Als Start und Ziel dient der Hafen von Kirchdorf. Hafenmeister Frank Uhde (62) hat hier nicht nur die gut 50 Boote, Yachten, Traditions- und Fahrgastschiffe im Blick, er verleiht im Auftrag der Kurverwaltung auch E-Bikes. Vom Parkplatz aus geht es scharf links vorbei an den Resten des einstigen Schlosswalls rund um die 1250 erbaute Inselkirche. Ein Besuch des im Inneren schlicht gehaltenen Evangelischen Gotteshauses mit seinem etwa 600 Jahre alten Hauptaltar ist empfehlenswert.

Nach wenigen Hundert Metern taucht ein Sandparkplatz am Ortsausgang auf. Die Straße überqueren und links auf den gepflasterten Radweg Richtung Weitendorf abbiegen. Entlang der Landesstraße 121 bietet sich auf der linken Seite ein schöner Blick auf die Kirchsee. 

Nach gut einem Kilometer die Fahrbahn queren und in den Ort Weitendorf rollen. Das schmale Asphaltband führt nach Weitendorf Hof, vorbei an hübschen, teils schilfgedeckten Häusern, Feldern und Baumgruppen. Allen thalben ertönt Vogelgezwitscher. Nachzwei Kilometern taucht das Ortsschild Brandenhusen auf. 

Zwei Radfahrer legen für ein Foto eine kurze Pause ein.
Marga (60) und Klaus Knopp (59) sind von Poel sehr angetan. Foto: Ostsee-Zeitung

Der nach links abbiegenden Straße folgen. Etwa 500 Meter später ist ein ehemaliger Gutshof erreicht. Was für eine Aussicht! Sie reicht vom Naturschutzgebiet „Fauler See – Rustwerder“ über die Wismarbucht bis hin zur Weißen Wiek Boltenhagen. Picknick an einem Mini-Strand. „Hier ist es herrlich ruhig“, sagen Marga (60) und Klaus Knopp (59). Die Rad-Touristen aus Neustadt (Wied) in Rheinland-Pfalz sind erstmals an der Ostsee und von Poel sehr angetan.

Dann von Brandenhusen 1,5 Kilometer zurück nach Weitendorf Hof radeln. Ein Tipp: Bevor es am Ortseingang links auf einen Feldweg Richtung Wangern geht, eine Stippvisite im Ort unternehmen. Also, erst rechts abbiegen und knapp einen Kilometer der Dorfstraße folgen, bis die letzten Häuserauftauchen. Dort führt der Weg hinunter zum Wasser. Der schöne Blick auf die Kirchsee ist der Lohn für den Umweg. An der Kreuzung geradeaus. Ein breiter Sandweg – gesäumt von Kopfweiden und Sträuchern schlängelt sich durch Felder. Dem Wegweiser an der Straße Richtung Hinter Wangern folgen und weiter bis zum großen Parkplatz am FKK-Strand.

Wer nicht so auf Freikörperkultur am Westufer der Insel steht, strampelt auf einem Feldweg parallel zum Wasser entlang des Küstenwäldchens weiter. Die Gras-Sand-Spuren sind gut befahrbar. Beim Erreichen der ersten Häuser von Timmendorf Strand gerade aus dem Fischerstieg folgen. Links taucht der Leuchtturm auf.

Der Leuchtturm am Timmendorferstrand ist nicht zu übersehen.
Der Leuchtturm am Timmendorferstrand ist nicht zu übersehen. Foto: Ostsee-Zeitung

Fast zehn Restaurants und ein Fischbrötchen-Kutter buhlen im Hafen um Gäste. Vom 1,20 Euro teuren Flunder-Brötchen bis hin zum üppigen Mittagsmahl reicht das Angebot. Eine Pause am Strand und ein Bad in der Ostsee bieten sich danach an. Vom Hafen aus dann auf der Straße Tau’n Lüchttorm Richtung zum Ortsausgang fahren. Gut einen Kilometer ist der Anstieg nach Timmendorf lang. Hier endet der Radweg.

Vorsicht! Die Ortsdurchfahrt passieren auch viele Autos. Auf der linken Seite folgt die Einfahrt zur Reitanlage von André Plath (46). Bei dem erfolgreichen Springreiter trainieren Anfänger und Profis. Ponyreiten und Strandritte sind ebenso möglich wie Kutschfahrten und die Besichtigung des Stallanlagen, in denen sich mehr als 50 Pferde befinden.

Für Speis und Trank sorgt der weil Koch Thomas Schumann (51) im Restaurant „Lisa vom Laurin“. Dann geht es auf die Dorfstraße. Am Ortsausgang von Timmendorf beginnt ein gut ausgebauter Radweg. Über Wangern sind es drei Kilometer bis zum Hafen Kirchdorf.