Nach Angaben der amerikanischen Umweltbehörde ist das heiße Wasser an Bord nämlich häufig verschmutzt – mit Chemikalien und Kolibakterien. Crewmitglieder aus den USA würden deshalb Kaffee und Tee an Bord verschmähen. Das jedenfalls erzählte eine Flugbegleiterin dem „Business Insider“: „Flugbegleiter trinken an Bord des Flugzeuges kein heißes Wasser. Sie trinken weder Kaffee noch Tee.“

In den vergangenen Jahren untersuchte die amerikanische Umweltbehörde Environmental Protection Agency (EPA) mehrfach Wasser und Wassertanks an Bord der Flugzeuge. Die Ergebnisse sind erschreckend: Jedes achte Flugzeug soll die Standards für Wassersicherheit nicht erfüllen. Eine Studie aus 2004 stellte fest, dass 13 Prozent der 158 getesteten Flugzeuge e-Coli-Bakterien im Wasser hatten. 

Die Vereinigung der Flugbegleiter „Association of Flight Attendants“ (AFA) sagte dem Sender NBC 5: „Die Wasserqualität an Bord ist zwar durch eine Vorschrift der ‚Environmental Protection Agency‘ („amerikanische Umweltschutzbehörde“) geregelt.“ Die EPA fordert zwar, dass das Wasser an Bord jeden Flugzeugs mindestens einmal pro Jahr auf coliforme Bakterien untersucht wird. Aber: „Die Vorschrift gibt den Fluggesellschaften großen Spielraum. Die AFA glaubt weder, dass sie weit genug geht noch, dass sie hinreichend durchgesetzt wird.“ 

Ist auch das Wasser in deutschen Airlines verunreinigt?

„Es finden regelmäßige Kontrollen statt“, sagt Tim Westphal, Gesundheitsingenieur beim Gesundheitsamt Frankfurt, auf reisereporter-Anfrage. Pauschal für alle deutschen Airlines könne er zwar nicht sprechen, aber das Frankfurter Amt überprüfe regelmäßig die Flugzeuge von Lufthansa und Condor. „Wir versuchen, alle Flugzeuge innerhalb von drei bis vier Jahren zu kontrollieren.“

Die Lufthansa selbst kontrolliere ihre Flugzeuge einmal pro Jahr, die Ergebnisse gehen ans Gesundheitsamt. „Die Proben sind überwiegend unauffällig. Wenn es doch mal zu Auffälligkeiten kommt, wird nachkontrolliert und eine Spülung oder Hochchlorung durchgeführt“, sagt Westphal. „Bei diesen Auffälligkeiten kann aber von krank machenden Keimen keine Rede sein.“ Auch chemische Rückstände durch die Reinigung schließt er aus. „Denn die Leitungen und Tanks werden danach noch einmal durchgespült, ähnlich wie zum Beispiel bei der Entkalkung einer Kaffeemaschine.“

So laufen die Kontrollen ab

Westphal erklärt, wie das Gesundheitsamt bei der Kontrolle vorgeht: „Direkt nach der Landung, nachdem die Passagiere das Flugzeug verlassen haben, kommt einer unserer Mitarbeiter. Er desinfiziert den Wasserhahn auf der Bordtoilette – schließlich soll nur das Wasser untersucht werden, unabhängig von Keimen, die Passagiere hinterlassen haben.“ Dann wird der Hahn aufgedreht und nach kurzer Zeit eine Probe entnommen. „Die Kontrolle dauert etwa 15 bis 20 Minuten“, so der Ingenieur. 

Ob er bedenkenlos Kaffee und Tee an Bord deutscher Airlines trinken würde? „Ja, das würde ich uneingeschränkt tun“, sagt der Ingenieur.

Bei einem Langstreckenflug oder dem Flug mit ausländischen Airlines solltest du künftig aber vielleicht doch überlegen, ob du statt Heißgetränk nicht lieber ein Erfrischungsgetränk wählst...