mehrere Kilometer lang finden sich dort keine Buhnen. Foto: Timo Richter

Bodden, Ruden, Peenemünde: Von Freest aus siehst du alles

Klein, fein und ein toller Ausblick – so präsentiert sich der Strand im Fischerdorf Freest, direkt an der Mündung des Peenestroms in den Greifswalder Bodden. Der Strand hat feinkörnigen Sand und ist nur wenige hundert Meter lang. Wegen des großen Flachwasserbereiches davor wird er gern von Familien mit Kleinkindern aufgesucht. Auch ein paar Strandkörbe gibt es. Der Strand ist gepflegt und sauber, die Gemeinde hält Mülltonnen vor. Mittlerweile finden nicht nur Einheimische wie ich den Weg dorthin. Auch bei Urlaubern hat sich Freest einen Namen gemacht: Der Ort verlangt keine Kurtaxe. Und alljährlich Anfang August findet das beliebte Fischerfest statt. 

Beim Sonnenbad kann man vorüberfahrende Schiffe gucken. Gegenüber liegt Peenemünde, das ehemalige Kraftwerk ist weithin sichtbar. Mit der Fähre können Fußgänger und Radler übersetzen. Zur nahen Insel Runden fahren Fischkutter. 

Leckere Fischbrötchen, Kaffee und frischer Kuchen sowie Eis – die Kugel für 1 Euro, Sanddornsofteis für 1,50 oder 2,50 Euro – sind direkt am Hafen zu bekommen, wo die Luft nach Meer riecht und man den Fischern noch bei der Arbeit zuschauen kann. Idylle pur!

 

Der Strand in Freest ist der Lieblingsstrand von Conny Meerkatz.
Der Strand in Freest ist der Lieblingsstrand von Conny Meerkatz. Auf dem Foto genießen Annett Strehlow und Martin Krüger (l.) aus Wolgast beim Strandspaziergang ein Eis aus dem Café „Häppchen“. Foto: Conny Meerkatz

Im Naturbad Grimmen kommt Spaß nie zu kurz

Hier kommt ein kleiner aber feiner Außenseiter, denn Ostsee-Strand gibt's in Grimmen nicht. Auf einen stundenlangen Strandspaziergang müssen die Einwohner daher verzichten. Dafür haben sie in der Stadt aber ein großes Naturbad. Die gepflegte städtische Anlage hat einen kleinen Strandbereich, große Rasenflächen, Volleyballfelder und einen kleinen Kiosk. Das angestaute Wasser der Trebel hat eine super Qualität und plätschert in einem Nichtschwimmer- und einem Schwimmerbereich.

Und auch die Eintrittspreise sind fair. Kinder und Rentner zahlen einen Euro, Erwachsene sind mit einem Tagesticket für zwei Euro ebenfalls kostengünstig dabei. Ausreichend viele Parkplätze befinden sich vor dem Eingang des Freibades und sind kostenlos nutzbar.

Damit einem sicheren Badespaß auch nichts im Wege steht, wacht ein Team der Wasserwacht des Deutschen Roten Kreuzes am Beckenrand. Das Grimmener Naturbad ist ein Kleinod für die ganze Familie. Durch die unterschiedlichen Wassertiefen genießen hier sowohl Kleinkinder als auch Rentner sowie Nichtschwimmer und Sportschwimmer die Anlage. Der perfekte Ort, um sich kurzentschlossen zu entspannen und einen Badetag zu genießen. 

Das Grimmener Naturbad ist der Lieblingsstrand von Raik Mielke.
Das Grimmener Naturbad ist der Lieblingsstrand von Raik Mielke: Das traditionelle Neptunfest dort ist nur eines der Highlights, die im Sommer viele Besucher anlocken. Foto: Raik Mielke

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