11 Uhr: Welterbe-Haus. Direkt neben der Tourismuszentrale liegt das Welterbe-Haus, das einen guten Einstieg für ein erstes Kennenlernen der Stadt bietet. Das typische Kaufmannshaus aus der Hansezeit (um 1350 erbaut) informiert nicht nur interaktiv über die Geschichte der Hansestadt und über den Grundgedankendes Unesco-Welterbe- Programms, sondern überrascht auch mit dem sogenannten Tapetenzimmer. Auf 64 Quadratmetern Wandfläche sind farbenprächtige wertvolle französische Bilddrucke zu sehen.

Sibylle Donath (41), Leiterin der Tourismuszentrale Wismar, präsentiert das Tapetenzimmer.
Sibylle Donath (41), Leiterin der Tourismuszentrale Wismar, präsentiert das Tapetenzimmer. Foto: Wolfgang Maxwitat

12 Uhr: St.-Georgen-Kirche. Das imposante Gotteshaus, in dem auch Theaterstücke aufgeführt werden, lockt vor allem mit seiner Aussichtsplattform. Mit einem gläsernen Fahrstuhl geht es flott hinauf. Aus 35 Metern Höhe gewinnst du einen schönen Überblick über die Stadt und den Alten Hafen. Auch die St.-Nicolai-Kirche, die zweite der drei großen Hauptkirchen Wismars, ist zu sehen.

13 Uhr: Marienkirchturm. Hier sparen wir uns den Aufstieg über die 330 Stufen bis zur Aussichtsstelle in 63 Metern Höhe. Wir sehen uns lieber den zwölfminütigen Film über die Kirchenbaustelle im Mittelalter an. Eine 3-D-Produktion, die eindrucksvoll zeigt, wie vor Jahrhunderten die Marienkirche entstand. Heute steht nur noch der Turm, der früher auch als Seezeichen diente. Denn nach schweren Bombenschäden im Jahr 1945 wurde die Ruine nicht gesichert und 1960 schließlich gesprengt. Die Dimensionen des Gotteshauses sind aber noch sichtbar – die Grundmauern der dreischiffigen Basilika stehen noch.

Von der Marienkirche stehen nur noch der Turm und Fundamente.
Von der Marienkirche stehen nur noch der Turm und Fundamente. Foto: Wolfgang Maxwitat

14 Uhr: Marktplatz. Er gehört mit 10.000 Quadratmeter Fläche zu den größten in Norddeutschland. Wer eine Pause braucht, kann den Stadtkern in einem der Cafés und Restaurants erst einmal auf sich wirken lassen. An der Nordseite steht das strahlend weiße Rathaus, gegenüber die Wasserkunst, das ehemalige Brunnenhaus, von dem aus die Stadt mit frischem Wasser versorgt wurde.

Noch heute ist die Wasserkunst ein Ort zum Erfrischen: Anja Riehm aus Ludwigshafen hält die Beinchen ihrer acht Monate alten Tochter Johanna unter die Wasserspeier Nix und Nixe. Auch der „Alte Schwede“ ist am Marktplatz zu finden, ein Traditionsrestaurant, in dem 1993 bereits Schwedens Königspaar Silvia und Carl Gustav zu Gast war. Am Markt starten auch die Busse zu ihren meist einstündigen Stadtrundfahrten.

„Alter Schwede“: Hier speiste 1993 schon das schwedische Königspaar.
„Alter Schwede“: Hier speiste 1993 schon das schwedische Königspaar. Foto: Wolfgang Maxwitat

15.30 Uhr: Krämerstraße. Wir schlendern die weitläufige Fußgängerzone hinunter, in der schon in früheren Jahren gefeilscht und gehandelt wurde. Vor einem großen ockerfarbenen Eckhaus spielt ein Musiker Klavier. Hier steht das Stammhaus der Karstadt AG. 1881 eröffnete Rudolph Karstadt hier sein erstes Tuch-, Manufaktur und Konfektionsgeschäft. Seitdem hat sich einiges verändert – doch eine Rolltreppe sucht man bis heute vergebens. Eine Stahltreppe verbindet die vier Etagen des Geschäftshauses miteinander.

16 Uhr: Baumhaus. Seinen Namen verdankt das schicke quadratische Gebäude dem früher hier gewesenen Schlagbaum. Der „Baum“, das war ein schwimmendes Langholz, das die Hafeneinfahrt sicherte. Vor dem Haus stehen zwei Schwedenköpfe, die etwas grimmig dreinblicken. Sie markierten früher die Einfahrt zum Hafen und erinnern heute daran, dass Wismar von 1648 bis 1803 zum schwedischen Königreich gehörte. Damals wurde die Stadt zu einer der größten Seefestungen Nordeuropas ausgebaut.

16.30 Uhr: Alter Hafen.Von hier starten die Hafenrundfahrten, auch das Museumsschiff Poeler Kogge „Wissemara“ macht hier fest. Wir gehen an der Kaikante entlang, das Wassertor vor uns fest im Blick. Es ist das letzte von fünf Stadttoren, die in die Stadtmauer eingebaut waren. Für die Heimfahrt empfiehlt es sich, noch ein Fischbrötchen zu kaufen. Das sollte schnell gegessen werden, denn die imposanten Silbermöwen sind ebenfalls hungrig und greifen gern zu, wenn sich die Gelegenheit bietet. 

Am Alten Hafen reicht Maximilian Dombrowski (26) Sprotten, Buttermakrele, Flunder und Heilbutt über die Reling.
Boote als Fischgeschäft: Am Alten Hafen reicht Maximilian Dombrowski (26) Sprotten, Buttermakrele, Flunder und Heilbutt über die Reling. Foto: Wolfgang Maxwitat