Lieblingstipps für die Reise nach Westgriechenland

Antike Städte sehen, griechische Lebensart genießen oder einfach nur die vielfältige Natur entdecken – die Lagune von Messolonghi bietet Reisenden viele Möglichkeiten. 

Lagune in Messolonghi
Die Lagune in Messolonghi erstrahlt an warmen Sommertagen in voller Pracht.

Foto: Discover Greece

Hier kommen die Lieblingstipps des reisereporters für einen Urlaub im Westen von Griechenland.

Antike Städte besichtigen

In Ätolien, der Landschaft rund um Messolonghi, haben schon die alten Griechen gesiedelt. Antike Städte wie Pleuron, Kalydon und Oiniadai, die in klassischer und hellenistischer Zeit (4. bis 2. Jahrhundert vor Christus) ihre Blütezeit erlebten, liegen ganz in der Nähe.

Im gut erhaltenen antiken Theater von Pleuron finden im Juli und August regelmäßig Theater- und Musikaufführungen während eines Sommerfestivals statt. Bekannter als Kalydon selbst dürfte der Mythos der Kalydonischen Eberjagd sein, den Homer in der Ilias besingt und der hier seinen Ursprung hat. Von der Stadt am Arakynthosberg sind nur wenige Reste erhalten. Lohnenswerter ist für alle Fans der Antike ein Besuch der alten Hafenstadt Oiniadai.

In antiken Städten kannst du einen Blick in die Vergangenheit werfen.
In antiken Städten kannst du einen Blick in die Vergangenheit werfen. Foto: Katrin Schütze-Lill

Besonders eindrucksvoll sind die gut erhaltene Befestigungsmauer mit ihren Wehrtürmen und die teilweise in den Felsen geschlagenen Schiffshäuser am antiken Hafen, die hier sehr viel besser erhalten sind als sonst irgendwo in Griechenland. Für einen Tagesausflug lohnen sich die weltbekannten Heiligtümer in Olympia und Delphi.

Olympia: Der Heratempel liegt im Nordteil der Altis
Olympia: Der Heratempel liegt im Nordteil der Altis Foto: Katrin Schütze-Lill

Vogelbeobachtung und Angeln

Messolonghi liegt auf einer Landzunge und ist an drei Seiten von Wasser umgeben. Die Lagunen von Messolonghi und Etoliko bilden zusammen mit den Deltas der beiden Flüsse Acheloos und Evinos einen der größten Lebensräume Griechenlands für Vögel und Fische.

Pelada befindet sich in der Lagune von Messolonghi.
Pelada befindet sich in der Lagune von Messolonghi. Foto: Discover Greece

Das Feuchtgebiet erstreckt sich über etwa 33,5 Quadratkilometer und ist eine der größten Lagunen des Mittelmeerraums. Mehr als 200 Vogelarten kommen jährlich hierher, um zu überwintern und zu nisten. Darunter sind Pelikane, Flamingos, Kormorane, Seeadler und Turmfalken. Am besten sind sie zwischen Oktober und März zu beobachten.

Flamingos fliegen über der Lagune von MessolonghiGiannis Rousopoulos
Flamingos fliegen über der Lagune von Messolonghi Foto: Giannis Rousopoulos

Sie profitieren von den fischreichen Gewässern ebenso wie die Menschen. Mit ihren flachen Booten fahren diese immer noch zum Fischen hinaus. Ihre Pelades, die traditionellen Fischerhütten, die auf Pfählen in die Lagune gebaut wurden, bieten einen malerischen Anblick.

Wo es so reiche Fischvorkommen gibt, kannst du auch sehr gut Fisch essen. Zwei Spezialitäten der Region sind Pasto, eine Art Matjes, und Botargo, eine mediterrane Delikatesse, die aus gesalzenem und getrocknetem Rogen der Meeräsche hergestellt wird. Wer mehr über die Herstellung von Botargo erfahren möchte, kann das Familienunternehmen Stefos besuchen. Petros Paragyios bietet Führungen und Verkostungen an.

Auf den Spuren von Lord Byron

Er begegnet Besuchern in Messolonghi fast an jeder Straßenecke: Lord Byron. Der englische Dichter hat im griechischen Freiheitskampf gegen die Türken im frühen 19. Jahrhundert auf der Seite der Griechen gekämpft und sein Leben gelassen. Im Historischen Museum ist dem Dichter ein ganzer Raum gewidmet.

Das Lord Byron Denkmal steht im Garten der Helden in Messolonghi.
Das Lord Byron Denkmal steht im Garten der Helden in Messolonghi. Foto: Giannis Rousopoulos

Eine Straße in der beschaulichen Lagunenstadt trägt seinen Namen, und im „Garten der Helden“ ist ihm ein Denkmal errichtet worden. Angeblich wurde dort auf seinen Wunsch hin sein Herz begraben. Sein Name ist eng verbunden mit der großen Opferbereitschaft der Einwohner Messolonghis. 1826 belagerte das überlegene Heer des Sultans die Stadt. Doch die eingeschlossenen Griechen wollten lieber sterben als sich ergeben.

Ein Ausbruchsplan scheiterte, die Zurückgebliebenen sprengten sich daraufhin in die Luft. Menschen aus ganz Europa strömten nach Griechenland, um wie Lord Byron für die Freiheit der Griechen zu kämpfen. Noch heute wird jährlich an Palmsonntag zum Andenken an die Helden der Stadt eine große Prozession abgehalten und die Geschichte nachgespielt. Zehntausend Besucher aus ganz Griechenland kommen dazu in das 18.000-Einwohner-Städtchen.

Nafpaktos und Etoliko entdecken

Etwa zwölf Kilometer von Messolonghi entfernt liegt das 5.000-Einwohner-Städtchen Etoliko. Der idyllische Ort mit schmalen Gassen, kleinen Geschäften und Cafés ist über zwei Brücken mit dem Festland verbunden. Entlang der Küstenstraße nach Messolonghi türmen sich eindrucksvoll weiße Salzhügel. Die Salzseen liefern einen Großteil des Salzbedarfs Griechenlands.

Hier bei Ätoliko wird Salz gewonnen.
Hier bei Ätoliko wird Salz gewonnen. Foto: Katrin Schütze-Lill

Fährst du Richtung Westen den Golf von Patras entlang, gelangt man nach etwa 40 Kilometern nach Nafpaktos. Die Stadt am Fuße des Pindos-Gebirges wird von einer mächtigen Festung dominiert, deren Mauern bis hinab zum Hafen reichen. Von der obersten Terrasse der Befestigungsanlagen hast du einen herrlichen Blick auf den Golf und den Peloponnes.

Der Hafen in Nafpaktos ist eng mit der Stadt verbunden.
Der Hafen in Nafpaktos ist eng mit der Stadt verbunden. Foto: Katrin Schütze-Lill

Rund um den malerischen Hafen, in dem Fischerboote und Segeljachten ankern, befindet sich das Zentrum der Stadt mit vielen Geschäften, Cafés und Tavernen. Empfehlenswert ist, schon wegen des Ausblicks auf den Hafen, ein Besuch des Restaurants „Kuzina Maria Loi“, wo gehobene mediterrane Küche serviert wird.

Deftiger und traditioneller geht’s im „Ev-oinos“ in der Fußgängerzone zu, wo typische griechische Mezedes und Wein vom Fass auf den Tisch kommen.

Sport und Spa rund um die Lagune

Um vorbei an unbewohnten Mini-Inseln und malerischen Fischerhütten durch die Lagune zu paddeln, können sich Reisende beim örtlichen Nautical Club ein Kajak leihen. Besonders eindrucksvoll ist es abends, wenn die Sonne die Lagune in goldenes Licht taucht und die Berge am Horizont zum Leuchten bringt. Das ist auch die beste Tageszeit, um Vögel zu beobachten.

Kajak fahren in der Lagune von Messolonghi.
Kajak fahren in der Lagune von Messolonghi. Foto: Katrin Schütze-Lill

Wer mehr Action will, kann kitesurfen, segeln oder Motorboot fahren. Wer lieber festen Boden unter den Füßen hat, leiht sich ein Fahrrad und radelt über den fünf Kilometer langen Straßendamm, der die Stadt mit der vorgelagerten Insel Tourlida verbindet, durch die Lagune.

Der Damm besitzt sogar einen eigenen Radweg, das gibt's nicht so oft in Griechenland. In den Dörfern rund um Messolonghi gibt es viele Reiterhöfe, die geführte Touren entlang der Lagune anbieten. Auch Wanderer und Kletterer kommen vor Ort auf ihre Kosten.

Am nahegelegenen Arakynthos-Berg und bei den Varasova-Höhlen gibt es mehrere ausgewiesene Kletterwände in verschiedenen Schwierigkeitsgraden. Zum Sonnenbaden laden die Strände von Dioni, Tourlida und Louros Beach ein. Als Entspannungshöhepunkt gilt ein Meeresschlammbad am Strand von Agia Triada, das gegen Rheuma und Hautprobleme helfen soll.

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Die Autorin
Katrin Schütze-Lill, Grafikerin und Autorin, hatte schon lange bevor sie bei der Neuen Presse volontierte und als Redakteurin arbeitete, einen Faible für ferne Länder. Besonders am ... mehr
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