Hat die Bahn eine Chance gegen Billigflieger & Co.?

Die Deutsche Bahn investiert kräftig in ihrer Service-Sparte und bietet immer mehr. Aber ist das Angebot auch wirklich besser?

Fahrkartenautomat in einem Bahnhof
Mit Sparpreisen lockt die Deutsche Bahn Kunden. Wer allerdings erst kurz vor Abfahrt eine Fahrkarte löst, wird diese eher nicht nutzen können (Symbolfoto).

Foto: imago/Eibner

Von Zeit zu Zeit ist die Fahrt mit der Deutschen Bahn so erquickend wie eine Partie Russisches Roulette. Jedes Mal hoffst du, dass es dich nicht trifft – sei es nun die Kugel oder dass dein Zug Verspätung hat/ausfällt/die Klimaanlage nicht funktioniert/[insert here random train experience]. Andere hingegen werden zu richtigen Bahn-Fans. Gerade bei Inlandsflügen verzichten sie lieber auf Billig-Jet und reisen auf Schienen.

Genau hier geht die Deutsche Bahn nun in die Offensive: Sie scheint Low-Cost-Airlines und Fernbus-Anbietern den Garaus machen zu wollen. Der reisereporter hat die Indizien dafür gesammelt:

Neue Sparpreis-Kontingente

Das ist wohl das offensichtlichste Indiz für den kampfeslustigen Bahn-Konzern. In sehr regelmäßigen Etappen schmeißt das Unternehmen Extra-Sparpreis-Tickets auf den Markt. Aktuell sind eine Millionen Tickets ab 19,90 Euro noch bis zum 16. Juli 2017 freigeschaltet. Mit Bahncard gibt es sogar noch mal 25 Prozent Rabatt auf den Sparpreis – du bekommst also Tickets auch ab 14,90 Euro (mit Bahncard). Kinder unter 15 Jahren fahren kostenlos mit.

Wermutstropfen: Die beliebten Strecken wie etwa Köln/München-Berlin oder nach Hamburg und umgekehrt sind sehr schnell ausverkauft. Wenn du allerdings bei deiner Buchung flexibel bist und nicht auf einen bestimmten Tag oder eine bestimmte Uhrzeit festgelegt bist, hast du gute Chancen, auch noch spontan eine günstige Fahrkarte zu bekommen. 

Mehr Flexibilität

Sowohl die Bahncard Flex 50 als auch 25 ist monatlich kündbar und monatlich zahlbar. Normalerweise wird das Abo für ein Jahr abgeschlossen. Die Karte kostet dann 6,50 Euro beziehungsweise 25 Euro pro Monat. Was du allerdings beachten solltest: Erst nach mindestens drei Monaten kann die BahnCard monatlich gekündigt werden. Nach Adam Riese werden also auf jeden Fall 19,50 Euro beziehungsweise 75 Euro fällig. 

Regulär kostet das Jahresabo 62 Euro (Bahncard 25) beziehungsweise 255 Euro (Bahncard 50). Heißt: Du investierst auf jeden Fall rund 30 Prozent des Normalpreises, wenn du sie doch zwölf Monate nutzt.

Noch bis zum 31. Juli 2017 ist das Angebot gültig.

 

Kostenfreies WLAN

Lange, lange, lange haben die Zweite-Klasse-Reisenden auf kostenfreies WLAN gewartet. Die Deutsche Bahn hat den Wunsch erhört und Anfang 2017 in ihren ICE umgesetzt. Fernbusse bieten diesen Service ebenfalls an. Die Fluglinien sind dabei, ein ähnliches Angebot umzusetzen

Für jeden Fahrgast in einem ICE stellt die Bahn 200 MB zur Verfügung – für jedes Endgerät. Hast du also ein Notebook, ein Smartphone und ein Tablet dabei stehen dir 600 MB zur Verfügung. Zum E-Mails checken und schreiben sowie das eine oder andere Youtube-Video anschauen reicht das Volumen. 

Ein, zwei Kritikpunkte bleiben allerdings bestehen: Es passiert häufiger, dass der WLAN-Zugang gar nicht funktioniert. Außerdem ist es schon ein Unterschied, ob du von Hamburg nach Freiburg reist und 200 MB zur Verfügung hast, oder eben „nur“ die Strecke Hannover-Berlin fährst.

Service-Angebot

Das ist wirklich ein Pluspunkt der Deutschen Bahn. Das Service-Angebot hat enorm zugenommen. Sowohl digital als auch real.

Die Bahn-App ist oftmals zuverlässiger als die Service-Hotline – und vor allem schnell. Ticket-Buchungen sind darüber auch ohne Probleme möglich. Was ebenfalls cool ist: Du musst dir nicht für jede Stadt die App für den öffentlichen Nahverkehr runterladen. Selbst Straßenbahn- und Busverbindungen werden dir angezeigt.

An Bord hat das Bistro auch eine mobile Einheit. Die Preise für Essen und Getränke sind durchaus vertretbar. Schließlich kannst du bequem auf deinem Platz bleiben. 

Testlauf für Viel-Pendler

Derzeit testet der Konzern am Stuttgarter Hauptbahnhof die sogenannte Bahnhofs-Box. Das ist ein gekühltes Schließfachsystem, in das du deine Lebensmitteleinkäufe liefern lassen kannst, die du zuvor online bestellt hast. Vertragspartner ist Edeka. Die Schließfächer lassen sich via QR-Code oder Identifikationsnummer öffnen, die bei jedem Einkauf individuell generiert werden. Bezahlt wird direkt online, oder an der Box mit EC- beziehungsweise Kreditkarte. 

Auf Perspektive sollen die Boxen auch für Apotheken, Wäschereinigungen und weitere Lebensmitteldienste genutzt werden können. 

 

Hat die Bahn eine Chance gegen Billigflieger & Co.?

 

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