Severin Müller ist ein Skilehrer wie aus dem Bilderbuch: gutaussehend, braungebrannt, sportlich, stets fröhlich. Der 27-Jährige hat in allen Situationen ein Lächeln auf den Lippen. Der blondgelockte Mann aus den Bergen versprüht einen solchen Charme, dass man ganz vergisst, dass man sich diesen Skikurs eigentlich gar nicht leisten kann. Denn Severin Müller wedelt schwungvoll durch die Schweizer Alpen. Und die Schweiz ist für viele Bundesbürger ein Hochpreisland der Extraklasse.

Das gilt besonders für Schweizer Skigebiete, auch für die Skiregion Laax, mit 235 Pistenkilometern das größte zusammenhängende Skigebiet Graubündens. Der junge Schweizer ist hier nicht nur in den Wintermonaten aktiv. Von März bis Dezember treibt Müller als Bauleiter in Höhenlagen zwischen 1.000 und 3.000 Metern den Bau neuer Liftanlagen voran. Und auf der weißen Piste bringt „der Severin“ seinen Kunden nicht nur das Skifahren bei, sondern auch das eine oder andere Freestyle-Kunststück.

Laax hat vier Snow-Parks

Laax hat sich längst einen Ruf als Eldorado für Ski- und Snowboardvergnügen erworben. In vier Snowparks finden sich Schanzen, halbierte Röhren (Halfpipes) und andere Herausforderungen für Anfänger bis Profis.

Mit seiner Freestyle-Ausrichtung gibt Laax sich ein betont junges Image. Das Durchschnittsalter liegt denn auch – deutlich niedriger als in anderen Skigebieten – bei 42 Jahren. Vor allem Familien mit Kindern kommen hier auf ihre Kosten. Herzstück ist das Rocksresort, das seinen Namen von den Felsen der Umgebung ableitet. Unmittelbar am Fuß der Laaxer Bergbahn gibt es einen integrierten Komplex von Hotels, Appartementwohnungen, Restaurants, Cafés, Skiverleih und Skidepots. Besonders gelungen sind die Appartementwohnungen mit den riesigen Fensterfronten und dem minimalistisch gestalteten, aber luxuriösen Interieur – vom Induktionsherd bis zur Dampfsauna. Wer außerhalb der Hochsaison (Weihnachten und Februar) kommt, darf sich sogar über vergleichsweise günstige Preise freuen.

Panorama-Aussicht mit dem Porsche-Lift

Skifahrer und Snowboarder sind rasant auf der Piste unterwegs.
Skifahrer und Snowboarder sind rasant auf der Piste unterwegs. Foto: imago/imagebroker/Roland Hemmi

Die Restaurants in Laax und Umgebung sind zwar teuer, aber sehr gut und vielfältig. Besonders empfehlenswert ist das Tegia Larnags, ein Speiselokal mit Hüttenatmosphäre etwa hundert Meter oberhalb von Laax direkt an der Skipiste. Daneben lockt eine Bar mit Disko- oder Livemusik zum Après-Ski bis in die Nacht.
Die Pisten sind schneesicher, bestens präpariert, breit, meist wenig befahren und landschaftlich atemberaubend schön gelegen – vom Vorabgletscher bis ins Tal. Und die 29 Liftanlagen sind zumeist äußerst komfortabel, ein sogenannter Porsche-Lift bietet nicht nur die Bequemlichkeit eines Porschesitzes, sondern durch das Abschwenken um 45 Grad auch eine freie Sicht auf die Bergwelt. Und wer es im Rocksresort von Laax zu laut findet, kann in das eher traditionelle Bergdorf Falera eintauchen, das wie der Fremdenverkehrsort Flims Teil der großen Skiregion ist. Sogar Langlaufloipen finden sich in der Nähe.

Es geht natürlich auch ganz ohne Skier. Ein gut markiertes Netz von rund hundert Kilometern führt über gut begehbare Winterwanderwege. Zum Beispiel auf die Rheinschlucht oder den Caumasee. Und nirgendwo in Europa lässt sich die Gebirgsbildung eindrucksvoller bestaunen als in Laax. Die Tektonikarena Sardona ist sogar zum Unesco-Weltkulturerbe erklärt worden.