Die 7 neuen Weltwunder in 13 Tagen | reisereporter.de

Wahnsinns-Reise: 7 Weltwunder in 13 Tagen

Die Amerikanerin Megan Sullivan hat das Unmögliche möglich gemacht: In nur 13 Tagen bereiste sie die sieben neuen Weltwunder in  zwölf Ländern. Wie es zu dem Mega-Trip kam? Hier liest du ihre inspirierende Geschichte.

 Megan Sullivan am Macchu Picchu, Peru
Sie hat es geschafft: Megan Sullivan am Macchu Picchu, dem zweiten Weltwunder auf ihrer Reise.

Foto: Megan Sullivan

Alles begann mit einem Monat voll dramatischer Ereignisse: Bei einem Kletterunfall stürzt Megan Sullivan im Jahr 2015 20 Meter in die Tiefe, kurz darauf wird sie vom Auto angefahren. Und als wäre das nicht schon genug, bekommt sie nur Tage später bei einer Routine-Untersuchung die Diagnose Hautkrebs.

In 13 Tagen um die Welt

Für Megan steht fest: Sie darf mit der Erfüllung ihres Lebenstraums nicht mehr warten. Sie entschließt sich zu einer Weltreise – in 13 Tagen will sie die sieben neuen Weltwunder besuchen. Mehr Urlaub bekommt sie von ihrem Chef kurz nach der Diagnose nicht. Zehn Tage später sitzt sie im Flieger nach Cancun in Mexiko. Im Gepäck: Drei T-Shirts, sieben Unterhosen, drei Paar Socken und Chris, einen Typen den sie seit 2 Wochen kennt. Er wird die Reise mit ihr zusammen machen und sie als Kameramann begleiten. 
 
Was dann folgt, ist ein wahnwitziger Wettlauf gegen die Zeit. Oft bleiben dem Duo nur wenige Minuten, um ein Weltwunder zu genießen, bevor sie wieder zum Flughafen fahren müssen. So geht es im Eilschritt zuerst nach Chichen Itza, zu den historischen Ruinenstätten der antiken Maya in Yacatun. Nach nur 30 Minuten vor Ort, einem schnellen Foto und fünf Stunden Busfahrt, müssen sie auch schon weiter. Der nächste Flieger wartet nicht. 

Von dort geht es nach Peru. Der Machu Picchu steht auf dem Plan. Dafür muss Megan zuerst nach Lima fliegen, dann weiter nach Cusco und von dort mit dem Bus bis zur Inka-Stadt. Alles ist genau durchgetaktet, viel schiefgehen darf also nicht. Meistens fliegen Megan und Chris nachts, um tagsüber die Weltwunder besichtigen zu können. Nur fünf von zwölf Nächten verbringen sie in Hotels, um sich ein bisschen erholsamen Schlaf zu gönnen. 

So klappern sie in den nächsten Tagen die Cristo Redento Statue in Rio de Janeiro, Brasilien, Rio de Janeiro, den Eiffelturm in Paris, das Kolosseum in Rom, doe verlassene Felsenstadt Petra in Jordanien, das Taj Mahal in Indien und die chinesische Mauer bei Peking ab. Von China aus geht es dann wieder zurück in die USA, Mission completed!

Aber konnte Megan die Reise mit diesem straffen Zeitplan überhaupt genießen? „Unbedingt!“, sagt Megan. „Die Reise war ein Abenteuer um endlich den Film drehen zu können, von dem ich vorher schon drei Jahre geträumt hatte.“ Es brauchte einfach einen Monat voll Pech um zu begreifen, dass es immer ein Traum bleiben würde, wenn sie ihn nicht endlich selbst in die Realität umsetzen würde. Mehr als 13 Tage Urlaub waren von Seiten ihres Jobs nicht drin. Trotzdem hat sie jede Sekunde des wilden Ritts um den Globus genossen: „Der Trip war wie ein Wirbelsturm, der mich auf einen neuen Lebensweg gebracht hat. Eine Reise voller Inspiration und der Entschlossenheit, endlich mein Streben nach Glück zu erfüllen.“

Und jetzt?!

Die gute Nachricht zuerst: Heute geht es Megan fantastisch. Fast zwei Jahre sind seit ihrer Wahnsinns-Reise vergangen. Der Hautkrebs wurde erfolgreich entfernt, das Abenteuer habe ihrem Leben aber dennoch eine völlig neue Perspektive gegeben. „Mit jeder Reise erfahre ich etwas Neues über mich und die Welt, um meinen Horizont ständig zu erweitern“, erzählt sie dem reisereporter. 

Ein spezielles Erlebnis, das sie am meisten beeindruckt hat, gibt es nicht. „Da ist nicht dieser eine Moment, sondern ein Gesamterlebnis der Welt“, so Megan. Der Kern ihrer Erfahrung: „Im Grunde sind wir doch alle einfach nur Menschen“.

Beim rasanten Wechseln der Länder und Kontinente habe sie gemerkt, dass alle im Grunde ganz einfach miteinander kommunizieren könnten, trotz aller vermeintlichen Sprach- oder kulturellen Barrieren. „Die sieben Weltwunder haben mir vor allem gezeigt, dass wir Menschen tief im Innern doch alle nach etwas suchen, dass uns fasziniert... uns begeistert. Bei jedem Wunder konnte ich die Freude und das Glück der Leute beobachten, die von nah und fern kamen, um etwas wahrhaft außergewöhnliches zu sehen.“

Work hard – play harder.

Viele Menschen seien überrascht, dass Megan tatsächlich einen Vollzeitjob als Produzentin und Regisseurin für Videoinhalte bei einer Werbeagentur hat. Oft arbeitet sie bis zu 70 Stunden in der Woche, um Aufträge abzuschließen. „Meine Leidenschaften sind es zu klettern und zu reisen... Trotzdem liebe ich meine Karriere, die es mir ermöglicht, diese Ambitionen zu verfolgen. Ich arbeite sehr hart... Aber ich denke, ich ‚play harder‘.“

Seit mehr als einem Jahr arbeitet Megan als freischaffende Filmemacherin. Ein Traum, den sie schon lange vor sich her geschoben hat. Bis das Leben ihr bewies, wie schnell es vorbei sein kann. Noch immer reist und klettert sie viel, gerade Trips in die Natur erden sie, wenn das Leben wieder mal hektisch wird. Was sie außerdem zum Reisen motiviert? „Das Abenteuer suchen.“

Megans Tipps für effektives Reisen: 

Die Hauptstoßzeiten an den Sehenswürdigkeiten vermeiden

In Jordanien und Rio haben die beiden so wertvolle Zeit gespart. Während sie der riesigen Jesusstatue nach nur einer Stunde schon wieder den Rücken kehrten, standen einige andere Besucher ganze sechs Stunden in der Warteschlange. So genossen Megan und ihr Begleiter sogar am Ipanema Beach noch einige Stunden Sonne, bevor es mit dem nächsten Nachtflieger nach Europa ging. 

Allerdings gibt es Dinge, die können Urlauber auch mit frühem Aufstehen nicht aus dem Weg schaffen. So zum Beispiel Schneestürme, von denen einer über Jordaniens Hauptstadt zogen und den Weiterflug nach Dubai um vier Stunden verzögerte. Durch die Verspätung in Dubai verpassten die „Express-Reisenden“ ihren Anschlussflug nach Delhi und verloren beim Warten auf den nächsten Flieger elf Stunden in Dubai am Flughafen.

Flexibel und kreativ sein

Als Megan und Chris verspätet in Agra ankamen stellten sie fest, dass das Taj Mahal freitags geschlossen ist. Doch statt zu verzweifeln, gingen sie auf Entdeckungstour. Und stießen dabei glücklicherweise auf einen Park, der eine tolle Sicht auf die Rückseite des Mausoleums bot.

Priorisieren

Kurz nach dem Mega-Trip brachen Megan und Chris zur nächsten Reise auf. In vier Tagen, über das amerikanische Labor-Day-Wochenende, jetten sie nach Europa, um drei Städte zu besichtigen. Geld hatte Megan nach der Weltreise eigentlich nicht. Die Lösung: Kurzerhand verkaufte sie alles in ihrem Apartment, was sie im letzten halben Jahr nicht benutzt hatte, auf Ebay. Ihr Schrank war aufgeräumter, die Reise finanziert. 

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