Schweiz: Zu viele Menschen draußen | reisereporter.de

Zu viele Menschen: Die Schweiz ist voll!

Die sogenannte Mediterranisierung macht der Schweiz zu schaffen. Das heißt: Sobald es draußen warm wird, sind zu viele Menschen draußen. Alleine die Anzahl der Außenbestuhlung hat sich fast verdoppelt in den vergangenen 20 Jahren. 

Savoir-vivre am Basler Rheinufer.
Savoir-vivre am Basler Rheinufer.

Foto: Basel Tourismus

Was eigentlich ziemlich sexy ist, hat von der Wissenschaft ein sehr hässlichen Titel bekommen: Alles, was im Sommer gerne draußen geschieht – egal ob Festivals, Konzerte, Freiluftkino, Weinchen oder Bierchen trinken, Urban Gardening, flanieren, klönen und Sport machen – wird mit unter „Mediterranisierung des öffentlichen Raums“ zusammengefasst. 

Für die Schweiz wird genau das jetzt zum Problem. Die Beanspruchung von öffentlichen Plätzen in Bern habe spürbar zugenommen, sagt Sabine Gresch von der Stadtplanung Bern gegenüber „20min.ch“, an einigen Orten sehr stark. Kurz gesagt: Die Stadt ist voll, flanieren fast unmöglich. Das läuft aber dem zuwider, was ursprünglich die Idee von öffentlichen Plätzen war. Denn dadurch können nicht alle den öffentlichen Raum nutzen. Wer etwa nur eben schnell über den Kornhausplatz gehen möchte, wird bei Veranstaltungen oder einer großzügigen Bestuhulung der gastronomischen Betriebe behindert. 

Ein ähnliches Problem zeichnet sich parallel auch in Zürich ab. Hier ist der Sechseläutenplatz zu oft zu voll. Die Initiative „Freier Sechseläutenplatz“ fordert, dass der Platz an mindestens 300 Tagen im Jahr frei bleibt. Das Nutzungskonzept für die Fläche sieht derzeit 180 Tage „frei“ vor. Der Stadtrat schlägt eine Nutzung für Veranstaltungen von 125 Tagen im Jahr vor.

Selbst der bekannte Circus Knie hat sich in die Diskussion eingeschaltet. Die Mitarbeiter verteilen Flyer und fordern die Bürger auf, sich für den Circus einzusetzen. Für dessen Vorstellungen sind im Veranstaltungskalender des Sechsläutenplatz 30 Tage reserviert.

 

In Basel beschweren sich die Anwohner über Müll und Uringestank. Mit der Social-Media-Kampagne #rhylax wollen die Verantwortlichen der Stadt ausufernden Grillpartys entgegenwirken. Das Kanton Basel-Stadt will damit die Kommunikation zwischen Besuchern und Anwohner fördern und zu Respekt und Rücksicht am Rheinufer aufrufen.

In Sankt Gallen wurden indes erste Konsequenzen gezogen: Das Weihern-Festival, das eigentlich draußen stattfindet, wurde als eine Reaktion auf die Konflikte in eine Halle verlegt. Mittlerweile haben sich die Parteien allerdings geeinigt und das Openair-Konzert wird doch draußen stattfinden. 

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Die Autorin
Sonne und Meer gehen immer, das steht für mich fest. Die schönste Urlaubserinnerung? Auf dem Surfbrett sitzend, Blick Richtung Horizont und auf die nächste Welle wartend. Schnee si ... mehr
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