Leo Bartsch auf den Philippinen | reisereporter.de

Weltreise-Tagebuch: Pechsträhnen und Glücksmomente

Sie ist Sängerin, Songwriterin – und jetzt auch reisereporterin: Leonore „Leo“ Bartsch (28), bekannt unter anderem als Mitglied der Girl-Group „Queensberry“, ist vor kurzem zu einer Weltreise aufgebrochen. Hier der dritte Teil ihres persönlichen Reise-Tagebuchs.

Leo sitzt unter einer großen Palme am weißen Strand am Meer
Auch wenn sie Heimweh hatte, fand Leo es paradiesisch auf den Philippinen.

Foto: Leo Bartsch

Die Philippinen, konkreter gesagt Siargao, eine kleine Insel im Süd-Osten des Landes, die weltberühmt für ihren Surfsport „Cloud 9“ ist, sollte mein dritter und letzter Stop in Asien werden und somit auch der perfekte Abschluss der ersten Hälfte meines Trips um die Welt.

Während man am Flughafen in der Hauptstadt Manila den Eindruck hat, man sei aus Versehen in den USA gelandet (von so vielen amerikanische Restaurant-Ketten ist man da nämlich umgeben), erwartet einen zwei Inlandsflüge später das komplette Gegenteil: Eine (Ja, richtig gelesen: EINE!) Landebahn, auf der kleine Propellermaschinen gemütlich direkt vor der Tür des winzigen Flughafengebäudes halten. Damit die Fluggäste ganz entspannt rüberlaufen können, um ihr Gepäck vom Flughafenpersonal ausgehändigt zu bekommen, weil's kein Gepäckband gibt. Anschließend steigt man dann in ein willkürliches Shuttle, das alle nacheinander für umgerechnet fünf Euro an der jeweiligen Unterkunft rausschmeißt.

Ein Wasserbüffel grast vor den grünen Wäldern
Wasserbüffel hier am Wegesrand zu sehen ist keine Seltenheit. Foto: Leo Bartsch

Es geht vorbei an Wasserbüffeln, die sich auf den Feldern im Schlamm wälzen, Schweinen, die am Straßenrand fressen, an spielenden Kindern und durch unglaublich grüne Wälder. Man hat Blick auf Dörfer, die komplett auf Pfähle gebaut sind und überholt Motorräder mit provisorisch zusammengeschweißten Beiwagen, auf denen alles mögliche transportiert wird. Und auch wenn es regnet habe ich das Gefühl: Das mit Siargao und mir, ja, das kann was werden.

Nun war ich high auf Muskelrelaxant und Schmerzmitteln, gelangweilt im Paradies – und hatte ein echtes Tief...

Vier Tage später regnet es allerdings noch immer – und ich sitze in dem Vier-Bett-Zimmer, das aktuell mein Zuhause ist, gucke Serien. Bereits in Indonesien hatte meine Schulter beim Surfen angefangen weh zu tun. Dieser Zustand verschlimmerte sich so weit, dass ich nicht mehr ins Wasser konnte. Nun war ich high auf Muskelrelaxant und Schmerzmitteln, gelangweilt im Paradies – und hatte ein echtes Tief.

Wenn wir mal ehrlich sind, und das möchte ich mit mir und euch sein, ist Reisen halt nicht immer nur Spaß. Nicht immer nur leicht. Nicht immer nur unbeschwert. Zwischen all den perfekten Instagram-Fotos und Blogeinträgen trauen sich die meisten nämlich nicht, diesen einen Hashtag zu verwenden, der auch zu einer langen Reise gehört: #Heimweh.

Manchmal bedeutet Reisen eben auch: Am Strand sitzen, aufs Meer starren und sich wünschen, man könnte einfach mit einem Kakao in der Hand im heimischen Sofa versinken. Aber dann sieht man im selben Moment diesen fantastischen Sonnenuntergang, der Himmel färbt sich rosa, die Farben spiegeln sich im glasklaren Ozean. Dann wird es dunkel und man liegt unter dem unfassbarsten Sternenhimmel, es fliegen Glühwürmchen um einen herum und wenn man dann eine Sternschnuppe sieht, schöpft man wieder Hoffnung – und weiß: Das ist besser als alles, was gerade Zuhause im Fernsehen läuft. 
 

 

 

Man schnorchelt in türkisfarbenem Wasser, schwimmt mit unzähligen Quallen, taucht in verborgene Grotten. Man springt von Felsen und findet die schönste Muschel aller Zeiten. Oder man trifft immer wieder diese Wasserbüffel, die einfach faszinierende Kreaturen sind und irgendwie cooler als Kühe. Ja, dann merkt man, dass diese Erde ein ungemein herrlicher Ort ist. Und man weiß, wie glücklich man sich schätzen kann.

 

 

Nach zehn Tagen auf Siargao beschloss ich dennoch, vorsichtshalber, zurück nach Manila zu fliegen, um meine Schulterverletzung durch eine MRT checken zu lassen. Ergebnis: nichts gerissen, nur überlastet. Puh! 

Vielleicht sind die paar Tage in Manila dann genau der perfekte Abschluss, den ich für meine Zeit in Süd-Ost-Asien brauchte. Denn: Manila ist laut und dreckig und auch sonst kein Ort, an dem man sich gerne aufhält. Der Kontrast zum Insel-Leben, den entspannten, lächelnden Menschen, den wunderschönen Stränden, den Palmen, der Ruhe und der Weite des Ozeans könnte nicht größer sein. 
 

 

 

Umso mehr schätze ich jetzt schon die Erinnerungen an diese Zeit, die nun schon hinter mir liegt. Ich verlasse die Philippinen mit dem Gefühl, dem Land nicht gerecht geworden zu sein, aber das ist okay, ich habe noch ganze drei Monate vor mir und ich verspreche mir und euch, sie zu nutzen. 

 
Das Gute an einer Weltreise ist ja, dass man am Ende wieder am Anfang ankommt, also Zuhause. Nur anders.
 

 

 

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