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Tour auf dem Lutherweg in Sachsen und Thüringen

In Sachsen und Ostthüringen hat der Reformator Martin Luther viele Spuren hinterlassen. Wir wollen sie finden. Und Neues, Spannendes, Witziges am Wegesrand entdecken. Die reisereporter gehen zum Reformationsjubiläum auf Pilgertour.

Ein Schild zum Lutherweg in Mittelsachsen
Der Lutherweg in Sachsen führt Pilger, Wanderer und Touristen auf rund 550 Kilometern an mit der Reformation verbundene Orte.

Foto: imago/Rainer Weisflog

Spannende Entdeckungsreise mit Martin Luther: Die reisereporter pilgern zum Jubiläumsjahr der Reformation 2017 auf dem Lutherweg in Sachsen und Ostthüringen. Von Nordsachsen über den Landkreis Leipzig, die Region Döbeln bis ins Altenburger Land gehen wir auf Spurensuche. Wo gibt es die schönsten Etappen, witzige Anekdoten, interessante Menschen und nette Pilgerherbergen?

Leipzig-Eilenburg-Löbnitz-Bad Düben

Nach dem Start an der Leipziger Thomaskirche folgt nach einigen Kilometern Eilenburg. Zwischen 1518 und 1545 besuchte Luther die Stadt ungefähr ein dutzendmal. In einer seiner letzten Predigten soll er die Muldestadt schließlich eine „recht gesegnete Schmalzgrube“ genannt haben. Dazu hat ihn dem Anschein nach der Wohlstand der Stadt bewogen.

 

Von Eilenburg führte der Weg weiter nach Löbnitz. Der kleine, aber feine Ort an der Mulde ist mehr als nur ein Geheimtipp. Die Gäste, die aus dem In- und Ausland kommen und in Löbnitz übernachten, haben vor allem von der evangelischen Kirche gehört und wollen deren Decke bewundern, die auf 168 Bildern biblische Geschichten aus dem Alten und Neuen Testament zeigt.

Im nächsten Ort, in Bad Düben, verkündete Luther 1519 in der St. Nikolai „die neue evangelische Lehre“. Die Stadtkirche ist eine von drei Stationen bei der Luther-Stadtführung, die durch die Kurstadt angeboten werden.

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Bad Düben-Torgau-Schildau

Wer sich auf den Weg von Bad Düben nach Torgau macht, vor dem liegt eine etwa 30 Kilometer lange Strecke. Es geht durch flaches, manchmal etwas hügeliges Gelände. Ein großer Teil der Strecke führt durch die dicht bewaldete Dübener Heide.

Wer vom Lutherweg etwas abweicht, der sollte einen Abstecher nach Authausen in die Vorgeschichte machen. Dort haben englische Studenten vor 15 Jahren ein germanisches Langhaus nachgebaut. Kurz vor dem Dorf Weidenhain stößt man auf eine Sandsteinsäule mit Relief – die sogenannte Bärensäule. Sie erinnert an eine Geschichte, die sich 1562 abgespielt haben soll, als Kurfürst August I. bei der Jagd von einem Bären verfolgt wurde.

Wer auf dem Weg nach Torgau durch Süptitz kommt, sieht von da aus schon die Türme von Schloss Hartenfels und der Marienkirche. In Büchern findet sich der Vergleich, dass Wittenberg die Wiege und Torgau die Amme der Reformation sind. Über 40 Mal soll sich der Reformator in der Stadt aufgehalten haben. Das hatte zwei Gründe – Luthers Lehre wurde von den Torgauer Bürgern aufgesogen und der Kurfürst auf Schloss Hartenfels war die Lebensversicherung für Luther.

Das Torgauer Stadtmuseum in der Wintergrüne dokumentiert sehr genau die Entwicklung des Ortes. Sonderausstellungen im Schloss spiegeln den höfischen Prunk wider und die Katharinen-Stube in der Katharinenstraße widmet sich Luthers Ehefrau Katharina von Bora.

Das reformatorisch wichtigste Gebäude in Torgau ist wohl die Wintergrüne 2, die alte Superintendentur. 1530 schrieben in den Mauern des Hauses Luther, Melanchthon, Jonas und Bugenhagen die Grundfassung der Torgauer Artikel nieder, die theologischen Grundlagen für den evangelischen Glauben.

 

Bis Schildau sind nun noch etwa 13 Kilometer zu bewältigen. Obwohl nur ein beschauliches Ackerbürgerstädtchen, kennt fast jeder die Stadt der Schelme und Narren. Nach dem Stadtrundgang geht die Wanderung weiter in Richtung Wurzen.

Schildau-Wurzen-Trebsen

Willkommen in Frauwaldes wilden Wäldern! In der Höllenfurt gilt es den Teufelsstein zu entdecken. Der sagenumwobene Findling aus skandinavischem Granit – ein Jahrtausende alter Kultort.

Unterwegs nach Heyda lohnt ein Abstecher durch Falkenhain. In der Karl-Marx-Straße 10 wurde zwar nicht die Bibel übersetzt. Dafür verbrachte der geistreiche Kinderbuchautor Erich Kästner dort seine ersten großen Ferien.
Vor Dornreichenbach vereinigen sich Luther- und Jacobsweg mit – Vorsicht! – der Enduro-Crossstrecke. Falls es laut und staubig wird, versöhnt ein Blick auf den Steinbruchsee, fast eine kleine felsige Meeresbucht. Ein Muss: Der Besuch des Tiergeheges Dornreichenbach.

Von weitem grüßt dann auch schon die Skyline von Wurzen, einer der ältesten und schönsten Städte Sachsens. Gleich am Eingang, an der Südwand des Wurzener Doms, befindet sich der Grabstein von Johann Martin Luther und seiner Frau Regina. Der Urenkel des Reformators war einst Gutsbesitzer, Stiftsrat und Domherr.

Weiter geht es nach Dehnitz. Auf dem Wachtelberg thront der 21 Meter hohe Bismarckturm. Über den ehemaligen Bahndamm geht es immer der Mulde entlang Richtung Neichen. Auf der anderen Muldenseite erblicken wir die Mittelalterhochburg Trebsen.

Trebsen-Grimma- Kloster Nimbschen-Colditz

Ein „Hauch Italien“ weht zwischen Trebsen und Grimma. Nahe Schmorditz erinnert ein Kreuz an acht italienische Soldaten. In den letzten Kriegstagen 1945 wurden sie von Amerikanern versehentlich erschossen.

In Golzern geht es über die Muldenbrücke nach Bahren. Direkt am Ufer schlängelt sich der Weg vorbei an der legendären Prinzengrotte. Der Überlieferung nach fanden die sächsischen Prinzen Maximilian und Anton in der Grotte Unterschlupf, als sie bei einer Bootsfahrt in ein Unwetter gerieten.

 

Im wunderschönen Grimmaer Vorort Hohnstädt wandeln wir leicht erhöht auf den Spuren von Friedrich Schiller. Der Dichterfürst besuchte hier 1801 seinen Freund und Verleger Georg Joachim Göschen. Haus und Garten sind noch immer zu besichtigen. Ein Stück Weimar mitten in der Provinz!

Was dann folgt, ist die Perle des Muldentals höchsselbst. Luther war oft in Grimma. An Besuche bei seinen Klosterbrüdern erinnern noch vier Lutherrosen am Portal des heutigen Gymnasiums „St. Augustin“.

Weiter nach Nimbschen und nach einem Abstecher ins „Dorf der Sinne“ können Wanderer mit der Fähre nach Höfgen übersetzen. Oder einfach weiter Richtung Kleinbothen und Zeit sparen. Die brauchen wir, um in Großbothen die einstige Wohn- und Arbeitsstätte von Wilhelm Ostwald, des ersten sächsischen Chemie-Nobelpreisträgers, zu besichtigen. Es lohnt sich!

Nächste Station: Schönbach. Das Postkartendorf liege mit Fug und Recht am Lutherweg. Der Ort steht beispielhaft für die Reformation auf dem Lande, die eben nicht nur städtisches Ereignis war. Bis Colditz ist es dann nur noch ein Katzensprung.

Colditz-Mügeln-Kloster Sornzig-Leisnig

Eine Bilderbuchlandschaft breitet sich vor dem Wanderer aus, wenn er Colditz hinter sich lässt: Kleine Dorfstraßen schlängeln sich Richtung Podelwitz, und gemächlich fließt die Mulde. Hinter Commichau erscheint das Wasserschloss Podelwitz am Horizont. 2002 tobte auch hier das Flüsschen Mulde und verursachte große Schäden am Ensemble. Heute ist davon nichts mehr zu sehen, das Schloss ist ein beliebtes Ausflugsziel.

 

Hinter dem Schloss überqueren wir die Mulde und folgen dem Wegeverlauf durch den Schatten spendenden Wald. Anschließend verläuft die Route über Dürrweitzschen, Zschoppach und Ablaß durch das Obstland.

Der nächste Ort auf dem Lutherweg ist Glossen. Und wer den Zeitpunkt seiner Wanderung geschickt gewählt hat, kann sich eine Verschnaufpause gönnen und jetzt die Schmalspurbahn nach Mügeln nehmen. Zu ausgewählten Terminen werden die urigen Wagen sogar von der Dampflok Wilder Robert gezogen.

 

Mügeln ist eine Einladung an den Wanderer: Der Marktplatz ist schnuckelig saniert. Überhaupt finden Wanderer in der einstigen Bischofsstadt überall ein Plätzchen zum Ausruhen, denn Mügeln ist „Bankenzentrum“ mit kreativ gestalteten Sitzgelegenheiten.

Während die Türme der Stadtkirche Sankt Johannis und des Schlosses Ruhethal schon von Weitem sichtbar sind, bleibt die Kirche St. Marien zunächst noch verborgen. Zu Unrecht, ein Besuch der vermutlich größten sächsischen Dorfkirche lohnt sich.

Blick aus luftiger Höhe auf Mügeln – das „Bankenzentrum“ der Collm-Region.
Blick aus luftiger Höhe auf Mügeln – das „Bankenzentrum“ der Collm-Region. Foto: Sven Bartsch

Nur vier Kilometer hinter Mügeln folgt das Dorf Sornzig mit seinem Kloster Marienthal. Von 1241 an kümmerten sich hier bis zur Reformation Zisterzienserinnen um den Obstanbau. Diese Tradition wird heute noch gepflegt.

Das grüne L auf weißem Grund markiert überall verlässlich den Lutherweg, der weiter nach Stocken und über Gallschütz führt. Von dort lassen wir durch eine Unterführung die A14 hinter uns und wandern weiter Richtung Wollsdorf, Naunhof und Beiersdorf bis Görnitz. Später geht es auf gepflasterten Wegen weiter, bevor sich nach einem letzten Anstieg der Blick auf Leisnig bietet.

Leisnig-Kloster Buch-Döbeln-Waldheim

Der Wandersmann auf des Reformators Spuren nimmt von Fischendorf aus den steilen Anstieg hinauf in Leisnigs Altstadt. Von weitem grüßt die Burg Mildenstein. Von hier aus wurde einst das Heilige Römische Reich deutscher Nation regiert: Im 12. Jahrhundert gehörte die Burg dem Kaiser Barbarossa. Auf Mildenstein ist ein richtiges Verlies zu besichtigen, zudem ist hier der größte Stulpenstiefel der Welt ausgestellt.

 

In der Kirchstraße zieht ein Haus mit einem Renaissance-Portal aus Porphyr die Blicke auf sich: Das Stadtgut. Das Obergeschoss beherbergt eine Dauerausstellung über Luthers Wirken. Der Reformator wohnte vermutlich im Stadtgut schräg gegenüber der Matthäi-Kirche.

Zum Markt hinauf und über die Obermarktgasse geht es hinab ins Muldental und dem Flussverlauf folgend Richtung Klosterbuch. Das ehemalige Kloster Buch gehört nicht als Station zum Luther-Weg, steht aber trotzdem exemplarisch für die Reformation. Im Kloster ist viel über die Tradition der Zisterziensermönche zu erfahren.

In Klosterbuch können Pilger übernachten und gut essen. Tipp: Wer einmal dort ist, lässt sich von Einheimischen den Weg über den Klostersteig hinauf in den Wald erklären zum Tannenbergweg. Auf ihm verläuft der Lutherweg. Im Wald gibt es wenig später einen Abzweig zum Aussichtspunkt Maylust. Dann geht's weiter gen Döbeln über Westewitz.

Der Wanderer passiert das Mulde-Hochwehr, eines der größten überdachten Hochwehre in Europa. Hinsetzen, ausspannen, Blick über die Mulde genießen – einfach herrlich. Zwischen Westewitz und Technitz in Richtung Döbeln verläuft der Lutherweg übrigens auf dem Muldentalradwanderweg.

In Döbeln führt der Lutherweg zur Stadtinformation im Rathaus. Dort ist der ältere Bruder des Leisniger Riesenstiefels zu sehen. Nun geht es weiter bis nach Waldheim. Die Dorfstraße führt zunächst bis Stockhausen, am Viadukt in Limmritz wird die Zschopau überquert. Dann verläuft die Route teilweise entlang des Zschopau-Wanderweges.

Waldheim-Kriebstein-Mittweida-Kloster Wechselburg-Zwickau

Über den Eichberg – ein altes Gewerbeviertel mit tollem Blick über die Stadt – führt der Lutherweg nach Waldheim hinein. In der Niederstadt stößt der Pilger auf die Justizvollzugsanstalt Waldheim – mit 300 Jahren die älteste in Deutschland. Auf Anfrage kann du das dortige Meuseum besuchen.

 

 

Waldheim bietet noch viel Sehenswertes: Jugendstil-Liebhaber werden vom Rathaus am Niedermarkt und dem Wettinbrunnen auf dem Marktplatz begeistert sein, wo auch die Nachbildung einer kur-sächsischen Postsäule steht.

Nach dem Aufenthalt in Waldheim geht es über die Pöppelmann-Brücke am anderen Ufer der Zschopau flussaufwärts durch Unterrauschenthal. Nach einer Flusskrümmung erreichen wir auf Waldwegen Kriebstein. Am gegenüberliegenden Ufer thront die gleichnamige Festung über dem Tal.

 

 

Ein Glanzpunkt Kriebsteins ist die beiderseits begehbare Talsperre, hier kann der Pilger eine Bootsfahrt auf dem Stausee unternehmen oder – falls er noch überschüssige Kräfte hat – den Kletterwald besuchen. Doch die Energie werden die meisten für die nun folgenden 17 Kilometer bis Mittweida brauchen. Auf halber Strecke bietet sich am Raubschloss ein eindrucksvoller Ausblick.

Ein schöner Weg hin zu weiteren Wirkungsstätten Luthers und anderer Anhängern der Reformation führt nun über Rochlitz bis nach Wechselburg. Das Schloss liegt an der Zwickauer Mulde. Im nun folgenden Kloster Wechselburg leben seit 1993 wieder Benediktinermönche. In der Basilika finden regelmäßig Konzert statt.

 

 

Über Schloss Rochsburg geht es nun auf Wald- und Wiesenwegen nach Penig und weiter auf dem Muldewanderweg bis Wolkenburg – ein Schloss, das sich über der Mulde und fast über den Wolken erhebt. Es folgen die idyllische Töpferstadt Waldenburg und Glauchau samt der Schlösser Hinter- und Forderglauchau.

Dann sind es noch weitere 18 Kilometer – und wer auf der Paradiesbrücke die Mulde überquert, hat nicht das Paradies, aber Zwickau erreicht.

Zwickau-Crimmitschau-Altenburg-Gnandstein

Der Lutherweg führt in nordwestlicher Richtung aus Zwickau hinaus durch den Waldpark nach Königswalde, dann durch den Dänkritzer Wald und schließlich an einer Reihe von Seen vorbei nach Crimmitschau. Sehenswert ist neben der St. Laurentiuskirche zum Beispiel das Westsächsische Textilmuseum.

Die Strecke verläuft mehr oder weniger an der Pleiße entlang. Gleich hinter Crimmitschau kommt in Frankenhausen die ehemalige Klosteranlage des 1290 gegründeten Zisterziensernonnenklosters „Zur Heiligen Jungfrau Maria“.

Bald darauf überschreiten wir die Landesgrenze nach Thüringen, erreichen das Örtchen Ponitz. In der 1733 / 1734 erbauten Friedenskirche erwartet uns ein echtes Highlight: Eine Gottfried-Silbermann-Orgel.

Silbermann-Orgel in der Ponitzer Kirche.
Silbermann-Orgel in der Ponitzer Kirche. Foto: Mario Jahn

Weiter geht’s: Durch kleine Straßen, gesäumt von Gärten voller Blumen, gelangen wir entlang der Pleiße nach Merlach. Bald folgt Gößnitz, wo ein Blick in die Heimatstube lohnt. Bevor wir den Stadtrand von Altenburg erreichen, führt uns der Lutherweg durch das reizvolle Dörfchen Maltis. Hier steht die auf den ersten Blick unscheinbare, aus dem 16. Jahrhundert stammende St. Annakirche.

Doch nun auf nach Altenburg. Bis nach Paditz geht es weiter an der Pleiße entlang, dann müssen wir links abbiegen. Luther ließ sich hier häufig sehen – vor allem wegen seiner Weggefährten Georg Spalatin und Wenzeslaus Linck. In der St. Bartholomäikirche predigte Martin mehrfach. Hier befindet sich nicht nur die letzte Ruhestätte Spalatins, sondern auch eine Ausstellung über den Luther-Vertrauten, der in Altenburg als Superintendent wirkte.

 

Im Ratsarchiv und im Staatsarchiv werden Schriften Luthers verwahrt. Auch der 45 Meter hohe Nikolaiturm, Rest einer Kirche, zählt zu den Reformationsstätten.

Richtung Norden führt eine Route des Lutherwegs über Windischleuba nach Borna. Wir entscheiden uns aber für den Abzweig Richtung Osten. Durch Münsa und den Leinawald führt diese Lutherwegstrecke zur Burg Gnandstein.

Gnandstein-Borna-Neukieritzsch-Leipzig

Weite Teile der Burg Gnandstein sind zugänglich und erst recht sehenswert, erkundet der Wanderer doch den mittelalterlichen Palais-Saal, die Waffenkammer und die spätgotische Kapelle.

 

 

Der sich anschließende Weg von der Burg bis nach Wüstenhain über Rüdigsdorf ist genauso wenig ein Spaziergang. Etwas entspannter wird es erst im Park rund um den Rüdigsdorfer Schwind-Pavillon. Das als Lustgärtchen angelegte Areal ist eine Idylle.

Auf dem Rest der Strecke nach Kohren-Sahlis können wir wieder aufatmen. Die Stadt Kohren selbst streifen wir nur am Rande, allerdings lohnt ein Abstecher ins Zentrum der Töpferstadt.

Wer nach der bisherigen Pilgertour mal wieder das Gefühl haben möchte, sich kutschieren zu lassen, sollte einen Zwischenstopp an der Sommerrodelbahn einlegen. 527 Meter ist sie lang.

Bis nach Frohburg ist es fast nur noch ein Katzensprung, unterwegs passieren wir das Schlossmühlenwehr und das Schloss.

Entlang der des Flusses Wyhra geht es bis zu den ersten Bornaer Ortsteilen Wyhra und Zedtlitz. Die Route ist ein Traum, sie führt durch Rapsfelder und Wälder, an Kleingärten und am Volkskundemuseum vorbei.

In Borna schließlich angekommen, begegnen einem auf Schritt und Tritt Hinweise auf Luther und dessen Wirken in der Stadt. Belegt ist, dass der Reformator 1522 in Borna bei Michael von der Straßen Unterschlupf suchte, nachdem er auf dem Reichstag zu Worms ein Jahr zuvor exkommuniziert und für vogelfrei erklärt worden war.

Der Lutherweg führt auch mitten durch die Gemeinde Neukieritzsch. Landschaftlich reizvoll sind die gut ausgebauten Wege entlang des Hainer Sees – von Tagebauaktivitäten ahnt man hier nichts mehr. Nur punktuell stehen ausgediente Baggerschaufeln oder ehemalige Brikett- beziehungsweise Kohlefabriken.

Das Lutherdenkmal in Neukieritzsch erinnert an das einstige Dörfchen Zölsdorf, in dem Martin Luther seiner Frau ein Gut als Witwensitz gekauft hatte.

Auf dem Weg zum Ausgangspunkt nach Leipzig erlebt der Pilgerer bei Kahnsdorf, Rötha oder Zwenkau eine Landschaft, die einen Wandel (fast) hinter sich hat. Im Neuseenland entlang von Pleiße, Elster und deren Kanälen laden die zahlreichen Gewässer des Neuseenlands zu Abstechern ein.

Autoren: Steffi Robak, Ilka Fischer, Tatjana Kulpa, Julia Tonne, Haig Latchinian, Sebastian Fink, André Pitz, Ditmar Wohlgemuth, Jana Brechlin, Hagen Rösner

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