Sri Lanka: Tempel, Tee & wilde Tiere | reisereporter.de

Reise durch Sri Lanka: Tempel, Tee und wilde Tiere

Der südasiatische Inselstaat Sri Lanka wird bei Reisenden immer beliebter. 2016 kamen mehr als 130.000 deutsche Touristen. Kein Wunder, das Land hat viel zu bieten. reisereporterin Nora erzählt von ihrer Rundreise.

Idylle pur: Blick auf einen Strand in Sri Lanka.
Idylle pur: Blick auf einen Strand in Sri Lanka.

Foto: Nora Lysk

Herman Gunaratne ist eine lebende Legende, wenn es um Tee geht. Seit 45 Jahren ist der mittlerweile 73-Jährige im Geschäft. Erst für die Engländer, später, als das sozialistische Sri Lanka die Fabrikanten enteignete, war Herman plötzlich im Staatsdienst.

Für den jungen Mann machte das damals keinen Unterschied, ging es ihm doch immer nur darum, die beste Ernte zu erhalten. Mittlerweile bewirtschaftet er die 200 Hektar, die einst seinem Großvater gehörten, ohne Kolonialherren im Rücken oder staatliche Vorgaben in den Verträgen. 

15 Tonnen des singhalesischen Golds exportiert Herman pro Monat in die ganze Welt. Eine schier unglaubliche Menge, wenn man bedenkt, dass man aus 150 Gramm frischen Blättern nur 25 Gramm Tee gewinnen kann. Auch das erklärt, warum Tee hier immer noch als Luxusprodukt gehandelt wird.

Herman Gunaratne ist seit 45 Jahren im Teegeschäft in Sri Lanka.
Herman Gunaratne ist seit 45 Jahren im Teegeschäft. Täglich führt er Touristen durch seine Plantage. Foto: Nora Lysk

So wie der weiße zum Beispiel. „The Virgin White Tea“ ist Hermans ganzer Stolz, eine der edelsten Sorten, die aus den jungen, ganz zarten Blättern gewonnen wird. „Er ist der beste“, sagt Herman. Und er muss es wissen. 15 bis 20 Tassen trinkt der Plantagenbesitzer täglich.

Hat Herman ausnahmsweise keine Tasse Tee in der Hand, zieht er an seiner Zigarre. So wie ich mir einen richtigen Plantagenbesitzer eben vorgestellt habe. Hier wird Genuss gelebt – und gern auch geteilt. Täglich öffnet er seine Pforte für Besucher, die auf der Küstenroute zwischen Galle und Matara unterwegs sind und eintauchen wollen in das echte singhalesische Leben.

Sri Lanka. Traumhafte Buchten für Surfer

Hier im Süden Sri Lankas reihten sich lange einfach nur die traumhaften Buchten aneinander. Surfer und Backpacker bevölkerten die Strände. Doch seit Kurzem ist Sri Lanka aus dem touristischen Dornröschenschlaf erwacht. Den kleinen Badeort Weligama beispielsweise, einst Geheimtipp unter Wellenreitern, hat die Marriott-Gruppe für sich entdeckt.

 

Sri Lanka: Rundreise in Bildern

Etwas weiter östlich, in Tangalle, das nicht nur bekannt ist für seine geheimnisvollen Tempelanlagen, ist die asiatische Luxusgruppe Anantara mit einem Haus vertreten. Wiederum nur ein paar Autominuten weiter hat die Shangri-La-Gruppe vor einem Jahr ihr erstes Resort auf Sri Lanka eröffnet. 300 Zimmer, 21 Suiten, Butlerservice – wer Luxus sucht, wird ihn garantiert hier finden. Am hoteleigenen Strand sind sogar das Dauerhupen der Tuk-Tuks und das Kläffen der Straßenhunde wie vergessen. Auf Sri Lanka wird dem luxusver- und -gewöhnten Südasientouristen mittlerweile jeder Wunsch erfüllt. Es ist – wie überall auf der Welt – eben alles nur eine Frage des Geldes. 

Nach den blutigen Bürgerkriegsjahren, die das Land bis 2009 ins Chaos stürzten, und dem verheerenden Tsunami von 2004 ist das Land im Indischen Ozean wieder in der ersten Urlaubsliga angekommen. Das weiß auch Plantagenbesitzer Herman, der mittlerweile sogar ein Teemuseum eröffnet hat und seither täglich zum Tasting einlädt. Dann gibt es weißen, grünen und natürlich den tiefschwarzen Ceylon-Tee, für den die Insel so berühmt ist. 

Schnitzelrestaurants in der Hauptstadt

„Klasse statt Masse“ lautet das Motto, das die Regierung vor ein paar Jahren für den Tourismussektor ausgegeben hat. Die Ziele sind ambitioniert, aber längst nicht utopisch. Jährliche Steigerungsraten von 20 Prozent will man bis 2020 erreichen.

Und Deutschland ist mittlerweile fast im Soll: 2016 kamen rund 133.000 deutsche Touristen nach Sri Lanka. Im Vergleich zum Vorjahr mit 116.000 bedeutet dies eine Steigerung um 14,7 Prozent. 

Buddha kam trotzdem auf die Insel.

Die Deutschen sind gern gesehene Gäste, zählt das Land doch zum drittwichtigsten Markt nach Indien und Großbritannien. Das ist auch daran sichtbar, dass es in der Hauptstadt Colombo mittlerweile recht authentische Schnitzelrestaurants gibt. 

Buddha kam trotzdem auf die Insel. Der Legende nach besuchte der Erleuchtete Sri Lanka gleich dreimal und wählte sie als Wiege des Buddhismus aus. Buddha ist zwar längst wieder weg, was aber blieb, ist sein regenbringender Zahn. Der wird in Kandy aufbewahrt und ist Symbol des singhalesischen Nationalstolzes. 67 Prozent des 23-Millionen-Einwohner-Staates am Fuße Indiens sind Buddhisten. Und sie pilgern mindestens einmal im Leben zum Zahntempel nach Kandy. 

Elefanten beobachten im Nationalpark

Doch Sri Lanka bietet weit mehr als nur Tempel und Tee. Nordöstlich von Hambantota liegen die großen Nationalparks. Wer das Abenteuer sucht, kann sich den Geländewagen im Morgengrauen direkt zum Hotel bestellen. Um 6 Uhr startet die Tour ins Elefantenparadies.

Elefant im Nationalpark in Sri Lanka.
In den Nationalparks lassen es sich die wilden Elefanten gut gehen. Foto: Nora Lysk

Im offenen Wagen geht es durch verschlafene Dörfer. Um diese Zeit stehen die Tuk-Tuks noch still. Nur die Hunde verfolgen die abenteuerlustige Gruppe Richtung Uda-Walawe-Nationalpark, wo die wilden Tiere wohnen. Das 308 Quadratkilometer große Schutzgebiet ist längst nicht so überlaufen wie beispielsweise der bekanntere, etwas weiter westlich gelegene Yala-Nationalpark. Und das zahlt sich aus.

Etwa 700 Elefanten leben hier. Ein Stausee bietet nicht nur den grauen Dickhäutern hervorragende Lebensbedingungen. Hirsche, Leoparden, Sumpfkrokodile und Scharen von Zugvögeln sind hier heimisch. Und weil es sich unter den Fahrern meist wie ein Lauffeuer verbreitet, wo gerade der beste Fotostopp ist, wird keiner den Park verlassen, ohne auf die eine oder andere Elefantenfamilie zu treffen. Hier sitzen Pfauen in den Bäumen, Echsen auf Zaunpfählen und Elefantenjunge messen ihre Kräfte an den Geländewagen – das Auto verliert meist. 

Elefanten stehen vor Tempeln und einfach so am Straßenrand.

Überhaupt Elefanten. Sie sind nicht wegzudenken von dieser Insel. Sie stehen vor Tempeln und einfach so am Straßenrand. Im Shangri-La-Resort in Hambantota stehen sie sogar im Garten. Hier wiegt am Mittag ein Bulle gemütlich von einem Bein auf das andere und wartet auf die Braut. Die sollte jetzt eigentlich auf dem genügsamen Dickhäuter Richtung Traumstrand und Traummann reiten. Doch das Kleid hat der jungen Singhalesin einen Strich durch die Rechnung gemacht. Es war schlicht zu eng. Probleme gibt es eben auch im Paradies.

Sri Lanka: Tipps für den Urlaub

Anreise: Emirates bietet tägliche Flüge von Frankfurt am Main, Hamburg oder auch München die größte Stadt Colombo an – mit einem Zwischenstopp in Dubai.

Einreise: Alle Sri-Lanka-Reisenden benötigen einen mindestens noch sechs Monate lang gültigen Reisepass. Für einen Kurzaufenthalt bis zu 30 Tage ist das online zu beantragende Visum ETA nötig. Die Gebühr beträgt derzeit 32 Euro. Informationen dazu findet man auf den Websites der Botschaft und Konsulate von Sri Lanka. Wer einen längeren Aufenthalt plant, muss bei einer zuständigen Botschaft ein Visum beantragen.

Klima: Auf Sri Lanka herrscht tropisches Monsunklima. Wegen der Nähe zum Äquator liegen die Temperaturen das ganze Jahr über relativ gleichbleibend zwischen 28 und 30 Grad Celsius. Auch nachts fällt die Temperatur nur selten unter 25 Grad. Zwischen Mitte Mai und Ende September herrscht der regenreiche Südwestmonsun. Dann sind vor allem die West- und die Südküste von starken Niederschlägen betroffen. Der Osten und Nordosten bleiben in dieser Zeit trocken. Von Oktober bis Mitte April trifft der weniger starke Nordostmonsun den Norden und den Osten der Insel. 

Gesundheit: Für einen Aufenthalt werden alle gängigen Impfungen sowie eine Impfung gegen Tollwut empfohlen. Wichtig ist auch ein ausreichender Mückenschutz. Saisonbedingt tritt auf Sri Lanka landesweit Dengue-Fieber auf. Dagegen gilt das Land mittlerweile als malariafrei. Nähere Informationen findet man auf den Seiten des Auswärtigen Amtes.

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