Zwei Karten beziehungsweise die „Surfing Worldwide Map“ hat Thomas Zielinski gemeinsam mit Lana Bragina und Stefan Spiegel von Marmota Maps entwickelt und gestaltet. „Mir fehlte bei der Planung von Surftrips immer eine Art Übersicht, bei der ich auf einen Blick sehe, welche Monate für meine Wunschregion die passenden sind und umgekehrt, welche Regionen in Frage kommen, wenn ich beispielsweise nur im Dezember frei habe“, erklärt Thomas Zielinski. 

Lana Bragina und Stefan Spiegel haben schon eine Karte entwickelt, auf der alle Skigebiete der Alpen eingezeichnet sind. „Ich habe dann mit beiden über die Idee gesprochen und sie waren gleich überzeugt“, sagt Thomas. „So fingen wir an, unser erstes gemeinsames Projekt, die ‚Surfing Worldwide Map‘, aus dem Boden zu stampfen.“

Aus der Idee sind am Ende zwei Karten entstanden. Darauf eingezeichnet sind 108 der wichtigsten Surf-Regionen und 680 Surfspots auf der ganzen Welt. Außerdem gibt es monatsbasierte Daten zur Surfqualität, sodass bei der Reiseplanung auch der beste Monat zum Surfen herausgesucht wird. Und – am allerwichtigsten – Informationen zu Gezeiten, Richtung, Wellengröße und Swell (Dünung, also Wellen, die durch auslaufenden Seegang entstehen) für jeden Spot.

Auf einer Variante der Karte gibt es Infos zu den besten Reisemonaten der Surfspots.
Auf einer Variante der Karte gibt es Infos zu den besten Reisemonaten der Surfspots. Foto: Get Wet Soon/Marmota Maps

Mit seiner Idee erfüllt Thomas Zielinski also wirklich Wellenreiter-Träume. Finanziert wird der erste Schwung Karten über ein Crowdfunding. Und schon bevor die Aktion offiziell beendet ist, hat er das benötigte Geld eingesammelt: 9.000 Euro waren das Ziel, mehr als 12.000 Euro sind bisher zusammengekommen. Der Bedarf einer solchen Karte ist also da. Ab dem 1. August 2017 kann die Karte auf www.surfingworldwidemap.com für 30 Euro beziehungsweise 40 Euro (je nachdem welche Varianten es sein soll) bestellt werden. 

Auf der Karte gibt es Infos zu Gezeiten, Wellenhöhe, Richtung und Swell.
Auf der Karte gibt es Infos zu Gezeiten, Wellenhöhe, Richtung und Swell. Foto: Get Wet Soon/Marmota Maps

Auf die Frage, welches denn sein liebster Surfspot sei, antwortet Thomas: „Jeder Surfspot hat seine Besonderheiten. Stimmen die Bedingungen, kannst du an jedem Surfspot das pure Glück erleben. Wenn du mit einer tollen Truppe im Wasser bist, können selbst schlechte Bedingungen unglaublich viel Spaß machen.“

Thomas selbst begann im Jahr 2000 mit dem Surfen. Damals ist er mit Freunden an den Atlantik gefahren, hat sich ein Brett ausgeliehen und ist damit ins Wasser gesprungen. „Gleich nach den ersten Versuchen bin ich aufgesprungen und wurde vom Weißwasser an den Strand geschossen, was schon ein tolles Gefühl war“, erinnert er sich.

Daraus wurde Leidenschaft und auch ein Blog. Seit 2015/2016 schreibt er auf „Get wet soon“ über seine Erlebnisse rund ums Surfen und porträtiert Menschen, die er während seiner Reisen trifft. Unterwegs und zu Hause in Hamburg arbeitet Thomas Zielinski als Copywriter sowie Surf- und Yoga-Lehrer. 

Aus den kleinen Wellen sind übrigens grüne Wellen geworden – also deutlich größere. Es gebe kein besseres Gefühl, sagt er. „Man kann das Wort selber kaum hören, aber der Moment ist tatsächlich ‚unbeschreiblich‘. Du vergisst alles um dich herum, bist einfach eine Einheit mit dem Brett und dem Meer. Ein purer natürlicher Zustand sozusagen.“